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Reihe am Rande wird gebildet, bis die überhand nehmende Sendimentschicht dem Leben des Thieres ein Ziel setzt. Diese Form ist die Urform, die andere, welche mit den Sedimenten nicht in Berührung konimt, hat die Röhrcn- bildung als sür sie unnöthig aufgcgeben, und sie ist ein Beispiel, in welchem Fluß der Artausbitdung die Gattung Aetheria begriffen ist.

Der dritte Gegenstand der Tagesordnung waren Mit- theilungcn des Herrn Dr. Julius Ziegler über S t o r ch n e st e r.

Anläßlich seiner Arbeit über dieStorchnester in Frankfurt a. M. lind dessen Umgebung" hat Herr Dr. Ziegler eine ausgedehntere Darstellung unter Zuhilfe- . nähme von Ravenstein's neuer großen Wandkarte (1 :100,000) des Mittelrheiu-Gebietes mit Höhenschichten ausgeführt, iit der die ihm bekannt gewordenen Storch- nester durch Fähnchen gekennzeichnet sind. In ihr treten die Verbreitungsverhältnisse noch augenfälliger hervor als in der kleinen Karte (1:170,000), die dem letzten Be­richte beigegeben war.

Um eine wenigstens ungefähre Vorstellung von dem weiteren Vorkommen des weißen Storches in ganz Europa

zu gewinnen, hat der Vortragende versuchsweise auch eine entsprechende Karte (1 : 12,000,000) angefertiat, welche veranschaulicht, wo der Storch nistet, wo er vorüber­gehend, besonders auf dem Durchzuge vorkommt und wo W?. Es knüpft sich hieran die Frage nach seiner eigentlichen Heimath.

Verlauf und die Wanderung der Isotherme Null hem.: betiemgen von 1,2 und 3 Grad 0., die er für den Früh- lahrszug der Störche wesentlich bestinimend hält, indem die mittleren Eintrittszeiten der ersteren mit den mitt- leren Ankunftszeiten der letzteren übereinzustimmen scheinen, unterstützt ^rden durch . einige Abbildungen

von Storchnestern unausgebrütet gebliebene Eier gefallene bezw. geworfene junge Thiere verschiedenen Alters und gelegentlich auch schöne erwachsene Exemplare dem Museum für die biolomsche Sammlung und die Lokalsammlung zuzuweisen.

Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen naLursorscherrden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., den 3. Februar 1894.

Der Vorsitzende, Herr Oberlehrer Blum, theilt mit, daß er dem Zoologen an der Universität Freiburg i. B.» Herrn Professor August Weismann, der am 17. Januar sein sechzigstes Lebensjahr vollendete, und dem

hysiologen Herrn Professor Moriz Schiff an der

niversität Genf zu seinem am 24. Januar stallgehabten fünfzigjährigen Doktorjubiläum die Wünsche der Sencken- bergischen Gesellschaft übermittelt habe.(In den Antwort­schreiben, die verlesen werden, gedenken die berühmten Gelehrten, die beide geborene Frankfurter sind, in Dank­barkeit des Senckenbergianums und seiner Schwester­anstalten, deren Vorträge und Sammlungen ihnen die erste Anregung zum Studium der Naturwissenschaften boten und die schließlich maßgebend für ihre spätere Richtung wurden.)

Alsdann lenkt der Vorsitzende die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf die zahlreichen ausgestellten Reptilien und Batrachier, die dem Museum im letzten Jahre durch Schenkung und durch Kauf zugeführt wurden und worüber der Sektionär sür Herpetologie, Herr Professor Dr. O. Boettger, wie folgt berichtet:

Das Verzeichniß der Schenker, die unser Museum in der letzten Zeit durch herpetologische Schätze bereichert haben, ist diesmal ein ungewöhnlich langes.

