Wisse nschtiftl-hs Sitzung der Scrrckenbcrgischen

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«ScinÜ'tciq,

^ £et ü'or|iljcnbe Herr Oberlehrer Bill IN begrüßte die 5>crfaniiiilun fl jnm Wiederbeginn der iviffenschastlichen L>iiznnge» und gedenkt in warmen Worten der Irenen Mit» glieder, die die Gesellschaft in der jüngsten Zeit durch den Tod verloren hat. (Gestorben sind: Fräulein D o r a S ch i m p: r

-trid das autzerordenlücheEtzrenmitglied Fräulein E l i j a b e t h

Schultz, die korrespondireriden Mitglieder Herr Geh. Medizinalrath Dr. K. v. Bicttenheimer und Herr Hans Sim o» in Stuttgart, ferner die Herren F. Bt A u s f a r t h. Direktor A. L a u t e n s ch l ä g e r und Richard Nestle. Die anwesenden Mitglieder ehren das Andenken der Heimgegangenen durch Erheben von ihren Sitzen.

Herr Prof. Dr. Reicheubach hält alsdann den an- gekündigten Bortrag überlebende Ameisenkolonien in künstlichen Nestern. Ausgehend von den neueren Arbeiten Forels. Wasmanns und Bethes bespricht Redner die Frage, ob wir den in vieler Beziehung so merk­würdigen Ameisen psychische Eigcnschasten znschreiben dürfen. Besonders die Arbeiten Bethes haben Anschauungen zu Tage gefördert, die den bisherigen entgegengesetzt sind.

Um nun aus eigener Beobachtung die fraglichen Thierr genauer kennen zu lernen, hat Redner nach den Angabe» des berühmten'französischen Forschers Janct in Limoges' künstliche Nester aus Gyps mit Kammern, die mit Spiegelglasplatteu bedeckt sind, probeweise angelegt, und be­richtet nun über seine Ehrfahrungtn aus diesem Frühjahrund Sommer. Er zeigt i'. A. Kolonien der Riesenameise vom Altkönig, der Raube meist mit ihren schwarz-braunen , Sklaven, der hier seltene» Amazone, die dieZleiche Art, wie^

IL Qualität 70 verlaust'.

den 13. Oktober 1898.

die vorhergehende Ameise als Sklaven oder Hülfsameisen Mdr benutzt, der rothen Knotenamcise u. v. o. In einem" ^

Nest der Nasenameise finden sich geflügelte Männchen ^aren s nilb Weibchen neben den flügellosen Arbeitern.?^ 40 ..to die die Larven und Puppen versorgen. Bo,^hammelslnsty ^ besonderem Interesse ist eine sog. Bundeskolonie der rothen^ Pl3' Säbclameise mit der schwarzbraunen Rascnameise, die fein emgettoffen.^ Freund Lowitzer ini Schwanheimrr Wald unter einem Stein Haunvver em. entdeckte und die sich außerordentlich gut entwickelt hat. Zu - H-u->»>» erwähnen sind noch die Anfänge von Kolonien, die aus bis 3 . 70 , neues W

einem Weibchen und einer geringen Anzahl kleiner Arbeiter - Mnrktb-, besiehe,:, die von dem Weibchen astein ausgezogen wurden, 405

So benutzte ein Ruscnamcisenweibchen die Pnppenhülle j> Th-ilai., Artist einer Humiuel als Wochenstube, wo sie etwa II Puppe» Sellerie 5-10 P auszog, von denen eine eben a.'sgesch>üpft war. In der tränier 10 Pig.. > Amazonenkolonie finden sich auch noch zwei Käser als Gäste, *

Biele Erfahrungen nötbigea de» Redner, vor- 20 Pst. d. St., 9 läufig den extremen Anschauungen Bethes nicht beizw St., Hundert 1.2 pflichten, vielmehr sich auf den Standpunkt Forels zu | ib " 1 Ä.i n l j stellen, der das Leben der Ameistr. im Wesentlichen zwar Karn>sftw d.-Zeu ! auch aus ererbten, automatisch wirrenden Instinkten ableitet, 8 Pig. d. Pst., ihnen ober nicht jede Fähigkeit. Erfahrungen zu machen Sulz- l-20 All

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und zu benutzen, abspricht. Die Entscheidung der wichtigen Frage hängt von weiteren Versuchen ab.

Dev Boisitz.nde dankte dem Rcdn.w fii

für die Blittheil-

bie 6dian!e 3 Pj> Pst., Rhabarber! 2030 Psg.. « bahnen 60 Pfg.

ringen an§ seinen interessanten. Ameisenstudien; die heutige kr-sf- 10 Pfg. d

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Demonstratio:: w:rd? sicherlich manches Mitglied zum

cigci.in. Lwbachteu dieser merkwürdigen Geschöpfe anregen.

