ptn iio.t 11)00 .ocrr F r. ?A e w t e r, der sie auch sofort als Svringsrosch erkannte, die Art zum ersten Mal auf der rechten Mainseite zwischen Ginnheim und Praun­heim, und zwar in mehreren Stücken, gefangen. Dieser schön gefärbte Frosch bat eine weite Verbreitung und geht von Frankreich östlich bis zu den Kaukafusländern und dem Südwestrand des Kaspisees, scheint aber bei unS nur sporadisch im lichten Unterholz jungfräulichen Waldes zu leben.

Von fremdländischen Fröschen legt der Redner ferner ein sehr merkwürdiges Thier vor, einen Vertreter der K r a l l e n k r ö t e n (X onopus muelleri Pts.) vom Kenia in Britifch-Ostasrika. Diese ausschließlich ans Wasftrleben angepaßken Thiere sind nicht bloß durch je drei schwarze Krallennägel ausgezeichnet, die sie an den Schwimmsüßen tragen, sondern sie znchnen sich auch mit den amerikanischen Wabenkröten (Pipa) und der a'ri- lanischrn. Hestfingerkröie (I Lyioenocliirus b nett gen Torn,), ihren nächsten Verwandten, dadurch vor allen übrigen Froschlurchen aus, daß ihnen jede Spur einer Zunge fehlt.

Die große ausgestellte M e c r e ch s e (Amblyrhyn- c-tms crisUUus Pell.) stammt von den Galupagos- Jnseln. Die Beobachtung ihrer Lebensweise verv e wir C h. Darwin, die dadurch besonders auf'ällia erscheint, daß das Thrcr auf Felsen an d r Meeresküste wohnt und abweichend von allen übcg n Eid chfen das Meer freiwillig aufsucht, um hier zu baden und zu tau­chen und ihre in Seetang bestehende Nahrung auf­zusuchen. Weiter als zehn Schritt vom Ufer ins Land hinein geht sie selten; tiefer im Lande trifft man nur gelegentlich kleinere Stücke. Sie kann 12 Kilogramm schwer werden.

Weit merkwürdiger noch als diese Eidechse snd die beiden ausgestellten R i e s e n l a n d s ch i l d k r ö t e n , Testudo vieina Gtlir., ebenfalls von den Galapagos stammend, und Testudo eleplmniina D. B. von Alda- bra. Eine dritte Art, die der Gesellschaft gehört, lebt in drei Prachtstücken im hiesigen Zoologisch n Garten. Es ist dies die werthvolle Te-tndo daudini I). B., gleichfalls von Aldabra. Diese riesengroßen, langhalsigen, einfarbig schwarzen Arten sind die letzten kostbaren Neste einst häufiger Arten, die in der Jetztzeit aur nur zwei Gruppen kleiner Inseln, die Aldabra- ur>d die Galüpagos-Gruppe, be­schränkt sind. Die meisten der im Laufe der letz er vier Jahrhunderte bekannt gewordenen Arten von Riesen­schildkröten sind bereits ausgestorbcn, was auch seit etwa 60 Jahren von T. dar.dini I K.. galt, bis sie D .

A l s r. Boeltzkow, dem die Gesellschaft ihre leben­den Stücke verdankt, neuerdings auf Aldabra wieder auffand und in etwa einem Dutzend Stücken e beutete. An der Hand der Verbreitung der verschiedenen (6) Riesenschildlröten-Arten auf den einzelnen Galüpagos- Jnseln und der übrigen dort lebenden Thier- und Pslanzensormen hat G. Vaur unlängst den Ve.such gemacht, die Entstehung.?- und Best.delungsgeschichte die-! ser Jr'lrln. die er als vom. amerikantn^ ac*n *-l geologische Umwälzungen abgetrennie Gebiete auffaßtsi zu erklären. Er kommt bei diesem Versuche zu der gleichen Anschauung, die der verstorbene M orizWag- ner zuerst betonte, daß tu erster LinieJsolirung von Individuen einer Threrart den Anstoß zur B.ldung neuerArten" gebe, eine Ansicht, die übrigens die mei­sten jetzt lebenden Systematiker theilen.

Ten Schluß bilden Notizen über zwei Chamae- l e o n-Arten, Olrarnaeleorr jacksoni Bigr. vom Kenia­gebirge, welche die Gesellschaft wie die vorhin erwähnte- Krallenkrdte der Güte des so jäh verstorbenen AMa- sorschers Dr. G. Kolb aus Wiesbaden verdankt, und Oli. eephalolepis Gtlir. von den Komoren. Von die­sen seltenen Thieren ist es namentlich das Männchen des ersieren, das durch drei kopflange, nach vorn ge­richtete, geringelte, spitze, starre Nasenhörner nicht bloß einen höchst abenteuerl.chen Eindruck macht, sondern auch zu rathen ausgibr, wie das Thier sich eigentlich mit diesem sonderbaren Nasenschmuck ernähren kann. Dem Weibchen der Ehamaeleon-Arten fehlt solcher Kopf­schmuck in den meisten Fällen gänzlich. Eine Erklärung für diese Nasenzierde ist noch nicht gefunden.

