Wissenschaftliche Sitzung der Seneken-

Jn Verhinderung des 1. Direktors, Herrn Oberlehrer I. B l u in, begrüßt der 2. Direktor, Herr Forstmeister A. Rörig, die Versammlung zum neuen Jahre, dankt den aus der Direk­tion ausgetretenen Herren vr. med. A. Knob­lauch und Dr.med. E. Rüdiger für ihre umsich­tige und erfolgreiche Amtsführung und ertheilt alsdann das Wort dem korrespondirenden Mitgliede Herrn Dr. G. G r e i m aus Darmstadt zu seinem Vortrage über

AieWarmeverhärtniffe i» den höheren Luftschichten.

Nach kurzer Einleitung wendet sich der Vortragende zu dm zwei Methoden, mit denen man die Wärmever­hältnisse der höheren Atmosphärenschichten studiren kann, den meteorologischen Beobachtungen auf Bergen und den Beobachtungen im Ballon. Beider Vorzüge und Nachtheilen werden erörtert und die Resultate der Be­obachtungen diskutirt. Die aus die erste Weise gewon­nenen ergeben die Temperaturverhältnisse des sogenann­ten Höhenklimas, dessen charakteristische Züge, die große Intensität der Bestrahlung und die im Mittel sehr gleich­artige Abnahme der mittleren Temperatur hervorgehoben

Samstag, den 5. Januar 1901.

werden. Für die Verhältnisse der freien Atmosphäre können jedoch diese Resultate nicht ohne weitere Beding­ungen in Betracht kommen, daher erklärt sich die Wich­tigkeit der Ballonbeobachtungen für die Meteorologie. Nach kurzem Rückblick aus die Entwicklung der wissen­schaftlichen Ballonfahrten werden die Resultate der neuen Fahrten des Berliner Vereins für Luftschisfahrt mitgetheilt, die eine gänzliche Umgestaltung unserer seit­herigen Ansichten über die Zustände in den höheren Luft­schichten bewirkt haben. Insbesondere wird eingehender an der Hand von Tabellen die mittlere vertikale Tem­peraturabnahme in der freien Atmosphäre und die Schichtung der Luft nach Wärme usw. betrachtet und die Verhältnisse mit den auf den Bergstationen gefundenen verglichen, dann Temperaturwerthe von tausend zu tau­send Metern mitgetheilt und die Temperaturabnahme nach oben in ihrer Abhängigkeit von den Jahreszeiten j und von der Witterungslage betrachtet. !

Mit herzlichen Worten des Dankes für den mit > großem Beifall aufgenommenen, interessanten Vortrag, schließt der Vorsitzende die Sitzung.

dev Si

Samstag, den 19. Januar 1901.

Dvrsttzender: Herr Oberlehrer I. Blum.

Herr Direktor Dr. A. S e i tz spricht über:

Merftch und Thier in den tzrspen."

Mit der Beschaffenheit, die der menschliche Körper in unseren Breiten besitzt, vermag er unter den Tropen nicht auf die Dauer zu existiren; Jeder, der in die Tro­pen zieht, macht daher eine innere Verwandlung durch, was man als den Akklimatisaiionsprozeß bezeichnet. Unter Anderem gehört dazu das bekannte Braunwerden der Haut, was eine Selbsthülfe der Natur darstellt, die durch Einschieben einer dunklen Farbstoffschicht unter die Oberhaut die tiefer gelegenen, empfindlichen Organe gegen die sengenden Strahlen der Tropensonne schützt. Nicht nur der Körper, sondern auch der Charaker der Weißen wird geändert und oft werden aus zaghaften und unselbstständigen Naturen zielbewußte, energische und leistungsfähige Menschen. Auch der ständige Ver­kehr mit ungebildeten und kindlichen Eingeborenen ver-- fehlt seinen Einfluß auf den cingewanderten Kolonisten nicht. Die Eingeborenen der farbigen Rassen sind keineswegs Wilde im gemeinen Sinne des Wortes, son­dern zumeist recht gutmüthige und friedliche Menschen, von einem oft bewunderungswürdigen natürlichen Takt­gefühl, was man besonders schätzen lernt, wenn man, wie

