letzteren feinten butcl) Tausch mit Bein forrejponbitenben Mitglieds Herrn Grafen Hans von Berlepsch acht fehlende Arten und mehrere bnrch Kauf, so baß die Papageisammlung jetzt 298 Arten zählt. Sehr schön sind 2 Tanden aus Neu-Guinea und ein Vogel mit bicfem, kurzem Schnabel, Clytoceyx rex, gehört trotz dieser Eigenthümlichkeit zu ben Eisvögeln, bereit Schnabel ja sonst als schlank bezeichnet werden kann.
Zn den ausgestellten Diplopoden und ChiIo° poden, 217 Arten aus 49 Gattungen in 453 Exem- plaren, die von dem Privatdozenten Dr. Cart Verhoeff in Bonn erworben wurden, gibt Herr Major Dr. v. Heyden, der die Thiere in die Musealsammlung systematisch eingeordnet hat, folgende Bemerkungen:
Die ausgestellten 2 Ordnungen gehören in die Klasse der Myriapoda (Tausendfüßer). Diese zerfallen, soweit sie in Europa Vorkommen, in 4 Ordnungen:
I. Chilopoda, die eigentlichen Tausendfüßer.
II. Symphyla, mit der einzigen Gattung Laolo- pendrella, sehr kleine 2-8 Millimeter lange, weiße Thierchen.
III. Pauropoda, sehr kleine schnellfüßige, wenig chitinirte Arien.
„iy° -Diplopoda. Diese zerfallen wieder hauptsächlich in 3 Unterordnungen:
a) Glomeridae (Asseln). Sie können sich zu einer Kugel zusammenrollen und haben 13 Rumpfsegmente.
b) Polydesmidae. Mit 19 Rumpssegmenten, welche plattgedrückt und ringförmig geschlossen sind.
v) Julidae. Körper drehrund zylindrisch.
Bon den vorliegenden Arten sind die Hälfte Originale, nach welchen der Autor seine Beschreibungen entworfen hat und die schon deshalb wissenschaftlich sehr werthvoll sind. Die Arten sind aber auch ferner von Interesse, weil sie meist aus wenig bereisten Gegenden stammen, wie Süd-Dalmaticn, Herzegovina und Bosnien. Biele Arten sind Höhlenbewohner und da sie stets im Dunkeln leben, so sind die Augen verkümmert oder ganz geschwunden. Die Farbe ist bei ihnen meist hellgelb oder weißlich, ebenfalls eine Folge des Lichtmangels.
Ueber die ausgestellten Schmetterlinge äußert sich Herr Hofrath Dr. B. Hagen wie folgt:
Der Zuwachs in der Abtheilung für Schmetterlinge unseres Museums im abgelaufenen Jahre ist quantitativ kein großer. Das, was Sie hier in diesem Kästchen sehen, ist Alles. Qualitativ aber halte ich dasselbe für so wichtig und interessant, daß ich Sie bitte, mir Ihr Ohr für einige Minuten zu einer kurzen Besprechung zu leihen.
Die vorliegenden Schmetterlinge sind dem Sencken- beiaikcken Museum zum Geschenk gemacht worden von Herrn Dr. E. Fischer'in Zürich, einem jungen Arzt, der sich in der Lepidoptevologenwelt eines sehr geachteten Namens als Experimentator sowohl wie als Theoretiker erfreut, und sie bestehen aus einer Reihe sehr interessante: Varietäten von europäischen Tagfaltern aus der Gattung Vanessa, die Ihnen ja bekannt und geläufig sind. Sie sehen hier den kleinen und den großen Fuchs, das Tagpfauenauge und den Admiral, aber in theilweise recht merkwürdigen und weitgehenden Abänderungen.
Dr. Fischer hat diese Formen auf experimentellem Wege, also künstlich, zu Stande gebracht durch Kälte- einwirkung aus die Puppe in einem gewissen Stadium, und zwar durch Kältegrade, die bis —20 Grad Celsius herabgehen. Es ist nicht meine Ausgabe, Ihnen hier das Verfahren näher auseinanderzusetzen; wer sich dafür interessirt, den bitte ich, sich hier diese Publikationen anzusehen, die Herr Dr. Fischer uns ebenfalls in liebenswürdigster Weise zum Geschenk gemacht hat und die mit schönen und außerordentlich lehrreichen Abbildungen versehen sind.
Diese Fischer'schen Experimente sind für die biologische Forschung äußerst wichtig und bedeutungsvoll und ihre Tragweite ist noch gar nicht annähernd abzuschätzen.
Die ausgebreitete Fläche des Schmetterlingsslügels mit ihrem zarten Farbenschmelz ist bekanntlich eines der am feinsten und promptesten reagirenden biologischen Versuchsobjekte, und die Fischer'schen Versuche, die ja nicht allein stehen, sind für die Frage der Entstehung und Umbildung der Arten, der Varietäten und Aberrationen
von grundlegender Bedeutung.
