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Alles in Mulm und Moder Ewandelnd, das Unkraut em­porwuchert".

Wenn es nun zunächst Sache des Forstmannes ist, den Verderben bringenden Insekten des Waldes nackizuspüren und Mittel und Wege zu suchen, ihrer Ausbreitung vorzu­beugen. so bleibt es sür den nichtfachmännischen Naturfreund immerhin von hohem Interesse, die Lebensweise dieser Thiere zu belauschen, und der Fall ist nicht selten, daß dabei das unbefangene Auge des schlichten Beobachters werthvolle Auf­schlüsse über das Leben der Insekten entdeckt hat. Es wäre sehr schön, wenn die Lokalsammlungen zu ähnlichen Beobachtungen anregen würden.

Aus der Nähe.

Dieburg, 13. Mai. Unsere Stadt wurde gestern von einem großen Brandunglück heimgesucht. Das Feuer war, wie man denN. H. Vollsbl." schreibt, abends kurz nach 7 Uhr in der Scheuer des Herrn Bäckermeisters Ott ausge­brochen und verbreitete sich von da aus in wenigen Augen­blicken auf die Nachbargebäude. Mit rasender Schnelligkeit leckten die Flammen, begünstigt von dem Wind, in den eng­gebauten Stadttheil, dessen Gebäude von Holzfachwerk aufgeführt sind und der Brandmauern vollständig entbehren, von First zu First, so daß es fast vergeblich schien, der Macht des Feuers und seiner verheerenden Wirkung Einhalt zu bieten. Die hiesige Feuerwehr war zwar rasch am Platze, und die Feuerwehren der Nachbarorte Groß-Zimmern, Eundershausen und Münster waren zur thätigen Mithülfe herbeigceilt. allein trotz des energischen Eingreifens gelang es erst gegen Mitternacht, des entfesselten Elementes einigermaßen Herr zu werden und ein weiteres Umsichgreifen zu verhüten. Die Löscharbeiten wurden besonders erschwert durch den herrschenden Wassermangel und die engen Straßen. Es fielen den Flammen zum Opfer 6 Wohnhäuser, 5 Scheunen und mehrere Nebengebäude. Der Schaden ist ziemlich bedeutend. Die Abgebrannten sind größten- theils versichert. Das Vieh konnte sämmtlich gerettet werden. Der Feuerherd erstreckt sich auf den Gedäudekomplex zwischen der Schlossergasse (Ostseite) und der Löwengasse (Westseite), lieber die Entstehungsurjache des Feuers ist nichts bekannt.

* Port Elizabeth.

ImFrank. Kur." veröffentlicht H. Gebert folgende Schilderung dieses Hafenplatzes: Port Elizabeth liegt, wie inan sich vielleicht erinnern wird, im englischen Kapgebiet in Südafrika und zwar in der an der Südostküste ge­legenen , etwa 45 Kilometer breiten Algoa-Bai. Port Elizabeth ist eine rechte Handelsstadt; dem Handel ihren Ursprung verdankend, wird ihr ferneres Gedeihen auch einzig durch diesen gefördert. Sicherlich haben nicht die An­nehmlichkeiten der Natur oder die Vorzüge des Bodens den weißen Eindringling bestimmt, sich dort anzusiedeln, sondern nur die Thatsache, daß dort vcrhältnißmaßig noch der beste Anlegeplatz sür die Schisse ist, die dorthin fremder Länder Produkte bringen und die allerdings bis jetzt nur spärlichen Erzeugnisse des Inlandes entführen sollen.

Die Küste, welche die Bucht umsäumt, besteht lediglich aus Sand. Nach Norden zu breitet sich eine mit niedrigem Buschwerk bewachsene Ebene aus, aus welcher einige Meilen landeinwärts ein kleines Gehölz steht; sonst kein Baum, kein Strauch. Ein 4500 Fuß hoher Hügel erstreckt sich von Nord nach Süd und verläuft in eine schmale sandige Land­zunge, deren äußerste Spitze, Cap Neciff, einen Leuchtthurm trägt. Auf diesem Hügel selbst, auf seinem Abhang und auf dem zwischen ihm und dem Strand liegenden 300 bis 4Ü0 Schritt breiten Landstreijen ist die Stadt erbaut.

