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Naturwissenschaftliche Wochenschrift.
XI. Nr. 51.
werden jetzt theilweise zu friedlicheren Jagdzwecken benutzt, so die Holzlanzen. Die unter ihnen existirenden schön geschmiedeten Eisenlanzen sind nicht im Lande selbst verfertigt, sie stammen aus früheren Kriegszügen gegen Ost-Celebes. Als Schwerter dienen lange schmiedeeiserne Hauer, auch längere eigentliche Schwerter, welche in schön geschnitzten und verzierten Holzscheiden getragen werden (Fig. 4). Als Vertheidigungswaffe dient der schmale Parierschild („salawako“), der jetzt nur noch bei dem nationalen Kriegstanz gebraucht wird. Die Verzierungen bestehen aus eingelassenen, hübsch angeordneten Perlmutterstückchen.
Wahrheitsliebe und Eigenthumssinn sind hoch aus- gebildet. Diebstahl ist ein Verbrechen, auf dem der Tod steht. Ihre Kenntnisse sind nicht ausgebreitet; ihr geistiger
gestellt, von denen bisher aber keine Anspruch auf sichere Begründung machen kann.
Die Allüren haben mancherlei von ihren malayischen Nachbarn angenommen, so dass sich ihr ursprünglicher Typus stark verändert hat. Erst die Bewohner des Binnenlandes lassen die eigentlichen Alfuren-Charaktere erkennen.
Wenn nun auch eine Vermischung mit Malayen sicher zu constatiren ist, so ist das nicht der Fall mit Papuas. Es giebt zwar Autoren, welche eine solche Vermischung als ganz feststehend annehmen, z. B. istWallace sogar der Meinung, dass die Allüren ein Mischvolk zwischen Malayen und Papuas darstellen. Wenn nun auch die Untersuchungen darüber noch längst nicht als abgeschlossen zu betrachten sind, so ergiebt sich doch schon
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Fig. 3.
Alfurische Todtenkisten bei Soab Konorah.
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Horizont ist ein beschränkter, aber innerhalb desselben bewegen sie sich vollkommen frei und leicht. Eine Schrift fehlt ihnen vollkommen, es ist nichts bekannt, was auf eine primitive Schriftform schliessen lassen könnte.
Der Charakter der Alfuren steht in vieler Hinsicht höher als der der Orang slam, welche mit den Alfuren zusammen Halmahera bewohnen. Wenn es auch diesen noch häufig genug gelingt, die harmlosen, kindlichen Alfuren auszubeuten und über’s Ohr zu hauen, so wäre es doch falsch, die letzteren als die weniger intelligenten anzusehen. Der Alfure ist auch viel arbeitsamer als der in Faulheit verkommende Orang slam. Von Seiten der Mission ist das auch ganz richtig erkannt worden, denn nur unter den Alfuren, nicht unter den Orang slam wirkt der einzige auf Halmahera lebende Missionar. Die Alfuren sind zweifellos viel entwickelungsfähiger als die degenerirten Orang slam.
Ueber den Ursprung und die Verwandtschaft der Alfuren von Halmahera sind mancherlei Hypothesen auf-
jetzt, dass wir es auf keinen Fall mit einem Mischvolke zu thun haben, sondern dass die Alfuren ein altes, in vieler Hinsicht auf früher Entwickelungsstufe stehendes Volk darstellen, das sich von seinen nächsten Nachbarn, den Malayen, wie den Papuas, in vielen und wesentlichen Punkten unterscheidet. Wichtiger als weitgehende Specu- lationen über den möglichen Ursprung der Alfuren, ist eine Untersuchung, ob sich verwandte Stämme auf anderen Inseln des Mollukkischen Archipels finden, so z. B. auf Ceram (Seran) und Buru, worüber die neuesten Untersuchungen von Martin vorliegen. Wenn auch viele Unterschiede (Körpergrösse, Haarfarbe und Bartwuchs, Hautfarbe, Tättowirung, Gesichtsausdruck u. s. w.) die Alfuren dieser Molukkeninseln von denen Halmaheras trennen, so ist doch auch manches Gemeinsame, sowohl in anthropologischer Hinsicht, als auch speciell in socialer Organisation, religiösen Anschauungen sowie auch in der Aebnlich- keit von Waffen und Geräthen zu verzeichnen. Kükenthal glaubte daher, dass die Alfuren von Halmahera noch den ursprünglichsten Typus zeigen, während die