bauarbeiten von der Verlegung des Bürgerhospitals abhängig zu machen. Zugleich war sich die Gesellschaft bewußt, edler in Aussicht gestellten Schenkung von .4L 6ü,000 verlustig zu gehen, wenn der Neubau nicht vor dem 1. Juni ds. Js. begonnen werden konnte. Die Gesellschaft hat deshalb am 17. Mai ds. Js. die Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung aus das dringendste ersucht, die Angelegenheit ihres Neubaues von dersenigen des Neubaues des Physikalischen Vereins zu trennen und wenigstens ihr allein die Erlaubnis zur Inangriffnahme der Neubauarbeiten zu erteilen; die Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung hat aber leider von neuem erwidert, daß sie mit Rücksicht auf die allgemein ^ hygienischen Verhältnisse des Bürgerhospitals, zu dessen Unterhaltung sie stiftungsgemäß in erster Linie ver­pflichtet ist, nicht in der Lage sei, die Erlaubnis zum Beginn des Neubaues der Gesellschaft zu erteilen, bevor die Ver­legung des Hospitals gesichert sei. Unter diesen Umständen sieht sich di- Seuckenbcrgische Naiurforschende Gesellschaft ver­anlaßt der Stadtverordnetenversammlung ihre augenblickliche äußerst mißliche Lage vorzustellen, welche nicht nur ted- gedeihliche Weiterentwicklung vollständig ausschlteßt, sondern auch die notwendige Erhaltung der vorhandenen, zum Teil unersetzlichen Sammlungen des uaturhistorischen Museums völlig unmöglich macht, und an die Stadtverordnetenver­sammlung die ergebenste, dringendste Bitte zu richten, sie wolle den Magistrat um schleunige Vorlage bitten, wodurch der Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung die als­baldige Verlegung d cP Bürgerhospitals nach d er A il ß e n st a d t ermöglicht und zugleich der Naiurforschenden Gesellschaft und dem Physikalische» Vereine i Gelegenheit gegeben werde, ihre dringend notwendigen Neu­bauten aus dem Grund und Boden der Stiftung in Angriff zu nehmen.

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Ans Frankfurt am Main.

6. Juni.

sc Die Senckeiibelgische Naiurforschende Ge- sellschaft hat am 17. Mai. d. I. die Administration der Dr. Sencken­bergischen Stiftung auf das dringendste ersucht, die Angelegenheit ihres' Neubaues von dersenigen des Neubaues des Physikalischen Vereins zu trennen und wenigstens ihr allein die Erlaubnis zur Inangriff­nahme der Neubauarbeiten zu erteilen; die Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung hat aber leider von neuem erwidert, daß s-e mit Rücksicht auf die allgemein-hygienischen Verhältnisse des Bürger- Hospitals, zu dessen Unterhaltung sie stiftungsgemäß in erster 8iffte ; verpflichtet ist, nicht in der Lage sei, die Erlaubnis zum Beginn dech Neubaues der Gesellschaft zu erteilen, bevor die Verlegung des Hospitals gesichert sei. Unter diesen Umständen sieht sich die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft veranlaßt, der Stadtverordnetenversammlung ihre augenblickliche äußerst mißliche Lage vorzustellen, welche nicht m.«

jede gedeihliche Weiterentwicklung vollständig ausschließt, sondern auch« die notwendige Erhaltung der vorhandenen, z. T. unersetzlicher. Samm­lungen des naturhistorischen Museums völlig unmöglich macht, und an die Stadtverordnetenversammlung die dringendste Bitte zu richten, sie wolle den Magistrat um schleunige Vorlage bitten, wodurch der Ad­ministration der Dr. Senckenbergischen Stiftung die alsbaldige Ver­legung des Bürgerhospitals nach der Außenstadt ermöglicht Md zugleich der Natursorschenden Gesellschaft und dem Physikalischen Vereine Gelegenheit gegeben werde, ihre dringend notwendigen Neu- dauten auf dem Grund und Boden der Stiftung in Angriff zu nehmen.

