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flovbnie ©cncvalor^t ®tei nf)nnf t n geschenkt hat, sowie Schmetterlinge und Käfer aus der Reiseausbeute Kükenthals. Es sei hier besonders auf die Schmetterlings-Gattung Ornithoptera, die Vogelflügelige, ans der Familie der f ch w a l b e n s ch io ä n z i g e n Schmetterlinge, der Papi 1 ionid en, hingcwiefen. Diese Riesenthiere erwecken, im Halbdunkeln Walde zwischen dem Geäste einherfchwebend, den Eindruck eines Vogels. Die Gatiuug ist ausschließlich auf die östliche Hälfte deS tropischem Asiens und die malayifche Inselwelt bis Melanesien und Australien hin beschränkt. Die austro- malayijcve Inselwelt scheint das Entwickelungszcntrum für diese fürstlichen Geschöpfe zu sein, und zwar in der Weife, daß in der westlichen Hälfte, nämlich auf den großen Sundainseln, mehr die einfacheren schwarzgelben Formen zur Entwickelung gelangen, während im Osten, auf den Molukken, Ncu-Guinea und den melanesischen Inseln die fchwarzgrünen Formen vorherrschen, die durch ihren leuchtenden, sammtartigen Farbenschmelz das Entzücken aller Naturfreunde erregen. Die Ausstellung gewährt demBeschauer einen instruktiven Ueberblick über diese Gattung. Wir sehen hier unter Andcrcni, wie die Ornithoptsra, welcher Liane den klassischen Namen priamus verliehen hat, und als deren Heimath in der Varietät possidon Neu-Gninea mit den angrenzenden Inseln zu betrachten ist, nach Osten hin auf Ncu-Mcckleuburg und den Salomons- inseln ihr grünes Kleid in Violett und Blau als Varietät urvilliana, und nach Nordwesten hin, auf den Inseln Vatjan und Halmahera, in feuriges Goldgelb und Rothorangc, als Spielart croesus und lydius, verändert. Daß alle diese so ganz verschieden gefärbten Thiere zu einer Stammart gehören, das zeigt uns außer der Gleichmäßigkeit der Zeichnung der Umstand, daß ihre Farben, unter einem bestimmten Winkel 'betrachtet, ineinander übergehen: das Grüne erscheint gelb, das Gelbe grün, das Blaue gelb und grün.
Zu den Edelsten der Edlen gehört die Ornithoptsra paradisea. Dieser Schmetterling wurde im Jahre 1893 an der Astrolabebucht in Kaiser Wilhclmsland auf Neu- Guinea entdeckt, ist bis jetzt nur dort gefunden tvorden und ist selbst dort ein seltenes Thier. Es zeichnet sich durch lange, fadenförmige Schwauzanhänge vor seinen Gattungsverwandten aus.
Ein anderes erwähuenswerthes Thier ist die Dmrya antimachus. Sic ist so eigenthümlich gestaltet, daß der bekannte Lepidoptcrolog Staudinger vermuthet. sie möchte eine aus einer früheren Schöpfungsperiode übriggebliebene Art sein. Schließlich sei noch auf den Kasten mit den Seidenspinnern und den der Nachtfalter hingewiesen.
Der übrige Theil der diesmaligen Ausstellung wird von den Käsern eingenommen, die Kükenthal von seiner Reise mitgebracht hat. In langen Reihen sehen ivir sie hier paradiren alle die seltsamen abenteuerlichen Gestalten, die das Auge des Naturfreundes auf sich lenken. Auch an Farbenpracht fehlt es bei ihnen nicht. Aus der Familie der Bup restid en, die man geradezu ivegen ihrer schönen Farben „Prachtkäfer" genannt hat, können sich viele mit den Schmetterlingen messen; man betrachte z. B. die aufgestellten herrlichen Belionota mniszechi. Auch unter den 6etoniden, den Bock-und Rüfselkäfern trifft man wahre Juwelen. Am meisten fällt wohl in die Augen durch ihre Größe und ihre eigenthümlichen Hörner
an Kopf und Halsschild die Familie der Dynastiden, besonders die stattliche Clialcosoma atlas und der Xvlotrupes lorquini. Auch die Familie der Lucaniden stellt ein reiches Kontingent; darunter der große Odontolabis stsvonsi und der zierliche, ianggehörnte Oyclonrnratrrs metaliifer.
