angehören. Eine Neuheit ist die in 3 Exemplaren Vorhandene Monocoloptera kükenthali Karsch.
Die ausgestellten Schmetterlinge umfassen die ersten Abtheilungen der Papilioniden, der sogenannten Ritter oder Schwalbenschwänze, welche am zahlreichsten und farbenprächtigsten in den heißen Ländern der Tropen Vorkommen, jedoch auch in unserm Vaterlande durch zwei Arten, den Schwalbenschwanz und den Segelfalter vertreten sind. In den ersten an die Libellen anschließenden fünf Kästen und noch in einem Theil des sechsten befinden sich die sogenannten Gistschmetterlinge, sogenannt, weil ihre Raupen sich ausschließlich von Giftpflanzen (Aristolochia-Arten)uähren. Diese Schmetterlinge sind alle für Vögel, Eidechsen, Frösche re. ungenießbar und tragen gewissermaßen zum Zeichen dessen an ihrem Leibe eine mehr oder minder ausgedehnte grellrothe sin seltneren Fällen auch gelbe) Färbung, welche als Warnfarbe schon weithin verkündet, daß ihr Träger ungenießbar ist. Diese Eigenschaft benützen einige ' Papilioniden aus andern Gruppen, deren Raupen Zitronenlaub u. dgl. nichtgistige Pflanzen fressen und welche darum ein schmackhaftes Wildpret für die obengenannten Feinde sind, um wenigstens durch einige rothe Tupfen und Striche an den Flügelwurzeln der Unterseite ihren Feinden einen rothen ungenießbaren Leib vorzutäuschen und dadurch vor Verfolgung sich zu schützen. Zu den hervorragendsten Vertretern aus der Gruppe der Pharmacophagen, der Giftschmetterlinge, dürfte der sonderbare große Papilio' priapus aus Java gehören, einer der wenigen, welche anstatt eines rothen einen gelben Leib besitzen, ferner der große geschwänzte und merkwürdig weiß getupfte
Pap. antsnoraus Madagaskar. Im fünften Kasten , leuchten uns die prächtigen grellroth und grün gefleckten Südamerikaner entgegen, darunter besonders Pap. sesosfcris und childrenae. In den folgenden Kästen schließen sich durch einige Zwischengruppen die eigentlichen Schwalbenschwänze an, bei denen anstatt des bisherigen Roth oder Grün uns das Gelb als Hauptfarbe entgegenleuchtet. Wir sehen hier die großen amerikanischen Goldkettenfalter aus der auärogsus- und tboas-Gruppe, daneben auch unfern guten deutschen Schwalbenschwanz, der aber nicht bloß bei uns, sondern einerseits bis nach China und Japan (Nr. 370 ist ein' Stück aus Nord-China), andrerseits bis Nordamerika hin vorkommt. An die Schwalbenschwanzgruppe schließen sich in den letzten Kästen die düstern, großen schwarzweißen Vertreter der demolion-, demoleus* und helenus- Gruppe aus dem malahisüM Archipel und Papnasien an. Im drittletzten Kasten finden sich die afrikanischen Vertreter dieser Gruppen. Hier sei besonders aufmerksam gemacht auf den weißen geschwänzten Pap. raerope mit seinen Varietäten, dessen Weibchen eines der besten Beispiele für die sogen. Mimicry- oder Nachahmungstheorie bieten. Diese Weibchen gleichen nämlich in Aussehen sowohl wie in Färbung nicht im Mindesten den Männchen, wohl aber aufs Täuschendste, andern Schmetterlingen aus ganz andern Familien, die durch schlechten Geruch oder Geschmack vor Verfolgung geschützt sind. Es sind zwei solcher Weibchen mit aus- stellt, beide sowohl von den Männchen wie unter sich siebst verschieden: es sind die Nummern 437 und 438, Varietäten hippocoon Fabr. und Dionysus Dbd.
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Vorsitzender: Herr Forstmeister Adolf Rörig.