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Mit Rücksicht auf die in der letzten Stadtverordneien- Sitzung ausgesprochenen Wünsche richtet die Senckcnber- äische Naturforschende Gesellschaft eine Vor­stellung betreffend Errichtung eines Museums-Ncu- p a u e s an die Stadtverordneten-Verfammlung. Es wird ^rin u. A. ausgeführt: Der älteste Theil des gegenwärtigen Museums oer Senckenbergischen Natursorschenden Gesellschaft, welches auf dem Grund und Boden der Dr. Johann Christian Senckenbergischen Stiftung errichtet ist, der Eckbau am Eschen­heimer Thore, ftammr aus dem Jahre 1820, der östliche Flü- tzelbau an der Bleichstraße aus dem Jahre 1830, und ein zwei­tes Stockwerl auf dem älteren Gebäude wurde 1841 aufge­baut. Seitdem ist nur noch einmal, im Jahr« 1891, eine Kleine Ausdehnung im Innern des Hauses möglich gewesen, nachdem der Physikalische Verein sein eigenes Institut an der Stiftstraße errichtet hatte und die ihm bis dahin zur Benütz­ung überwiesenen Räume im. Flügelbau des Museums für die' Zwecke der Gesellschaft umgebaut waren. Die räumlichen Verhältnisse des naturhistorischeu Museums find also im Wesentlichen heute noch die gleichen wie vor mehr als 60 Jahren; die reichen Sammlungen aber sipd durch Schenkung, Lausch und Kauf fortwährend ergänzt, vervollständigt und bermehri worden; ganz neue Ausgaben, welche der gewaltige Aufschwung der Naturwissenschaften während'der beiden, letz­ten Menschenalter gestellt hat, sind an dir Gesellschaft heran- jgetreten und haben eine Erweiterung ihrer Lehrthätigkeit, so- Jtoie die Einrichtung von wissenschaftlichen Laborairn-lcn'und von botanischen und zoologischen Uebungskursen notbw,ndie. tzenmcht. So ist es grio-men, daß das naturhistorische Mu-

t um schon seit Jahren bis auf das letzte verfügbare Eckchen berfüllt ist. Wohl hat die Verwaltung der Gesellschaft dir- ssen unhaltbaren Zustand seit Langem kommen sehen; aber sie hat bei der pekuniären Lage der Gesellschaft gerechte Bedenken getragen, der Errichtung eines Erweiterungsbaues näher zu itretcn, und hat sich damit bescheiden müssen, alljährlich 4000 bis 5000 Mark für einen Nrubaufonds zurückzul egen. Auch

ist sie bereits im Jahre 1896 mit der Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung wegen Ueberlassung eines geeig­neten Bauplatzes aus dem Grund und Boden derselben in Ver­handlung getreten. Bestimmend hierzu war die Erwägung, daß vir Gesellschaft nicht in der Lage sein würde, aus eigenen Mitteln an einer anderen geeigneten Stelle und in einer ihren Zwecken auch nur annähernd gleich günstigen Lage der Stadt einen Bauplatz käuflich zu erwerben und in einer Bauperiode etuen vollständigen Musmms-Neubau von ausreichender Größe aufzuführen. Aehnliche Gesichtspunkte waren für die Admi­nistration der Dr. Senckenbergischen Stiftung maßgebend, als sie der Gesellschaft für die geplante Errichtung ihres Erwei­terungsbaues das erforderliche Gelände an der Bleichstraße bis zur ehemaligenRadgaffe", anschließend cm das jetzige Mu- seum, in hochherzigster Weise unentgeltlich zur Verfügung stellte, eingedenk der Absichten Senckenbergs, auf dem von ihm bestimmten Grund und Boden für alle Zeiten eine Pflegestätte der Wissenschaften zu schaffen und zu erhalten. Weseinlich wurde die Gesellschaft in ihrem Vorhaben, der Ausführung ihres immer dringender gewordenen Erweiterungsbaues näher zu treten, dadurch gefördert, daß annähernd gleichzeitig im Oktober 1837 von zwei Männern aus dem Kreise ihrer Mit­glieder, welch« den Nochstand des Museums aus eigener An­schauung kennen gelernt hatten, ihrem Baufonds die ansehn­liche Summe von je 50,000 Mark überwiesen wurde. Nach­