der Vortragende, als Arzt und daher intimer mit den Eingeborenen verschiedener Rassen zu verkehren hat. Aeußerlich sind die Eingeborenen der heißen Länder meist abschreckend häßlich, besonders die Weiber; auch ruft die Annäherung an die oft mit abstoßendem Rassen­geruch ausgrstaiteten Neger' und Papuas bei jedem Ge­bildeten Widerwillen hervor. Von Charaktereigenschaften sticht bei den Tropenbewohnern eine Trägheit hervor und ein großer Hang zum Umherlungern und Schwatzen.

Im Gegensatz zu der Trägheit der Menschen steht die gesteigerte Lebendigkeit der Thierr. Die gesammte Fauna der Tropen trägt ein überaus buntes Kleid, das durch die Lebhaftigkeit der Individuen noch abwechslungs­reicher gestaltet wird.

Das Verhaktniß der Menschen zu den Thieren ist in, der heißen Zone ein weit lockereres als bei uns, und die meisten Naturvölker sind heute außer Stande, in der Rassenzucht etwas zu leisten; sie behandeln die Haus-, thicre brutal und der Nutzen, den sie aus ihnen ziehen, Ist gering.

Zum Schlüsse spricht der Vorsitzende deni Redner für seinen interessanten, mit lebhaftem Beifall aufgenomme­nen Vortrag den wärmstes Dank der Gesellschaft aus.

der Serrekerr-

*** S yn _

-IS uoiMssnyH 3}($ 'qu WiJfilipr

-;nsq isq usqvjZusgsJ mq gsösriU uröiiü.vlllhisio pnMn squsisshisg goq gig ' 3 fpiqu 3 Uft sui >

-isa ivMH jaguagrg qun poiquvZ, uahft z;qvsflpvaq guvichftnsE hwu (ppijutug gnv MvZ) gsnboJ uaq eh isq ssinj;uvi§ ur'uvnsW Zv;tz;;vM chinq LuoSuiZ ouvj 3ij qun usftsh schnür LunirqvU si(§ 'uwMqoiH isq rssvM isq is;un us;rsgiK ueih; ui isqurm isqo ihsuc uchanra sst 'uruuwH 'ismm!?Z gruqoZ 'gijog) ;;S *i3{g -usphzwK ftvhihs; wsq rtznrm gvE

';rsig zi3hurs;tz>n^ rqusxsichjis suis tzisi ;chom chrchvwgv isgv 'us;irai nk ischfrrsjvm chou 'ivbaf ;xniö gs 'nk ;ishish>rZ> uv ustzift.uchs; srq chaa;

usuchsu uv unu uaa ssöuo;söuo h;rusF msihr jnv ssun; -Zuoisvissn^ schftnsq srq ivcu Min® qun ungjaC? mm ffi aaq llchhwjmZ ussschoh isihr ;;m ssunU-tzisW -LircutzS sjsrq ;xscuie urgsF uaa r;mZ sur^) '«nv sq;W

lstag ,den 2. Februar 1901. .

Schutzimpfung bei tzHakers, Fyphus, West und hocken.

Der Vortragende geht nach einer Schilderung dessen/ man unter Schutzimpfung versteht, auf allgemeine Besprechung der Immunität zu­nächst ein, da ja diese durch jede Schutz­impfung erzielt werden soll. Die erworbene ! Immunität wird nun durchaus nicht nur durch Schutz­impfungen hervorgerusen, sondern sie tritt nach dem Ueberstehen jeder Infektionskrankheit ein und ist über­haupt die Bedingung zur Genesung. Unsere Schutz-

was

eine