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auswärtigen Freunden von jeher entgegengebracht worden ist, hat uns alle Zeit angespornt, dem Ziele, das sich die Gesellschaft gesteckt hat, mit Eifer zuzustrcben. In solcher Weise waren wir auch im verflossenen Jahre bemüht, den Anforderungen, die man an eine Anstalt wie die unscrige zu stellen berechtigt ist, nachznkommen. Wer unser Museum öfters in Augenschein nahm, auch die Räume, die nicht der allgemeinen Besichtigung zugänglich sind, der konnte sich überzeugen, wie unsere Sektionäre Tag für Tag unablässig in stiller Arbeit da saßen, um unsere reichen Sammlungen nicht allein zu ordnen und zu kata- logisiren, sondern auch sie wissenschaftlich zu verwerthen. Unsere Publikationen aus dem vergangenen Jahre, die Ihnen hier vorliegen, geben Ihnen ein ungefähres Bild von der wissenschaftlichen Thätigkeit innerhalb der Gesell­schaft. Mehrere dieser gediegenen Arbeiten sind Forschungs­ergebnisse unserer Sektionäre.

Bon unseren Freunden und Gönnern wurden wir im verflossenen Jahre durch werthvolle Zuwendungen erfreut und unterstützt. Einen Theil der Geschenke haben wir zu dem heutigen Festtage in diesem Saale aufgestellt.

Bor Allem liegt mir heute ob, in Dankbarkeit und Verehrung der Männer zu gedenken, die gewillt sind, ein schon lange von der Gesellschaft geplantes Unternehmen verwirklichen zu helfen: einen Anbau an unser Museum, der so gestellt und ausgcführt werden soll, daß er den Mittelbau eines künftigen neuen Museums bildet. Wir bedürfen eines Neubaues, um für die Zoologie, Botanik und Mineralogie geräumige, zweckmäßig eingerichtete und ausgestattete Laboratorien herzustellen, deren heutzutage eine mit der Wissenschaft fortschreitende und die neueren Unterrichts- und Untersuchungsmethoden berücksichtigende Anstalt nicht mehr entbehren kann. Es fehlt uns ferner an genügenden Arbeitsräumen für die Sektionäre, und endlich ist es zum dringenden Gebote geworden, die in Alkohol aufbewahrten Präparate so unterzubringen, daß sie selbst vor Feuer möglichst geschützt bleiben und bei einem Unglücke nicht auch die andern Sammlungen gefährden.

Es haben uns einige hochherzige Männer ihre Unter­stützung zugesagt oder in Aussicht gestellt. Wir leben der Ueberzeugung, daß Frankfurts edle Bürgerschaft uns auch in diesem Unternehmen zur Seite stehen werde, um cs zur Vollendung zu bringen und so ein neues herrliches Blatt dem Ruhmeskranze Frankfurts hinzufügen werde. In diesem Vertrauen rufe ich Ihnen ein herzliches Willkommen zu."

Der Festredner Herr Dr. C. Vohsen sprach hierauf Ueber den Gehörsinn". (Diesen Dortrag werden wir demnächst ausführlich bringen,)

Sodann erstattete der zweite Direktor Herr Dr. Ernst Vlumenthal den Jahresbericht. Er gedachte zu­nächst der im abgelaufenen Jahre verstorbenen korrespon- direnden Mitglieder, des Geheimen Hofraths Dr. Remigius Fresenius in Wiesbaden, des Dr. Otto Bolger, des kaiserl. russischen Staatsraths Dr. Edmund Russow in Dorpat, Professor Dr. Oskar Fraas in Stuttgart, Professor Rudolph Lenckart in Leipzig, Dr. Jean Valentin in Buenos Aires, Geheimraths Professor Fridolin v. Sandbcrger in Würzburg, kurze Abrisse ihrer Lebensläufe und ihrer wissenschaftlichen Verdienste gebend. Von hiesigen beitragenden Mitgliedern sind 13 gestorben; freiwillig ausgeschieden sind 6. Neueingetreten sind IS, sodaß der Mitgliederbestand augenblicklich 474