Eine eigenthümliche, in Europa nicht vertretene Familie bilden bie Passaliden, Verwandte der Schröter. Der größte und stattlichste aus dieser Sippe ist wohl der Vellejus gigas. Ein anderes sonderbares Thier mit bedeutend verlängerten Vorderbeinen ist ferner der auf die Molukken beschränkte Euch im 8 gigas.
In vielen Exemplare» sind die Bockkäfer vorhanden und unter ihnen befinden sich Prachtstücke. Noch zahlreicher sehen wir die Rüsselkäfer vertreten, von denen die Pmtooerirrs-Arten hcrvorgehoben seien, deren Larven im Mark der Znckerpalnie leben und für di: Eingeborenen einen großen Leckerbissen bilden.
Weniger zahlreich, ja ärmlich zu nennen sind die Familien der Wasscrkäfer, der Raubkäfer (8taphylinen) und der Laufkäfer (Carabiden), nicht etwa weil sie mit weniger Fleiß gesaniinelt worden sind, sondern weil sie in jenen Gegenden überhaupt viel weniger entwickelt sind als in Europa. Die Pflanzenfresser überwiegen in den östlichen Tropen bedeutend die fleischfressenden Raub- und Aaskäfer.'
Wir lvollen nicht versäumen, bei dieser Gelegenheit die Besucher der Ausstellung auf die im AuSstellnngsfaale befindliche Samnilung von Paradiesvögeln aufmerksam zu machen, da in den letzten Tagen durch die Güte der Herren Stadtrath Heinrich Flinsch, Geh. Konimerzien- rath Max v. Guaita und Will). Ni ertön einige werthvolle Stücke hinzugekommen sind.
Schluß der Ausstellung am 17. Oktober 1898.
Kunst-, Litteratur- und Theater-Notiz:».
** Das „W e i b des Claudius" von Alexander Dumas Sohn erfreute sich gestern Abend im Schauspielhaus einer freundlichen Aufnahme, die es aber, wenn wir nicht irren, wohl zum großen Theil der trefflichen Darstellung der Hauptrollen zu verdanken hatte. Der Mittelpunkt des Stückes ist ein leichtsinniges, verbrecherisches Weib, ein: modern: Mcssalina, die in die Macht eines Agenten einer geheimen Gesellschaft zur Ausbeutung hervorragender Erfindungen geräth und zwar dadurch, daß dieser ihr Kammermädchen bestochen und durch dieses in den Besitz ihrer geheimen Verbrechen gekommen ist. Er droht, sie dem Staatsanwalt zu übergeben, falls sie ihm nicht di: Papier: verschafft, di: Auskunft über die Erfindung ihres Mannes geben. Nun ist sie darauf bedacht, sich zu retten und läßt dabei kein Mittel unversucht. Ein Versuch, als reuige Sünderin vor ihrem Gemahl, der sich innerlich von ihr losgesagt, zu erscheinen, seine Liebe und auf diese Weise sein Vertrauen wieder zu gewinnen und ihm das Geheimniß abzuschwindeln, scheitert an seiner gründlichen Kenntniß ihres Charakters und macht ihn mißtrauig. Er schwört, daß, wenn sie irgend ein neues Verbrechen ausführe, er sie tödten werde. So schwebt sie zwischen dem ungewissen Tod, dem sie glaubt entrinnen zu können, und der sie mit Sicherheit erwartenden Strafe. Die Aussicht auf eine halbe Million, die ihr für das Geheimniß ver-