mehr und mehr zur Herrschaft gelangt sind. Von den allerniedrigsten Tieren haben sich in den ältesten im Wasser abgesetzten mineralischen Niederschlägen Reste nicht erhalten können, da diese Tiere keine Hülle besaßen weder auS Kalk noch aus Kiesel noch aus Horn, sie mutzten vollständig verschwinden. Dagegen in den diesen Absätzen aufwärts folgernden Sedimenten ist die fossile Fauna bereits sehr mannigfaltig entwickelt. Hier finden sich Schwämme mit Kieselgerüsten, Korallen, Stachelhäuter, Würmer, Krustentiere, Muscheln, Schnecken, Kopffüßler, alles Tiere der niedersten Klassen, aber Formen, die heute nicht mehr existieren. Von vielen dieser vorweltlichen niederen Tiere besitzt daS Senckenbergische Museum viele und zum Teil sehr schöne Exemplare. Unter den Krustentieren der Vergangenheit ragen die Trilobiten und unter den Mollusken oie Kopffüßler, beide in vielen verschiedenen Arten, an Häufigkeit und Formenreichtum ganz besonders hervor.
Verhältnismäßig frühzeitig in der Entwickelungsgeschichte der Erde traten bereits Wirbeltiere auf, unter ihnen als erste die Fische. Knochenfische gab es in ältester Zeit noch nicht; ihre Stelle nehmen die Urfische und die Schmelzschupper oder Ganoiden ein. Viele der ältesten Ganoiden bilden Zwischenstufen jetzt weit auseinander stehender Gruppen, stellen also sogenannte Embryonaltypen dar. Abdrücke von vorweltlichen Fischen besitzt das Sencken- bergische Museum eine ziemliche Anzahl in prächtigen Reihen.
Im Mittlern Zeitalter der Erdgeschichte begegnen wir in den Sedimenten neben vielen Tieren der niederen Klassen dem zahlreichen Geschlecht der Saurier oder Echsen, reptilienartiger Tiere. Sie waren Bewohner der Sümpfe, Flüsse, Seen und Meere. Einige dieser Tiere besaßen selbst Flugvermögen. Im Senckenbergischen Museum können wir eine Anzahl von Nachbildungen im versteinerten Zustande aufgefundener Saurier, auch einige Originale derselben zu sehen bekommen. Es gehören zu diesen seltsamen Tieren der Ichthyosaurus oder Fischdrache, der Plesiosaurus oder Schlangendrache, der Teleosaurus oder vollkommene Drache, der Pterodoctylus oder Flugsaurier, die Dinosaurier oder Schreckensechsen in verschiedenen Arten und Formen.
Ein höchst merkwürdiges Tier hat in dieser Zeitperiode seinen Ursprung genommen: es ist der Urvogel, Archae- opteryx, von dem das Senckenbergische Museum mehrere Nachbildungen besitzt.
An fosstlen und subfossilen Vogelresten besitzt das Senckenbergische Museum einige sehr seltene und wertvolle Exemplare. Hervorzuheben sind die der neuseeländischen Riesenvögel und das Exemplar eines solchen von Madagascar.
Reste fossiler Säugetiere, welche den jüngeren und jüngsten Erdschichten entstammen, finden wir im Sencken- vergischen Museum in großer Anzahl. Da ist das vollständige &iek£t titus tertiären, -dW Sirenen angehör igen.
Seekuh, Halitherium. An Resten von Huftieren sind zu erwähnen solche vom Kohlentier, Anthracotherium, vom Flußschwein, Hyopotamus, vom Flußpferd, Hippopotämus, vom Anoplotherium, vom Sivatherium, vom Riesenhirsch, vom Alces latisrons und anderen Cerviden, vom Bos etruscus, vom Dinotherium, vom Mastodon und Mammut, vom Toxodon, von verschiedenen Nagetieren, Insektenfressern, Fledermäusen und Raubtieren.