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Wissenschaftliche Sitzung der Senckenvcrgischerr naturforschcnden Gesellschaft.

Samstag,

Der Vorsitzende, Herr Oberlehrer Blum, legt den Bericht 1898 vor, der im Laufe der nächsten Woche den Mitgliedern der Gesellschaft zugestellt werden wird.

Er enthält in seinem wissenschaftlichen Theile außer der Wiedergabe mehrerer Vorträge Arbeiten der Herren Schaus, Blum, Möbius, Kinkelin und W i t t i ch.

Herr Hofrath Dr. V. Hagen, der nahezu fünfzehn Jahre als Arzt und Forscher in Sumatra gelebt hat und somit als einer der besten Kenner dieser Insel gelte» darf, sprach hierauf über das angekündigte Thema:

Meine Reisen in die Batakländer <Zentral» Sumatra)"»

Nachdem Redner zunächst die falsche Betonung des Namens Sumatra gerügt hat, der in Europa immer noch als Sümatra im Walzerdactylus durch unsere Sprache hüpft, schildert er zunächst kurz die geographischen und naturhistorischen Verhältniffe der Insel. Sumatra ist be­kanntlich die viertgrößte Insel der Erde. Sie ist eine exquisit tropische Insel, die vom Aequator beinahe in der Mitte durchschnitten wird. Ihre Hauptachse liegt von NW nach SO und in dieser Richtung wird sie von zwei parallel neben einander liegenden Gebirgsketten vulkanischer Natur (meist Augit-Andesit) mit Gipfeln bis zu 10,000 Fuß durchzogen, die durch mannichfache Kreuz- und Quer­züge mit einander verbunden sind und ein großes, weiter langhingestrecktes Hochthal von nahezu 4000 Fuß Seehöhe zwischen sich fasien. Dieses Hochthal ist einst eine tiefe Erdspalte gewesen, die aber im Laufe der Jahrtausend- ganz mit vulkanischer Asche und Eruptionsprodukten auf Sumatra rauchen ja heute noch an die zwei Dutzend . vulkanischer Feuerschlünde ausgefüllt wurde, wie Red­ner selbst hat in dem von ihm bereisten Gebiete Nachweisen können. Die Westseite der Insel, welche schutzlos dem

den 29. Oktober 1898.

Wogenprall des Indischen Ozeans ausgesetzt ist, wurde hierdurch bis fast an den Fuß des Gebirges ausgenagt; die Ostseite dagegen, welche der stillen, glatten und ruhigen, vor allen Winden geschützten Straße von Malakka zuge« 1 wendet ist, ist nicht nur nicht ausgenagt, sondern es haben sich sogar hier große, ausgedehnte Alluvialebenen angesetzt, welche rapide anwachsen und die Straße von Malakka immer mehr verseichten und einengen.

Sumatra besteht also sozusagen aus zwei Theilen, die der Länge nach neben einander liegen; dem westlichen, ge­birgigen, ursprünglichen, und dem östlichen, flachen, allu­vialen Theil. Diese beiden Theile sind in jeder Beziehung scharf getrennt; nicht bloß der geologische Aufbau ist ein anderer, sondern die Trennung erstreckt sich auch auf die Pflanzendecke, die Thierwelt und sogar auf die mensch­lichen Bewohner. Auf den Bergen und Hochebenen des westlichen Theiles sitzen Völker, die wir nach ihrem ganzen physischen Habitus als autochthone Urvölker ansehen muffen. Redner bezeichnet sie als Ur- oder Praemalayen und er­innert daran, daß man heutzutage Sumatra allgemein als das Entstehungs- oder Entwicklungszentrum der Malayen ansieht. Der NameMalayen" ist veraltet und entspricht in keiner Weise mehr dem heutigen Standpunkt unserer Wissen­schaft vom Menschen; es wäre an der Zeit, mit diesen alte»

Wörtern ur.rd Begriffen einmal aufzuräumen. Diese Ur- oder Praem.alayen also stiegen, durch Uebervölterung oder sonstwelche Ursachen bewogen, von ihren kühlen Hoch­sitzen in den Bergen herab in die heißen, fieberschwangeren Küstenebenen, to'lonisirten hier und trafen da zusammen mit den seefahrenden und handeltreibenden Völkern von der Coromandelküste Vorderindiens und von China. Aus der Vermischung dieser Elemente entstand dann allmählich das Mischvolt der Küstenbewohner, welches wir heutzutage ganz speziell mit dem Namen der Malayen belegen, und

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