Der einzige Weg, an Land zu kommen, führt über die beiden mehrere hundert Fuß in'sMeer vorspringenden Landungs- fi brücken (jettees). Sie vermitteln hauptsächlich das Löschen und Laden der Seeschiffe. Die auf ihnen befindlichen Dampfkrähnx heben die Güter aus denLeichtern" (Das sind kleinere, die ! weiter draußen ankernden Schiffe entlastende Lastfahrzeuge) unmittelbar auf Eisenbahnwagen. Bei ruhiger See legen auch die Seeschiffe selbst an diesen Brücken an.

Verlassen wir den kleinen Fährdampfer, der uns von Bord , unseres Schiffes gebracht, und betreten wir die jetty, so fallen uns sofort die zahlreichen Neger auf, die hier mit dem Entladen der Fahrzeuge und dem Beladen der Eisenbahn­wagen beschäftigt sind. Barfuß, in schmutziger, zerlumpter Hose, ein bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit abge­nutztes Hemd auf dem Leibe, barhäuptig oder einen unsag­bar alten Filz auf dem Kopfe und, als jedenfalls ihrerseits sreudigst begrüßte Errungenschaft europäischer Kultur, eine ungeheuer klotzige Tabakspfeife zwischen den wulstigen Lippen, so gehen diese aus dem Jnlande stammenden halbwilden Kerle ihrer Beschäftigung nach, hin und wieder, scheinbar zwecklos, einen pfeifenden, schnalzenden oder heulenden Ton , ausstoßend. Der Schwarze verdient hier täglich 34 Shilling ; (34 Mark), braucht vielleicht Sixpence ( 50 Pfg.) für seinen täglichen Unterhalt und erspart auf diese Weife soviel, daß er nach einigen Jahren, in seine Heimath zurückgekehrt, sich eine Frau seines Stammes kaufen kann, die ihn ernährt und für ihn arbeitet, während er sich selbst für den Rest seines Lebens auf die faule Haut legt.

Gehen wir weiter und betreten wir das Festland. An der Eisenbahnstation vorüber, vor welcher mehrere von malayischen Kutschern gelenkte Droschken halten, gelangen wir in die Haupt­straße des Ortes. Hier sehen wir sogleich das für das ganze Kapland charakteristische Fuhrwerk, welches, von den wenigen » Eisenbahnlinien abgesehen, den Verkehr und Handel im Jnlande vermittelt: den Ochsenwagen. Das mit Fellen, Wolle oder dem hier höchst kostbaren Brennholz beladene, plump gebaute Fuhrwerk ist mit 6, 8, ja 10 Paar Ochsen 1 bespannt, welche ebenso primitiv und thierquälerisch einge­jocht sind, als es die Ochsen der alten Egypter gewesen sein mögen. Ein dickes, über die Nacken eines jeden Paares gelegtes Holzstück trägt an jeder Seite zwei nach unten zeigende dünne Stücke, zwischen denen der Hals des Thieres steckt. Die Mitte sämmtlicher Joche verbindet eine langt Zugkette. Die armen Thiere sehen denn auch abgetrieben /J

und ausgehungert genug aus. Ein kleiner Negerjunge leitet fl

vorangehend das folgsame Gespann durch Wink und Zuruf, w

während ein erwachsener Neger mit mächtiger Peitsche als st

Treiber nebenher geht.

Doch setzen wir unsere Wanderung fort. Unser Ziel ist der Leuchtthurm auf der Höhe des Hügels inmitten der ein­gezäunten, baumlosen Grasfläche, welche der Einwohner von i

Port Elizabeth merkwürdiger Weise seinenPark" nennt. >

Einige furchtbar häßliche, zivilisirte Negerinnen, Weiber von j

riesiger Körperfülle, möglichst europäisch gekleidet,schweben" il

an uns vorüber, ohne uns nur eines Blickes zu würdigen; jedenfalls sind sie zu sehr von dem Bewußtsein ihrer Schön­heit durchdrungen. Sie thäten übrigens gut daran, statt ihren Wollkopf mit einem europäischen Hut, ihre unförrn- lichen Füße mit Schuhen zu bedecken. Weiterhin an der I Ecke kauern ein Paar Hindujungen in ihrer malerischen ' Tracht, und ein altes, mumienhaft eingeschrumpftes Hindu- : j Mütterchen, Apfelsinen und Bananen feilbieten^. Seine . dünnen braunen Arme und Beine sind mit Rillgen de« I