Litteraturbericht. Asien Nr. 130132.

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des 17. Jahrhunderts ausgebrocbenen Verfolgungen. Doch glaubt der Verf. nicht mit Palöologue in dessenArt Chinois annehmen au müssen, dals ein solcher Einflufs überhaupt vor der Zeit Khien-Lungs nicht stattgefun­den habe. Der vielfach gerügte Mangel der Perspektive scheint ihm in einigen Werken der K'ang-Hi-Zeit schon nicht mehr so ganz vorzuherr­schen, und der Leser wird ihm rechtgeben müssen, wenn er die Abbil­dung auf 8. 58 f. betrachtet, welche aus der auch in Europa nicht un­bekannten Sammlung von Bildern des Keisbaus und der Webekunst her­rührt. Das Werk Köng-tschi-tbu schi wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von Lou-Schou veröffentlicht. Die Bilder der neuern Ausgaben aber stem­men von dem Beamten der Sternwarte Tsiao-Ping-Tschön, und nach Schotts Verzeichnis ist die Ausgabe L. 8. 241 der Königlichen Bibliothek vom Jahre 1699. Ein seltsames Bild ist dagegen 8. 63 zu sehen; es stellt einen Helden Ti-thsing aus dem 11. Jahrhundert vor und ist einer Holz­schnittsammlung vom Jahre 1743 entnommen. Der untere Teil zeigt chine­sische Gewandung, der obere die europäische Tracht etwa aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Hände halten anscheinend zwei Stofsrapiere mit Knöpfen, freilich ohne Sticbblatt (etwa englische quarter-staves oder Stockrapiere?). Dasselbe Bild findet sich übrigens in einer neuern Auflage des schon 1662 erschienenen Kiai-tze-yüan-hua-tschuan, und so ist es viel­leicht infolge der holländischen Gesandtschalt der fünfziger Jahre des 17. Jahrhunderts entstanden. Der Verfasser geht am Schlüsse zum Kunstgewerbe über und ist der Ansicht, dafs die feinere Lackmalerei ja­panischer Anregung zu verdanken sei, da infolge einer zur Zeit Süan- (8. 142636) aus Japan mit Geschenken, worunter Lackarbeiten, nach Peking geschickten Gesandtschaft Fachleute zur Ausbildung nach Japan geschickt wurden. Persischen Ursprungs ist einetschu-tze genannte Kanne, für deren Einführung hier Palöoloaues Ansicht entgegen schon das Jahr 806 n. Uhr. nach dem Sau-tsai-tu-hui 8. 15 angegeben wird. Dieses würde das erste Jahr Yüan-ho sein, während in dem weniger seltenen japanischen San-sai-tsu-ye 8. 4 b des 31. Buches ta-ho steht (thai-bo = 827 bis 836). Der Anhang 8. 6774 gibt eine übersichtlichechronologische Reihenfolge einiger für die chinesische Kunstgeschichte wichtiger That- sachen, und ein Verzeichnis schliefst das Ganze. Der Druck ist vorzüg­lich und entstammt der Akademischen Druckerei von F. Straub in München.

Hinterindien.

K. Bimly.

130. Maegregor, J.: Through the Buffer - State. 8°, 290 88., mit Abbildungen u. Karte. London, White & Co., 1896. 6 sh.

Der Verfasser, der sich als Herausgeber von Heisewerken, auch in poetischem Gewände, bereits bekannt gemacht hat, hat in seiner Stellung als Schiffsarzt, dann als Militärarzt ein gutes Stück unsres Erdballs gesehen und trotzdem oder vielmehr gerade deshalb einen längeren Urlaub, den ihm ein 18 jähriger Dienst in den Tropen gewährte, benutzt, durch Reisen seine Kenntnisse und Erfahrungen zu vermehren. Hier wird eine Vergnügungs­fahrt nach Serawak und durch das südliche Siam, Kambodja und Cochin- china geschildert. Im nördlichen Borneo wurden Kutsching, die benach­barten Quecksilbergruben, die Ostasien über Hong-kong mit diesem Metall versehen, die Antimonwerke und eine anindischen Vogelnestern reiche Höhle besucht. In Hinterindien führte der Weg über Bangkok und Ajudhja zum Berge Phrabat, dann am Bangpakkong entlang nach Siem- Reap am Tale-Sap (d. i. Grofser See) und zu den stattlichen Klosterruinen des benachbarten Angkor, dann über Udong und Pnom Penh nach Saigon. Das Buch ist für einen gröfseren Leserkreis geschrieben. Ausstattung, Bilder und Karte sind gut, die Darstellung ist gewandt und fesselnd.

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Indischer Archipel.

131. Betnmeleu, J. F. van, u. 6. B. Hooyer: Beisgids voor Nederlandsch-Indie, samengesteld op uitnoodiging der Konink- lijke Paketvaartmaatschappij. VIII u. 200 88., 1 Übersichts­karte, 8 Spezialkarten, 4 Pläne u. 14 Abbild. Batavia, Kolff, 1896 . g. i,sg.

Die Königl. Paketschiffahrtsgesellschaft, die den grölsten Teil des Personen- und Güterverkehrs im Indischen Archipel übernommen hat, ver- anlafste die Herausgabe dieses Führers, um die Aufmerksamkeit des rei­senden Publikums auf diese Inselwelt zu lenken. Soweit dies an den Autoren liegt, dürfte der Zweck des vorliegenden Buches erreicht sein, das sich selbst für diejenigen, denen es nicht vergönnt ist, dieses Gebiet mit eigenen Augen zu schauen, als eine anziehende und belehrende Lek­türe erweisen wird.

