bandförmig- Blätter, die in einzelne schmale Bänder zer­rissen werden, und diese legen sich rings um den Stamm flach aus die Erde. Es sind die zwei einzigen Laubblätter, welche die Pflanze nach den Keimblättern bildet, obwohl sie hundert Jahre alt werden soll: die Matter vertrocknen an den Enden und wachsen an ihrer ^ Basis weiter. Aus den Llatiachseln erheben sich die Blüthenrispen, männliche und weibliche getrennt, wahr­scheinlich sogar aus besonderen Pflanzen. t Die männ­lichen Blüthen stehen in kleineren. die weiblichen in grö­ßeren Zapfen vereinigt, letztere bilden bei der Reife der platten, geflügelten Samen ein tannenzapsenähnliches Gebilde von leuchtend karminrother Farbe. Di- Gatt­ung Welwuscliia bildet mit Epliedra, deren Arten blattlose ginsterähnlich- Srräucher sind, und mit Gnetum, deren Arten als breitblättrige Bäume oder Lianen austreten, die tleine Familie der Gnetaceen und diele schließt sich zunächst an die Koniferen an.

Mit der Welwitselim erhielt das Museum noch einige - Charakterpflanzcn aus Südafrika, von denen er­wähnt sei:

Karpagaplevtoir proemnbons DC., eine Peda- liacee, deren Früchte mit gewaltigen dornigen Fort­sätzen versehen sind, durch ioelche sich die auf der Erde liegenden Früchte leicht an die Füße größerer herum­streifender Thtere heften, uni von diesen verbreitet zu werden.

Af-aeia liorrida Willd. zeichnet sich durch ihre riesigen weißen Dornen aus, deren Besitz sie zur Her­stellung undurchdringlicher Hecken geeignet macht,' die Pflanze liefert auch einen Theil des sogen. Kap-' gummis.

Aus einer Zuckerrohrplantage in Java stammen die 3, in Formal kcnservirten Halmstücke von drei ver­schiedenen Sorten von Sacdsanm. öfficinarum L.; sie haben ihre eigenthümlichen Farben, die besonders zur Unterscheidung der Sorten dienen, gut bewahrt und Zeigen, daß sie nicht, wie andere Grashalme, hohl sind: enhält doch gerade das Mark hauptsächlich den Rohr­zucker, der daraus gewonnen wird.

Eine andere wichtige Kulturpflanze der Tropen ist die Yamswurzel, Dioseorea alata L., eine windende Pflanze mit geflügeltem Sicngel, ursprünglich in Ost­indien einheimisch, jetzt wie 1>. sativa E. in allen Tropenländern, wo sie unsere Kartoffel vertritt, an­gebaut. Die Knollen werden Vi-: 1 / 2 Meter lang und 1010 Zentimeter dick und 15 Kilogramm schwer. In Japan und China wird mehr I). datatas Decne., bte etwas andersgestaltete und kleinere Knollen hat, gebaut' sie wird auch Damswurzel oder Batate genannt.

Aus dem hiesigen botanischen Garten stammt das Exemplar von Dasylirion acrotricliuin Zuec. mit sei­nem riesigen Fruchtstand. Die P.lanze wurde seit 1869 im Garten kultivirt und ist mindestens 35 Jahre alt. Ter holzige zylindrische Stamm trägt oben eine Ros.tte steifer grasartrger Blatter und ist mit den Narben der abgestorbenen Blätter bedeckt. Die Blätter sind von vornherein an der Spitze trocken und gelb, nur die unte­ren 3 Viertel sind frisch und grün. Durch die trockenen, in Fasern ausgelösten Blattenden sollen offenbar die Thiere von dem Verzehren der Blätter abgeschreckt wer­den. Aus dem Blattschopf erhob sich mit einem Male

