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Litteraturbericht. Afrika Nr. 183137.

einem kleinen Seitenabstecher nach Obi (Orabira) gemacht. Die Rück­reise erfolgte von Ternate aus über die Nordspitze von Celebes, wobei zugleich der Minahassa ein Besuch abgestattet wurde. Nachdem noch einige Kiistenorte an der Westküste von Celebes berührt worden waren, ging die Fahrt über Lombok und Java zurück nach Singapore, von wo aus endlich noch einige Gebiete an der Westküste von Borneo bereist wurden. In Sarawak wurde der Redjang-Flufs bis Libu befahren und so­dann noch eine Fahrt auf dem Baram-Flufs, die sich bis Long-Mari aus­dehnte, unternommen. Dieses Gebiet war bereits zuvor und zwar ein­gehender durch Charles Hose (The geographical Journal 1893, I, S. 193; Peterm. Mitteil. 1893, XXXIX, 8. 222) beschrieben worden.

Einen wahrhaften Schmuck des Werkes bilden die vielen Tafeln, die zahlreiche und musterhaft ausgeführte Abbildungen von ethnographischen Gegenständen, sowie von Landschaften und Volkstypen nach den vom Verf. gemachten photographischen Aufnahmen enthalten. Es sind die besten Darstellungen, die bisher aus den Molukken bekannt geworden sind. Demgegenüber überrascht die geradezu rohe Ausführung der Karten. Die dem Verf. freundschaftlichst in die Hand gedrückte Karte von der Insel Batjan hat derselbe in kritikloser Weise reproduziert, ohne zu bedenken, dafs sie noch hinter der von C. de Groot im Jahre 1856 veröffentlichten Skizze zurücksteht. A. Wichmann (Utrecht).

Afrika.

Ägypten.

133. Beyer, Conr.: Im Pharaonenlande. 8°, 229 88., mit Karte. Leipzig, J. J. Weber, 1896. M. 5.

Abgesehen von einer 20 Druckseiten umfassenden Besprechung der altägyptischen Religionsverhältnisse, einer Zuthat, die man kaum erwartet und die vor ein andres Forum als das der Petermannschen Mitteilungen gehört, enthält das Werk nur das Banale nach dem Programm des Tou­risten. Es soll einLesebuch für Ägyptenreisende und Ägyptenfreunde sein, gehört mithin in jene Kategorie von Keiselitteratur, die bei uns wegen der Ungunst eines bücherkaufscheuen Publikums noch wenig Ein­gang gefunden hat, die aber alljährlich in Frankreich mit 23, in Eng­land mit 56 Erscheinungen des Büchermarkts vertreten ist. In diesen Büchern wird ganz genau alles beschrieben, was zwischen Shepheards Hotel in Cairo und den zweiten Katarakten zu sehen ist, oftnach Durch­arbeitung der einschlägigen Litteratur ausführlicher als im Bädeker, dafür aber auch mit weit mehr Mifsverständnissen und Fehlern versehen. Das vor­liegende Werk (der Verf. bereiste Ägypten im Winter 1891/92) verspricht aufserdem weit mehr, als es in Wirklichkeit bietet; namentlich wird das im Vorworte als Zweck der Veröffentlichung hingestellte Bestreben, der Oberflächlichkeit in der Auffassung und Beurteilung Ägyptens entgegenzu­treten, durchaus nicht erreicht. Es wimmelt von Ungenauigkeiten. Es sei nur einiges herausgegriffen als Probe. In dem mit dem sonderbaren Titel Die Wüstenstadt Kairo* versehenen Kapitel lesen wir mit Erstaunen von gepflasterten und mit Maulbeerbäumen eingefafsten Strafsen des Quar­tiers von Ismüilije. Geradezu stark aber ist das vom Barrage, dem gröfs- ten Wasserwerk Ägyptens, S. 41 Gesagte. Es wird daselbst etwas von einer unvollendet gebliebenen Nilstauung gefabelt, die (nur) n Millionen Piaster gekostet haben und denunverdienten NamenBarrage du Nil tragen soll. ff, Schweinfurth.

134. Brown, H. R.: History of the Barrage at the head of the Delta of Egypt. 4°, 66 88. Cairo, F. Diemer, 1896. fr. 7 , 50 .

Ein nutzloses und gefahrdrohendes Werk nannte man in Ägypten bis zur englischen Ära das grofse Nilstauwerk des französischen Ingenieurs Mougel, dessen Herstellung bereits 1861 vollendet, aber lange Zeit hin­durch unbenutzt geblieben war, weil man demselben nicht die nötige Widerstandskraft zugetraut hatte. Nachdem seit 1883 englische Ingenieure das ägyptische Bewässerungswesen in die Hand genommen hatten, richteten sie zunächst ihr Augenmerk auf das genannte Werk Mangels, dessen Bau 1843 begonnen und 1861 vollendet, einen Aufwand von 1 800 000 t al­lein für das Mauerwerk (Wilcocks berechnet die Gesamtkosten auf 4 Mil­lionen £) erfordert hatte. Was früher ein Ingenieur nie gewagt haben würde, geschah, als Sir Colin Scott - Moncrieff an die Spitze des Bewässe­rungswesens gestellt wurde. Das Stauwerk wurde der Probe eines starken Wasserdrucks unterworfen, und dabei erwies sich das Mauerwerk weit besser als sein Ruf. Nur der Hast und den unzulänglichen Mitteln mit denen Meheroet Ali das Werk fördern liefe, schreibt man jetzt die vor­handenen Mängel zu. Mit einem Aufwand von 465 000 £ Kosten und 113 400 cbm Material wurden im Laufe der Jahre 1884_90 die gefahr­

drohenden Stellen verstärkt und die Fundamente neu untermauert Jetzt funktioniert das Stauwerk in einer nicht einmal von seinem Erbauer ge­

ahnten Vollständigkeit und vermag im Laufe der kritischen 100 Sommer­tage einem Wasserdruck von 4 m zu widerstehen. Man hofft, durch nach­trägliche Zuthaten dem Bau mit der Zeit eine für immer gesicherte Zu­kunft zu bereiten.