An Tieren der Jetztzeit besitzt dieses Museum in seinen Sammlungen einen großen Reichtum. Des beschränkten Raumes wegen müssen wir uns an dieser Stelle mit einigen allgemeinen Hinweisen begnügen und dürfen unS in Aufzählung vieler Einzelheiten nicht verlieren. Indem wir mit einigen Angaben über die hier vorhandenen niederen Tiere beginnen, ist zunächst auf die prächtigen japanischen Kieselschwämme, insbesondere auf euren großen becherförmigen Schwamm, Neptunsbecher genannt, aufmerksam zu machen. Bei Betrachtung der Gruppe der Polypen werden wir angezogen durch die vielgestaltigen Korallen. Da sind die merkwürdigen Fächerkorallen und die schönen Edelkorallen, und unter diesen ein Stück mit entwickelten Tieren. An Stachelhäutern begegnen wir einer reichhaltigen Sammlung. Wir sehen da u. a. Exemplare des vielarmigen Medusenhauptes (Astrophyton), verschiedene Seewalzen und Seeigel, sowie eine beträchtliche Kollektion von Seesternen. Die reiche Sammlung von Würmern ist in Gläsern untergebracht. Einen unschätzbaren Reichtum besitzt das Museum an Gliederfüßlern. Aus der Klasse der Krustentiere erregen besonders die kurzgeschwänzten Krabben, die langbeinigen Seespinnen und die langgeschwänzten Hummern und Langusten die Aufmerksamkeit des Beschauers. Von außerordentlich hohem Werte ist eine japanische Spinnensammlung, von hervorragender Schönheit die Schmetterlingssammlung und von seltenem Umfange die Sammlung der Käfer. Es sind aber diese Sammlmrgen, sowie die der übrigen Insekten größtenteils in verschlossenen Schränken untergebracht und damit für gewöhnlich der Besichtigung entzogen — Ausstellungen von Teilen dieser Sammlungen finden nur in großen zeitlichen Zwischenräumen und auch dann nur auf kurze Zeit statt. Dagegen ist eine kleinere Sammlung von schädlichen Insekten Deutschlands, in welcher die verschiedenen Stadien der Metamorphose sowie die Fraßobjekte zur Anschauung gebracht sind, beständig ausgestellt und gewährt jedem einen interessanten Einblick in das Leben dieser Schädlinge.
Die Konchyliensammlung des Museums ist von hervorragender Schönheit und bietet mit ihren gegen zehntausend Arten dem Beschauer einen imposanten Anblick. Wir sehen da die oft wunderbar geformten Muscheln der kopflosen Mollusken, die spiralig gewundenen Gehäuse der Schnecken in schönster Anordnung aufgestellt.
Unter den Fischen der Sammlungen erregen einige fliegende Fische,, Lungenfische, Haifische und schmelz
schuppige Störe und unter den Reptilien die Riesenschlangen, die giftige Klapper- und Brillenschlange, ferner die Nilkrokodile, die Leguane und die zahlreichen Schildkröten unsere besondere Aufmerksamkeit.
Zu den Glanzpunkten des Senckenbergischen Museums ehört auch 'die schöne und artenreiche Vogelsamm- u n g. Kaum eine Gattung giebt es, die hier nicht vertreten wäre. Die Blicke des Beschauers werden gefesselt nicht allein durch die Verschiedenheit der Formen, in denen Vögel sich zeigen, sondern hauptsächlich durch die Pracht des Gefieders mancher Gruppen, unter denen die Paradiesvögel die hervorragendsten sind. Die Eiersammlung bildet für den Beschauer einen besonderen Anziehungspunkt und die oft höchst kunstvoll gebauten Nester rufen unsere Bewun- .derung wach.