am 31. August die Spitze des V'.ütyenschaftes, welcher sich bis zum 6. Oktober verlängerte und die Höhe von 2,86 Meter über dem Stammende erreichte. Der Zu­wachs wurde täglich vom Vortragenden gemessen und betrug in der ersten Zeit zirka 910 Zentimeter pro Tag, allmählich verringerte sich die tägliche Zuwachs­größe auf weniger als 1 Zentimeter. Aus den dicht ! stehenden Schuppenblättern streckten sich die Blüth-n- rispen hervor, die nur weibliche Blüthen trugen. Diese sind unscheinbar und grünlich, wurden aber ibr s Honigs wegen eifrig von Fliegen besucht. Bei dem Feh­len des Pollens die Pflanze ist ein weibliches Ex:m- plar konnten sich keine Samen in den Fruchtknoten entwickeln, und die gebildeten Früchte blieben taub und sielen größtentheils ab. Da der ganze Gipfel der Pflanze zur Bildung des Blüthenstands verbraucht wird so muß sie danach absterben. Das Vaterland dieser Art ist Mexiko, und daselbst, rcsp. in Texas, sind alle, etwa 10 Arten der Gattung Dasylirion, die mit Draoaona nahe verwandt ist und zu den Liliaceen gehört, heimisch. /

Im botanischen Garten befindet sich ferner ein Exem­plar der Zwergpalme <('!>amae-rop8 ihumilis L.) aus dem Meditterangebiet. Tie Pflanze, 3035 Jahre alt, mit einer Stammhöhe von 1 Meter, hat ihre Altersgrenze erreicht und bildet seit diesem Sommer nur noch win­zige, rudimentäre Blatte" dafür aber um so mehr Blüthenrispen, von denen die 6. in diesem Herbst in der Anlage begriffen ist. Die vorhergehende ist für das Museum in Formal kcnservir^ worden und zeigt noch ihre schöne, leuchtend gelbe Farbe

Von den Früchten der nur auf den Sechellen vorkom­menden Palme Eodoicea Sechellarum Labill. hat das Museum jetzt auch ein Exemplar erworben. Die­selbe, die sogmannte Doppelkokosnuß, hat wie die echte Kokosnuß im natürlichen Zustande noch eine große Faser­hülle und ist die größte aller Baumfrüchte.

Nach Hinweisung auf einige andere bemerkenswerthe Objekte der Sammlung legt der Vortragende noch em Werk vor, das die Administration der Dr. Senck-nber- gischen Stiftung für die Bibliothek erworben hat: eine Sammlung von zirka 80 Or.ginalabbildungen von Pflanzen aus dem Senckenbergischen botanischen Gar­ten, die der Frankfurter Maler und Kupferstecher Jo­hann Heinrich Wicker (17231786) sehr sorg­fältig und sauber in Farben ausgeführt hat; die darge­stellten Pflanzen gehören zu den im Allgemeinen häufig kultivirten Arten.

Der Vorsitzende dankt den Sektionären für ihre inter­essanten^ Erläuterungen der ausgestellten Objekte, wie für das rege Interesse, welches sie fortdauernd den ihnen unterstellten Abtheilungen des Museums entgegenbrin­gen/und theilt zum Schluffe noch mit, daß mit Ablauf des Jahres statutengemäß der erste Direktor Herr Dr. August Knoblauch, und der erste Sekretär Herr Dr. Ernst Roediger aus der Direktion ausfcheiden werden. An ihre Stelle sind in der Verwaltungssitzung vom 12. d. Mts. für die Jahre 1901 und 1902 Herr Oberlehrer I. Blum zum ersten Direktor und Herr Dr. E. Hergenhahn zum erstm Sekretär gewählt worden. Mit dem Wunsche, daß sich d.e wissenschaft­lichen Sitzungen der Gesellschaft auch im neuen Jahre des gleichen, lebhaften Jntereffes der Zahlreichen Zuhörer erfreuen mög n, wie seither, schließt der Vorsitzende die letzte Sitzung des Jahres 1900.