beträgt. Die Zahl der ewigen Mitglieder wurde um 3 Namen vermehrt: Anton L. A. Hahn, Moritz L. A. Hahn, Julius Lejeune. Zu arbeitenden Mit« gliedern wurden ernannt: Dr. Max Levy, Dr. med. Eugen Hergenhahn, Forstmeister Adolph Rörig, Dr. ,sur. Fritz Berg. Zu korrospondirenden Mitgliedern wurden erwählt: Dr. Berbeek im Haag, Dr. Boeltzkow z. Z. in Straßbnrg i. E., Professor Heinr. Kaiser und Dr. David Rüst in Hannover. Apotheker Netter in Samarkand. Professor M. A. Forel in Chigny (Kanton Waadt), Professor v. Ihr ring in Sao Paulo.

Aus der Direktion traten Ende 1897 aus der II. Direktor Dr. A u g u st K n o b l a u ch und der II. Sekretär Dr. Edward v. Meyer; an ihre Stelle traten Dr. Ernst Blumen­thal und Dr. Carl Vohsen. In der am 2. März ab­gehaltene» Generalversammlung wurden in die Revisions­kommission gewählt die Herren Baron v. Reinach und AdolphKugler.

Als Kassirer fungirten die Herren Bankdirektor Hermann Andreae und Generalkonsul Stadtrath Albert Metzler. Der Rechtskonsulent Herr Dr. Friedrich Schmidt-Polex hat aus Gesundheits- rücksichteu sein Amt niedergelegt; dieses Ehrenamt hat Herr Dr. Fritz Berg übernommen.

Zu außerordentlichem Ehrenmitglied wurde die Blumen­malerin Frl. Elisabeth Schulz ernannt, und Ge­heimrath Rudolph Birchow, der bereits 50 Jahre korresp. Mitglied der Gesellschaft ist, wurde korresp. Ehren­mitglied, Bei der Enthüllung des Denkmals S. Th. v. Sömmerring's war die Gesellschaft durch ihren da­maligen II. Direktor vertreten.

Das naturhistorische Museum wurde durch Neu? erwerbuugen und Schenkungen bereichert, die in dem Bericht 1898 genau verzeichnet sein werden. Die Vor­lesungen der Dozenten nahmen ihren regelmäßigen Fort­gang.' Herr Prof. Reichenbach las über vergleichende Anatomie,, Herr Dr. Schaus über Mineralogie, Herr Pros. Möbius über Botanik. Im Winter 1897/98 wurden 13 wissenschaftliche Sitzungen unter sehr reger Betheiligung abgehalten. Publizirt wurden 1. der Bericht 1897, 2. Katalog der Reptiliensammlung, II. Theil, Schlangen, von Professor Oskar Böttqer, 3, Abhandlungen Vaud XXI Heft 1. Band XXIIi Heft 4, Band XXIV Heft 1 und 2. Der literarische Tauschverkehr mit gleich strebenden Vereinen wurde erweitert, die Bibliothek durch Ankauf und Schenkung von Büchern erheblich vermehrt. Als nächste Aufgabe für die Zukunft ist. wie schon er- wähnt, ein Neubau des Museums geplant.

Am Nachmittage um 2 Uhr fand im Zoologischen Garten ein Festmahl statt, an dem sich, wie bei der akademischen Feier, der Herr Oberbürgernieister und Gäste aus Darinstadt und Wiesbaden bctheiligtcn.

Krrnst-, LiLterntur- w»J> TheaLer-Nottzen.

** Fräulein Landori verabschiedete sich im Schau­spielhaus zweimal, wie wenigstens der ojfizicllc Zettel an­kündigte: ein vorletztes Mal und ein letztes. Mal. Das vorletzte brachte dieJungfrau von Orleans", ohne große Rührung, besonders nicht auf Seiten der Logenbcsitzer, die ihre Logen vollkommen leer stehen und Johanna gehen und nimmer wiederkehren ließen," ohne ihr den Abschied schwer zu mache». Man konnte übrigens auch