Sehr umfangreich ist auch die Säugetier-Sam m- l u n g. welche auch Gelegenheit bietet, äußerst seltene und dem Aussterben nahe Tiere kennen zu lernen. Zu diesen gehört insbesondere die Gruppe, deren befruchtete Weibchen keine Placenta entwickeln: die Famalie der Kloakentiere und diejenige der Beuteltiere. Die Angehörigen dieser beiden Familien weisen auf Ahnen hin, die in einer entfernt zurückliegenden Zeit, im ältesten Teil des mesozoischen Zeitalters, gelebt haben, und welche wie jene einer niederen Entwickelungsstufe angehören. Erst später, während der Kreideperiöde, sind placentale Säugetiere, also höher organisierte Säugetiere zur Entwickelung gelangt. Die Kloakentiere, sogenannt weil sie wie die Vögel eine Kloake besitzen, sind dadurch ausgezeichnet, daß sie nicht wie die höheren Säugetiere lebendige Junge gebären, sondern Eier legen, die in einer Brusttasche, einer Hauteinstülpung in der Leistengegend, ihre Entwickelung durchmachen. Ihre Verbreitung ist auf Neusüdwales beschränkt. Fast ebenso merkwürdig sind die sogenannten Beuteltiere. Sie legen zwar nicht Eier, gebären aber Junge, die noch im frühesten Fötalzustande sich befinden, und erst in einem am unteren Bauche gelegenen Beutel des Weibchens die Entwickelung zu selbständigen Individuen erlangen. Ein Teil dieser Tiere kommt nur in Australien, Neu-Guinea, auf den Molukken, ein anderer in gewissen Teilen Südamerikas vor.
Von nicht geringem Interesse sind auch die zahn- armen Tiere, insofern sie ebenfalls altertümliche Charaktere besitzen. Unter ihnen nehmen Schuppentiere, Ameisenbären, Erdferkel, Gürteltiere und Faultiere unsere Aufmerksamkeit in Anspruch.
Fischsäugetiere finden wir hier in verschiedenen Gattungen und Arten vertreten, darunter auch im Skelett den Dujong, eine Seekuh, welche mit dem oben erwähnten tertiären Halitherium die größte Aehnlichkeit erkennen läßt.
Von bedeutender Größe ist die Sammlung der Huftiere, in der nur wenige Gattungen nicht vertreten sind. Als besonders wertvoll können die drei Giraffen, die beiden Moschusochser:, das javanische Nashorn, das Fluß- pscrd mit seinem Jungen, Tapire, der Wisent und. ein
starker Elchhirsch bezeichnet' keit der Antilopensammlu^ worden.
Die Raubtier-Sa Reichhaltigkeit stets die Ar sich. Von besonderem Int, stammender mähnenloser : Tigerformen bilden klassisck. daß Inseln bewohnende Tu grötze sind als ihre Vettern nische Tiger ist kleiner als den Größen beider Inseln geringerer Größe als der
In der Afferr-Sam . morphen Affen, wie leicht stets großer Aufmerksamkeit
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Für diejenigen, welche %■ Wirbeltiere einige Kennt:« bieten gewisse Terle der Sw Museums gute Gelegenhei haltige Skelett-Sammlung Vögel, Säugetiere reichlich auch Schädel und Skelette!- da ist zweitens eine, wenn' doch instruktive zoologisch. Präparaten aufgestellt.
Aus vorstehenden üüersic die Ueberzeugung gewann bergische Museum in sei Objekte sowohl für Forsch und daß ein Besuch dessel bringend wirken kann.
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— Aus Bayreuth, 28. > Aufführung der „Götte > den Abschluß des ersten TOM alt, der von besonders tniid Zuhörer in minutenlangen zwischen scheint in den Kreist eine tiefe Verstimmung Platz Münchener Theaterunternehn am Sonntag vor acht Tagen. gerichteten Ansprache de? Bah Worten, die den Beifall der stehenden gefunden haben, einem noch heftigeren Vorstr Generalversammlung des ütoM*- £&» ta btr Sti