Im Anschlüsse hieran zeigt Herr Oberlehrer I. B l u m eine trächtige, in Alkohol konservirte Kreuzotter, deren ausgereifte Jungen durch Präparation freigelegt |

worden Mb. Das Thier stammt aus Karolinenhorst I ini Kreise Narigard (Pommern), auf dessen ausgedehn- > ten Torfmooren die dortigen B'wohner in diesem Jahr 330 Kreuzottern erbeutet haben. Dieser außergewöhn -1 liehe Schlangenreichthum ist wahrscheinlich die Folge des vorangegangenen milden Herbstes, in dem sich die jun­gen Thiere gut entwickeln konnten.

Herr Hofrath Dr. B. H a g e n demonstrirt sodann die neuerworbenen Schmetterlinge, zunächst eine reichhaltige Kollektion aus Dell auf der Ostküste Sumatras. Es befindet sich darunter ein Weibchen der Hypolimnas anomala, welche Art dadurch interessant ist, daß sie W a l l a c e ein Paradebeispiel für seine be­rühmte Mimicri-Theorie gelte, ert hat. Während nämlich durch die ganze Schmetterlingswelt der Zug geht, die Weibchen als den hauptsächlich art-erhaltenden Theil durch unscheinbare, dunkw Farben zu schützen, ist hier im Gegrniheil das Männch.n dunk.l und unsche nbar gefärbt, während die Flügel des Weibchens im strahlend­sten Blau erglänzen. Aber gerade dadurch, so behauptet Wallace, wird das Weibchen außerordentlich ge­schützt; denn es gleicht nun so auffallend einer anderen, für Vögel, Eidechsen usw. völlig ungenießbaren und darum unverfolgten Art, der bekannten Trepsietrrois midamus, daß es hierdurch einen besieren Schutz ge­nießt als durch einfache, dunkle Färbung. Eine Stütze für diese Theorie kann man darin sehen, daß die Weib­chen von Hyp. anomala nur dort blau werden, wo cuch das nachgeahmte Thier häufig ist, aus den großen Sunda-Jnseln; sobald man weiter nach Osten über die bekannte W a l l a c e 'sche Grenzlinie hinausgeht, nach den Molukken und Neu-Guinea, wird die Dr. midamus zu einer großen, sporadisch.n Seltenheit, und sofort ver­schwindet auch das Blau von den Flügeln der Hyp. .momala. Einige derartige Exemplare sind ausgestellt und dienen als Beleg für das Angeführte.

Ein anderes interessantes Thier dieser Sammlung ist die große Hesperiide Hidari irava. Es ist ein Schäd­ling, der sich besonders von den Blättern der Kokos­palme nährt, namentlich der jüngeren, 4 bis 6 Jahre alten Pflanzen, so lange sie sich noch nicht so hoch über den Erdboden erheben. Er kann in den Tropen in den jungen Kokosplantagen einen ebenso großen Schaden an- ricbten wie der Ringelspinner oder die Nonne in unseren Gegenden. Wenn man eine von diesem Schmetterling beimgesuchte Kokosplantage betritt, erblickt man eine fürchterliche Verwüstung; alle Bäume sind ihrer Blätter bis auf das letzte Fäserchen beraubt und starren trostlos wie eine Reihe ausrechtstehender Besen gen Himmel. Ein Gegenmittel gegen diese Plage ist von den indolenten Malaven noch nicht versucht worden.

Außer den sumatranischcn Schmetterlingen d monstrirt der Redner noch einige aus den französischen Besitzungen Hinter-Jndiens stammende Arten, ein werthvolles Ge­schenk des Herrn Rittergutsbesitzers Treichel in 1 Hvchvaleschken, einige amerikanische und ostasirtischr Arten, welche der Direktor des hiesigen Zoologischen Gartens, Herr Dr. A. Seitz, im Tausch gegen eine Anzahl Doubletten dem Museum überlassen hat, uno eine Reihe anderer erotischer Schmetterlinge, welche seit- ; her in der Sammlung gefehlt haben und von dem Seltionär selbst in hochherziger Weise der Gesellschaft zum Geschenk gemacht worden sind.

Auch Herr Dr. Fischer, der kürzlich einen an- eiebenden Vortrag über seine Züchtungsresultate von Schmetterlingsraupen gehalten hat, hat dem Museum wiederum eine Reihe von Wärme- und Kälte-Vametätm überwiesen und dasselbe dadurch in den Besitz einer fcyr I werihvollm Suite dieser hochinteressanten Schmetter­lings- Aberrationen gebracht.

Schließlich legt Herr Professor Dr. Möbius einige neu erworbene .Objekte der botanischen S a m m - l u u g vor:

1. ein mittelgroßes trockenes Exemplar der Welwit- scbia mirubiiis Hook., der absonderlichsten Pflanze,

did wir kennen. Diese Art, die einzige ihrer Gattung, wurde 1860 in den Wllstengebietcn des südwestlichen Afrikas entdeckt. Sie erhebt ihren kreiselförmigen Stamm etwa fußhoch über den Boden, seine obere, innen vertiefte Fläche kann einen Umfang von 4 Meter er­langen und von ihrer annähernd kreisförmigen Peri­pherie entspringen aus zwei Furchen zwei riesige Breite