In der Einleitung werden u. a. wertvolle Ratschläge über Aus­rüstung, sowie über Lebensweise in den Tropen erteilt. Der Hauptanteil

an der Darstellung fällt Java zu, das am bequemsten zu bereisen ist, das aufset seinen Handelsplätzen noch hervorragende Baudenkmäler besitzt und dessen Vulkane zu einem greisen Teile leicht zugänglich sind. Ausführlich behandelt werden auch einzelne Gebiete von Sumatra, während Celebes und die Molukken nur soweit berücksichtigt werden, als sie von den Dampfer­linien berührt werden und sich in landschaftlicher Beziehung auszeichnen.

Gerügt mufs werden, dafs der Verleger es unterlassen hat, dem Werk­elten ein Register beizufügen. A. Wichmann (Utrecht).

132. Kükenthal, W.: Forschungsreise in den Molukken und in Borneo, im Aufträge der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft ausgeführt. XI u. 321 88., 63 Taf., 4 Karten u. 5 Abbild, im Text. Frankfurt a. M., in Komm. Diesterweg, 1896. M. 50.

In diesem umfangreichen und teilweise glänzend ausgestatteten Werke schildert der Verf. in behaglichster Breite die Erlebnisse einer einjährigen Reise, die sich bis zur Südostspitze von Halmahera ausdehnte. Den In­tentionen des Verf. zufolge soll dasselbe nichts andres bieten,als eine harmlose Reiseerzählung, deren Zweck es ist, ein Bild der von mir be­suchten Gegenden zu geben. In dieser Beziehung darf man dem Verf. das Zeugnis ausstellen, dafs er seiner Aufgabe durchaus gerecht geworden ist und seine Schilderungen der Wahrheit entsprechen. Leider hat er sich aber veranlafst gesehen, die sich selbst gestellten Schranken zu durch­brechen, und auf diese Weise der Verbreitung einer Reihe von fundamen­talen Irrtümern Vorschub geleistet.

Die in Genua angetretene Seefahrt führte zunächst nach Singapurs und von dort über Java nach Ternate. Von dem letztgenannten Eilande erhalten wir eine Schilderung des Hauptortes, sowie seiner nächsten Um­gebung. Auch die Lebensweise der dort lebenden Europäer und, im An- schlufs daran, die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Insel werden in den Kreis der Betrachtungen gezogen. Wenn der Verf. einiger mafsen mit der historischen Entwickelung fernstes vertraut gewesen wäre, würde er es jedenfalls unterlassen haben, das früher bestehende Handels­monopol hierfür verantwortlich zu machen. Auch ohne dieses wären die Verhältnisse heutzutage um kein Haarbreit besser. Oberhaupt begann der Niedergang von Ternate bereits während der portugiesischen Herrschaft.

Der Abschnitt über Halmahera wird mit einem kurzen historischen Überblick eingeleitet, der auf den gänzlich veralteten Mitteilungen von Willer, die wiederum nichts andres als einen Auszug aus Valentijn dar­stellen, beruht. Heutzutage ist man indessen, besonders durch die Ver­öffentlichungen aus niederländischen, portugiesischen und spanischen Ar­chiven, weit besser unterrichtet. Es ist gewifs niemand so unbillig, vom Verfasser zu verlangen, dafs er sich in die Geschichte von Djailolo (Gilolo) vertiefe, wir meinen aber, dafs, wenn er es unternimmt, darüber Angaben zu machen, dieselben auch zutreffend sein müssen. In ähnlicher Weise ergeht es mit dem Verzeichnis der Litteratur über Halmahera, das nicht allein sehr unvollständig ist, sondern auch selbst die wichtigste, in deut­scher Sprache erschienene Abhandlung übersieht (Petermanns Mitteilun­gen 1873, XIX, 8. 209). Ebenso befindet sich der Verfasser in einem greisen Irrtum, wenn er behauptet, dafs Halmahera geologisch vollkommen unerforscht sei. Wie bereits längst bekannt, finden sich Vulkane aus- schliefslich auf der nördlichen Halbinsel. Der Verf. bemerkt nun, dafs auch die Gesteine der südlichen Halbinseln vulkanischen Ursprungs seien, so dafs ihr Unterschied nur auf dem Fehlen eigentlicher Vulkankegel be­ruhe. Demgegenüber mufs hervorgehoben werden, dafs auf der südlichen Halbinsel krystallinische Schiefer (bei Duworu Pelu) auftreten, dafs von der Ostküste der Insel, aus dem Gorugo- Gebirge, Kohlen bekannt sind, dafs der vom Verf. zwischen Patani und Gimia aufgefundene Serpentin kein vulkanisches Gestein ist, sondern einem mächtigen Zuge von Enstatit- olivingesteinen angehört, der auf der südöstlichen Halbinsel eine weitere Verbreitung besitzt und sich ferner noch in südöstlicher Richtung über die Insel Fau bei Gebö bis nach der Insel Gagi erstreckt.

Nach Halmahera wurden drei Fahrten unternommen; 1) nach der nördlichen Halbinsel, wo der Verf. in der Gegend von Galela längere Zeit verweilte; 2) nach dem an der Westküste, Tidore gegenüberliegenden Orte Oba und 3) nach der Südosthalbinsel, wo von Gamsungi (Patani) aus ver­schiedene Ausflüge unternommen wurden.

In bezug auf die Bevölkerung kommt der Verf. zu dem Resultat, dafs diese letzten Reste einer alten prämalaiischen Bevölkerung sich noch am reinsten auf Halmahera erhalten haben. Nur die Unbekanntschaft mit andern Völkerschaften des Indischen Archipels konnte den Verf. ver­anlassen, einen derartigen, durchaus unzutreffenden Ausspruch zu thun. Seine eigenen Photographien liefern bereits den besten Beweis vom Gegenteil.

Von Ternate aus wurde noch ein Ausflug nach der Insel Batjan mit

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