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Naturwissenschaftliche Wochenschrilt.
XII. Nr. 10.
wird er hinaufgezogen und dann ist der Bau gegen die Feinde — und das sind oft schon die nächsten Nachbarn — hinreichend gesichert. Die Treppe führt auf eine grosse, am ganzen Hause entlang ziehende Gallerie, an der durch eine feste Holzwand getrennt die einzelnen Familienwohnungen, jede mit einer besonderen Thür, liegen. Die innere Einrichtung besteht aus geflochtenen Matten, Haus- geräth, chinesischen Töpfen und Waffen aller Art.
Die Longkiputs sind, wie fast alle Stämme Borneos, berüchtigte Kopfjäger oder „ Ko pp es n eil er“, wie die Holländer sie genannt haben, die das Kopfabschneiden zum Zwecke der Erlangung von Trophäen für ihre Wohnungen ausüben. Wahrscheinlich liegt der Grund für diese scheussliche Sitte in der weiblichen Eitelkeit; es ist eine Art Ehrexamen, denn die Mädchen reichen nur dem Manne ihre Hand, der durch Erlegung einer Anzahl
nahte sich ein zweiter, von jungen Frauen und Mädchen, in kostbaren goldgestickten Sarong gehüllt. In wohllautenden Gesängen priesen sie das Lob des jungen Kriegers, der den Kopf erbeutet hatte, während dieser selbst unter den Zuschauern sitzt und seiner Freude über die Ehrung wiederholt durch gellende Schreie und Aufstampfen des Fusses kund gab. Bis tief in die Nacht hinein wurde diese Feier mit Musik und Tanz fortgesetzt.
In dem Dorfe Batuh-blah am Tutauriver, einem Nebenflüsse des Baram, sali Kükenthal auf der Vorgalerie eines Hauses einen eigenthümlichen Schmuck, bestehend aus einem mächtigen, korbartigen Gebilde, welches kronleuchterartig von der Decke herabhing- (Fig. 3). Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass eine grössere Anzahl schwarz geräucherter Schädel daran hing, wovon nebenstehende Photographie (Fig. 3) aufgenommen wurde.
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Fig. 3.
Schädeltrophäe im Hause der Batu bläh.
von Feinden bewiesen hat, dass er Math und Kraft genug besitzt, eine Frau und ■ Familie zu schützen. Die abgeschlagenen Köpfe werden unter vielem Ceremoniell und unter grosser Ehrung des Siegers in den Wohnungen aufgehängt. Im Hause der Longkiputs, wo die Reisenden gastliche Aufnahme fanden, wurde Abends ein solcher feierlicher „Kopftanz“ aufgeführt, da die Bewohner sich bewegen Hessen, in Ermangelung eines frisch erbeuteten Kopfes an einem alten Kopf ihren eigenartigen Siegestanz zu veranstalten. Derselbe geht unter Betheiligung der ganzen Gemeinde um die Gallerie des grossen Hauses; voran schreitet ein Musikant mit einem orgelartigen Blasinstrument. Dem Musikanten folgte die Kriegerschaar, deren erster den an einem Stricke baumelnden, getrockneten und geräucherten Menschenkopf trug, an dem noch aufgefaserte Palmenblätter („daun isang“) hingen, die wie das Haar des unglücklichen Opfers aussahen. Die Schaar der Jünglinge führte um diesen Kopf, gewissermaassen den Kriegszug markirend, sehr gewandte und graziöse Tänze und Gefechte aus. Als der erste Zug passirt war,
Am Ende des Hauses hing ein ähnliches Gebilde, aber in denkbar anderem Maassstabe, und an Stelle der Menschenschädel waren Affenschädel (besonders von Semno- pithecus) daran aufgehangen. Nur bei den Butah bläh fanden sich diese kronleuchterartigen Trophäen, sonst hängen die Schädel gewöhnlich reihenweise in der Vorgalerie.
Der Sitte der Kopfjagd huldigen nämlich mit Ausnahme der Punans alle Völker des Innern, während sie an der Küste und in der Nachbarschaft civilisirter Stätten aufgehört hat. Die Behandlung der abgeschnittenen Köpfe ist ziemlich verschieden. Während die Mureks und Kalabits an den Schädeln Fleisch und Haare belassen, und sie einfach trocknen, sind die Kay ans reinlicher und und entfernen die Weichtheile. Das Gehirn wird von der Nase aus ausgelöffelt und die Nasenlöcher werden mit Holzpflöcken verschlossen. Die Unterkiefer sind mit Rotang an den Schädeln festgebunden, und hängt ein Stück bearbeitetes Holz daran, so zeigt das, dass der Schädel einem hervorragenden Manne augehört hat. Bei