Major Browns Buch wird durch zahlreiche Pläne und Ansichten er­läutert. Es ist für den Wasseringenieur von dem gröfsten Interesse. Auf S. 24 wird der Thatsache gedacht, dafs neuerdings ein Wiederherstellungs­plan des Stauwerks aus dem Jahre 1876, der General Rundall zum Ur­heber hat, ans Tageslicht gekommen ist, aus welchem hervorzugehen scheint, dafs der neue Plan von 1884 dem alten genau die Ziffern des Kosten­anschlags entlehnt hatte, ohne indes der Quelle Erwähnung zu thun.

ff. Schweinfurth.

Atlasländer.

135. Dessoliers, Felix : LAlgerie libre. Etüde dconomique sur lAlgerie. K1.-8 0 , 243 88 . Alger, Gojosso, 1895.

Das vorliegende Werkcheu ist eine eigenartige Bereicherung der neuer­dings infolge der allenthalben auftauchenden Schwierigkeiten so riesig an­geschwollenen Litteratur über Algerien. Es ist geradezu eine Anklage­schrift gegen das Mutterland, eine Sammlung von Beschwerden und Klagen, wie sie ähnlich von den englischen Kolonien Nordamerikas vor dem Auf­stande ausgingen, daher weniger geographischen als volkswirtschaftlich­kolonialpolitischen Inhalts. Der Verf. weist auf die Thatsache hin, dafs es eine täglich wachsende Partei gibt, welche zunächst für Algerien und erst dann für Frankreich arbeitet und für Algerien eine selbständige Stel­lung, ähnlich wie sie in verschiedenen Formen die englischen Kolonien haben, wenn auch zunächst nicht in politischer, so doch bezüglich der Finanzen und des Handels fordert. Es wird in dem vielleicht doch etwas zu pessimistisch gehaltenen Werkcheu in grofsen Zügen die schwierige und immer schwieriger werdende wirtschaftliche Lage Algeriens, Verschuldung des Grundbesitzes, Rückgang des Einkommens und der Einwanderung, Verarmung &c., geschildert und auf das in Frankreich herrschende, Alge­rien, soweit es überhaupt geht, vom Verkehr mit der übrigen Welt ab­sperrende und ausbeutende Zoll- und Handelssystem zurückgeführt. Der Verf. bezeichnet Algerien als die letzte Karte, welche Frankreich in kolo­nialpolitischer Hinsicht auszuspielen hat, und sieht den völligen wirtschaft­lichen Untergang Algeriens vor sich, dem nur durch Gewährung wirt­schaftlicher Selbständigkeit vorgebeugt werden könne. Th. Fischer.

136»- Carton: Note sur la diminution des pluies en Afrique. (Extr. Revue Tunisienne.) 8 °, 10 88 . Tunis 1896.

136b--: Variations du regime des eaux dans 1Afrique du

Nord. (Extr. Ann. Soc. göol. du Nord, T. XXIV.) 8 °, 20 88 . Lille 1896.

Beide kleinen Abhandlungen decken sich inhaltlich zum grofsen Teil.

Ein französischer Militärarzt, welcher Gelegenheit gehabt hat, in den verschiedensten Gegenden Tunesiens namentlich bei archäologischen For­schungen darauf bezügliche Beobachtungen zu machen, kommt zu dem Ergebnis, dafs dort die Niederschläge sich in geschichtlicher Zeit vermin­dert haben, namentlich aber unregelmäßiger geworden sind. Die Ursache sieht er mehr in der eingehend erörterten Waldverwüstung als in einer möglichen allgemeinen Klimaänderung. Eine geringe Verminderung der Niederschlagsmenge, namentlich das Ausbleiben der geringen Kegen, die im Frühling unentbehrlich sind, um die Saat reifen zu lassen, würde ge­nügen, um den heutigen Zustand zu erklären. Der Geolog Gosselet stimmt mit dem Verf. in der Annahme einer Klimaänderung in Nordafrika in geschichtlicher Zeit überein. Th. Fischer.

137 a - Bertaincliand, E.: Carte agronomique et hydrologique du bassin de loued Leben et de loued Rann et en particulier des terres de la rägion de Sfax. 1 :200 000. Tunis, Direct, de lAgriculture, 1896.

137 b. - : Note explicative sur la Carte &c. 8 °, 26 88 . Paris

1896.

Das vorliegende Blatt, anscheinend ein Teil einer derartigen Karte der ganzen Regentschaft Tunesien, ist ans den zusammengeklebten und mit dem entsprechenden Flächenkolorit bzw. Schratten versehenen 4 Blättern Sfax Sbeitla, Mahares und Gafsa der topographischen Karte von Tunesien her­gestellt. Auf eingehenden Untersuchungen des Verfassers beruhend wel­cher Direktor des chemischen Laboratoriums der Regentschaft für Land­wirtschaft und Gewerbe ist, stellt die Karte die Bodenarten _ fast

durchaus leichter Sandboden, ihre Zusammensetzung, ihre Eignung zu Olivenzucht oder Getreidebau dar und gibt die Punkte an, an welchen