Ich kann Ihnen unmöglich alle die Fragen und Fol-, gerungen und Konsequenzen, die sich aus diesen Versuchen in unendlicher Mannigfaltigkeit ergeben, hier zur Sprache bringen, denn Fischer sagt selbst: „Es ist ersichtlich, daß hier noch ein fast endloses Feld der inter- esiantesten und dankbarsten experimentellen Untersuchungen betreten'werden kann. Ich bin überzeugt, daß man mit den Vaneffen allein ein ganzes Menschenleben hindurch eisrigst experimentiren könnte und selbst dann Noch an keinem Ende angelangt wäre, denn je mehr Experimente' man in zweckmäßiger Weise ausführt, desto zahlreichere und überraschendere Erscheinungen werden dadurch hervorgerufen, die einem ihrerseits wieder neue Gedanken aufdrängen und damit zu neuen Experimenten führen!"
Aus der Fülle von neuen Thatsachen und Gesichtspunkten möchte ich nur die folgenden hervorheben:
Es ist thatsächlich möglich, durch ein geeignetes experimentelles Verfahren alle Puppen ohne Ausnahme zur Annahme eines aberrativen Kleides zu zwingen. Ein nennenswerther Unterschied besteht nur zwischen den Geschlechtern, indem das weibliche Geschlecht das konservativere ist, das die ererbten Merkmale am zähesten sest- hält und sich in geringerem Grad verändert als der Mann. Ebenso existiren Unterschiede in dem Grad der Variabilität der einzelnen Merkmale; manche werden gar nicht affizirt, manche sehr leicht, und dies eröffnet, uns eine Perspektive auf den Weg, den die einzelnen' Arien in ihrem Werdegang genommen haben. Leichter wegzuexperimentirende Kennzeichen werden zeitlich die jüngeren, weniger festhastenden sein, zäher haftende die älteren.
Die Formen, die wir aus Temperaturexperimenten erhalten können! sind nicht ein willkürliches, kunterbuntes Gemisch aller möglichen Variationen und Aberrationen, sondern es sinb stets solche, die in derselben Entwicklungslichtung sich bewegen: entweder rückwärts schreitend durch Elimination der im Laufe einer gewissen Zeit 1 erworbenen Zeichnungs- und Färbungsiheile, oder vor- > wärtstreibend durch Beschleunigen der Entwicklungsrichtung der Zeichnungs- und Färbungsanlagen.
Daraus aber folgt das verblüffende Faktum, daß wir uns aus den heutigen lebenden Formen nicht nur das Thier wieder lebendig Herstellen können, wie es vor vielen Jahrtausenden, speziell zur Eiszeit, ja nach Fischers Meinung sogar zur Miocänzeii, gewesen ist, sondern daß wir auch schöpferisch uns den Schmetterling Herstellen können, wie er nach Tausenden und Abertausenden von Jahren sein wird.
Es liegt etwas überwältigend Faszinirendes in diesen Experimenten und den sich ergebenden Folgerungen.! Welch einen tiefen Blick in die Werkstätte der Mutter 1 Natur können wir hier thun! Wir winzigen Menschenwichtlein fallen ihr, der Allgewaltigen, in den Arm, und zwingen ihre Geschöpfe, sich wieder rückwärts zu bilden bis zur Stammform, aus der sie entsprossen sind! Aber nicht genug damit, wir können sie auch zwingen, ihren Gang zu beschleunigen und, die Zukunft m s enthüllend, lebendig vor uns zu erscheinen in dem Gewände, welches sie in einer nebelgrauen fernen Zukunft zu tragen bestimmt sind.
In der That, das sind Ausblicke, so weit, so reich, so überwältigend verheißungsvoll, daß uns beim Äus- denken aller Folgerungen und Konsequenzen die Sinne schwindeln und uns fast ein Grauen ankommt vor der gewaltigen Macht des menschlichen Geistes!
Herr Prosissor M. Möbius bespricht eine Anzahl von Schenkungen und käuflichen Erwerbungen, die hauptsächlich in der allerletzten Zeit die botanischen Sammlungen vermehrt haben. Zuerst werden vor- üeleqt einige getrocknete Pflanzen aus dem sogen.
Herbarium analytieum (bezogen von H. Bujsman in Middlebura, Holland) und zwar die Muskatnuß (Myristica fragrans) vom malayischen Archipel, der Cacao (Theobroma Cacao) aus «sübatnerifa, ber Sapotillbuum (Achras Sapota) aus dem tropischen Amerika, der Cassava st rauch (Manihot utilissima); ebendaher und die Baumwolleustaude (Gossypium herbaceum) aus Mittel- und Südasien stammend.
Es sind dies wichtige Kulturpflanzen der warmen Länder, deren Blüthen man kaum in den botanischen Gärten zu sehen bekommt: in diesem Herbarium sind