dem durch weitere Schenkungen und durch die eigenen Nück- lagen der Gesellschaft der Baufonds eine Höhe von rund 150,000 Mart erreicht hatte, wurden nach Aufstellung eines vorläufigen BauprogrammeS durch die Verwaltung am 1. Mai 1869 sechs hiesige Architekten ersucht, Pläne zu dem beabsich­tigten Erweiterungsbau einzurcichen und später die eingegan­genen Pläne der sachverständigen Beurtheilung des Geh. Hof- und Bauraihs Professor Dr. Paul Wallot in Dresden unter­breitet. Sodann wurde im September 1899 eine beschränkte Anzahl wohlwollender Gönner der Gesellschaft in einem von zahlreichen Mitgliedern derselben Unterzeichneten Rundschrei­ben ersucht, durch weitere Schenkungen die nothwendige Bau­summe aufzubringen. Inzwischen war durch die Verhand­lungen der Administration der Dr. Senckenbergischen Stift­ung mit dem Magistrate, bezüglich der Festsetzung der Bau­linie an der Bleichstraße, festgcsiellt worden, daß in Folge des projektirten Durchbruches eines vom Eschenheimer Thor durch die Stift- und Senckenbergfiraße über den alten Peterskirch- hof nach dem Nordosten der Stadt führenden StraßenzugeS für die Umgegend des Eschenheimer Thores in nicht ferner Zeit eine derartige Verkehrssteigerung zu gewärtigen sei, daß ein Zurückrücken der Baulinie dem ganzen Stiftungsgelände entlang unvermeidlich werden müsse, und daß somit in abseh­barer Zeit eine Niederlegung der sämmtlichen derzeitigen Mu­seumsbauten wie auch des VibliothekgebäudeS ins Auge zu fassen sei. Durch diese Feststellung war die Museumssrage mit einem Schlage in eiu ganz neues Stadium gerückt. Herr Architekt Neher hat die Grundrißskizze zu einem neuen Pro­jekte eingereicht. Dieses neue Projekt sieht den Hauptbau des zukünftigen Museums mit relativ kurzer Fa§ade am Eschen­heimer Thor und symmetrisch anschließend zwei längere, durch einen hinteren Querbau verbundene Flügel an der Bleichstraße und an der Stiftstraße vor. Es ermöglicht zudem die Er­haltung und weitere Benützung des Anatomiegebäudes, wäh­rend die Ausführung deS ursprünglichen Projektes die Nieder­legung desselben vor Beginn der Neubauarbriten und mithin die Beilegung des pathologisch-anatomischen Instituts in an­derweitige Räume, erfordert haben würde. Angesichts der durch Festlegung der Vaulmie veränderten Sachlage und der . gewichtigen Bedenken der Architekten hat die Gesellschaft am 25. August 1900 dem neuen Projekte einstimmig den Vorzug vor dem früheren Projekte gegeben und beschlossen, vorbehalt­lich der Genehmigung durch die Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung, zunächst den an der Bleichstraße gelegenen Flügel des neuen Museums, anschließend an das jetzige Gebäude, sowie einen Theil des in den botanischen Gar­ten hineinreichenden Hinteren Querbauer aufzuführen. Dies­bezügliche Vorstellungen bei der Administration der Dr. Sen- ckenbergischrn Stiftung fanden die hochherzigste Aufnahme, in­dem sich die Administration prinzipiell bereit erklärte, ge­legentlich der späteren Durchführung der neuen Baulinie den ganzen Geländetheil am Eschenheimer Thurm im Wrrthe von über 1,000,000 Mark für den geplanten Museums-Neubau für alle Zeiten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, und selbst i für den gleichfalls nöthig werbenden Bibliothek-Neubau weiter östlich an der Bleichstraße einen Platz in Aussicht nahm. Zu­gleich aber wies die Administration darauf hin, daß die Auf­führung des zunächst beabsichtigten Erweiterungsbaues des naturhistorischen Museums mit der gleichzeitigen Aufführung des inzwischen nothwendig gewordenen Neubaues des Physi­kalischen Vereins an der Ecke der Bleich- und Brönncrstraße,

' sowie mit der für später projektirten Aufführung eines neuen