Im großen Hörsaale des Bibliothekgebäudes, in welchem die von reichem Pflanzenschmuck umrahmte Büste S ö m m e r r i n g s aufgestellt war, fand heute die Fest- v sitzung zur Ertheilung des Sömmerring- Preises statt.
Nach Eröffnung der Sitzung erinnerte der Vorsitzende an die wiffenschastliche Bedeutung Sömmerrings und j an die Entstehung und Geschichte des Preises. Samuel Thomas Sömmerring, am 28. Januar 1785 in Thorn geboren, studirte seit 1774 in Göttingen Medizin und promovirte 1778 als Doktor daselbst. Noch in demselben Jahre wurde er. der Dreiundzwanzigjährige, als Professor der Anatomie nach Kassel berufen und sechs Jahre später nach Mainz. Als hier 1798 die Universität aufgehoben wurde, siedelte er nach Frankfurt a. M. über. Die Akademie der Wiffenschaften in München ernannte ihn 1804 zu ihrem Mitgliede, die bayerische Regierung verlieh ihm die Würde eines Geheimrathes und der König den Adelstitel. Im Jahre 1820 kehrte er nach Frankfurt zurück, wo er am 2. März 1830 starb.
Bekannt find seine zahlreichen Arbeiten, die Resultate feiner Forschungen auf dem Gebiete der Anatomie und Physiologie insbesondere des menschlichen Körpers. Bekannt ist er auch als Erfinder der elektrischen Telegraphie. In dankbarer Anerkennung seiner Erfolge auf naturwissenschaftlichem Gebiete hat die Nachwelt ihm hier in Frankfurt ein ehernes Standbild errichtet.
Am 7. April 1828 konnte Sömmerring hier sein 50- jähriges Doktor-Jubiläum feiern. An diesem Tage konnten dem Jubilar drei, auf der einen Seite mit seinem Brustbilde, auf der anderen mit einer Abbildung der „dusis enaepbnti hutnani" gezierte Medaillen, die eine aus Gold, die andere aus Silber, die dritte
Wenn in diesem IZahre von der Jnnehaltung dieses Tages abgewichen wird, so liegt dies in dem Umstande, daß der 7. April auf den Ostertag fällt, wodurch eine Verschiebung des üblichen Tages der Festsitzung noth- wendig wurde.
Am 7. April 1837 konnten der erste Preis und die erste silberne Medaille ertheilt werden. Dieser ersten Preis-Zuerkennung folgten dann jedesmal nach Ablauf von vier Jahren die folgenden Preis-Ertheilungen.
Für die diesjährige Preis-Ertheilung ist eine Kommission ernannt, bestehend aus den Herren Geh. Med.- Rath Professor Dr. Weigert, Geh. Med.-Rath Professor Dr. Ehrlich, Professor Dr. Edinger, Professor Dr.z Möbius, Professor Dr. Reichenbach und Professor Dr. Lepsius.
Herr Geheimrath Weigert, als Vorsitzender der Kommission, berichtet über die in Betracht gezogenen Arbeiten und theilt mit, daß die Kommission Herrn Professor Dr. Franz Nißl für seine Arbeiten über die Ganglienzellen den Preis zuerkannt hat.
Namens der Gesellschaft dankt der Vorsitzende, Herr Forstmeister A. Rörig, den Herren von der Kommission für die in dieser Angelegenheit bewiesene Mühewaltung sowie für die Berichterstattung. Er schließt hierauf
die Sitzung. __
aus 'Küpfer hergestellt, überreicht werden. Aus .den Ueberschüssen, welche die'Beiträge für Herstellung dieser Medaillen gewährten, wurde ein Sömmerring-Preis gestiftet, dessen Höhe auf 300 Gulden festgesetzt wurde. Dieser Preis sollte jedesmal Demjenigen zucrkannt werden, welcher innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes die nach Ansicht der Preisrichter bedeutendste Arbeit im Bereiche der Anatomie und Physiologie geleistet habe. Dieser Zeitabschnitt wurde auf je vier Jahre und der Tag der Preis-Zuerkennung auf den 7. April festgesetzt
ssrscherrderr Gesellschaft.
Frankfurt a. M-. 30 . März 1901.
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