Wir erhielten von F. W. Ulrich und R. R. Mole in Port of Spain fast die gesammte Reptil- und Batra- chierfauna der Insel Trinidad 52 Gläser, von Konsul Dr. O. Fr. von Moellendorff in Manila seine und'Herrn Fl. Qu ab ras' Ausbeute von verschie­denen philippinischen Inseln 46 Gläser, von C. Fleischmann äüs Costa Rica und Fr. Beyschlag aus Deli, N.-O.-Sumatra, je 19 Gläser, von Dr. Ed. Fleck aus Deutsch-Südwest-Afrika und Dr. Heinr. Lenz aus verschiedener Provenienz je 17 Gläser, von Baron A. von Rein ach aus Pontianak, W-Borneo, 16 Gläser, von Konsul F. Mauß aus Venezuela 13 Gläser, von Direktor Dr. C. Berg aus der Argentina und Patagonien 12 Gläser, von Ru d. Henrich aus Wisconsin und Dr. Alex. König aus Algerien je 11 Gläser und von Prof. Dr. R. S e m o n aus Queensland und S.-O.-Neuguinea 10 Gläser. Kleinere Geschenke machten die Herren Dnined. H. Schädle mit Arten aus Marokko, F. Sikora mit solchen aus Ost-Madagaskar; Dir. Dr. Er. Haase gab Arten aus Siam, die Neue Zoolo­gische Gesellschaft solche von der Insel Capri, aus Süd-Afrika, von den Verein. Staaten und aus Neuholland, Dr. Fr. Werner aus Oesterreich, Algerien und Ceylon, Baron C. von Erlanger aus Tunis, H. Simon aus Syrien» Schulrath Dir. Dr. Eg. Schreiber aus Kärnthen rmd Bosnien, Prof. O.. Boettger aus Kamerun und Singapore, K. Escherich von der Insel Linosa. Alb. Textor aus Java und Br. Strubell aus Ecuador. Je eine Art erhielten wir zum Geschenk von.CLs. Eonemenos aus Epirus, Dr. Aug. Müller aus Syrien, von dem verstorbenen Ant. Stumpfs aus Madagaskar, von G. A. B o u l e n g e r aus Niederösterreich

und von der Bethmannschule hier aus Venezuela. Weiter bekamen wir ausDr. A. Voeltzkow's Ausbeute in W.-Madagaskar 34 Gläser, tauschten vom British Museum in London 12 Gläser verschiedener Provenienz und kauften von Herrn H. Fruhstorfer aus dessen westjavanischer Ausbeute 24 Gläser Reptilien und Ba­trachier.

Bei solchem Ueberfluß an Material ist es natürlich schwer, über das Einzelne zu berichten. Ich kann daher nur das Allerinteressanteste herausgreifen.

Unter den Sikora'scheu Arten sind es 4 für unser Museum neue Chamaeleons. die besonders auffallen, unter den Mauß'schen die im vorigen Jahres­berichte beschriebenen 3 neuen Frösche, darunter dev Beutelfrosch dkototrema pygmaeum, dessen Entwicklung in mehrfacher Hinsicht von der der großen Arten der Gattung abweicht. Auch die Fleisch»;

mann'sche Sendung aus Costa Rica enthielt ein neues Laubfröschchen, das bereits im vorigen Berichte beschrieben worden ist. Als besondere Raritäten sind zu bezeichnen die Spinnenschildkröte (Pyxis arachnoides Bell) von W.-Madagaskar, die wir Herrn Dr. A. Voeltzkow verdanken, der junge Borneo gavial (Tomistoma schlegeli 8. Müll.), ein Geschenk des Herrn Baron von Reinach, und die beiden marokkanischen Schelto- pusik (Ophisaurus koellikeri Gthr.) des Herrn Dr. Schädle, alles Arten, die nur in den größten Museen und auch hier nur in ganz wenigen Stücken an-, zutreffen sind. Herrn Dr. Alex. König verdanken wir die von ihm für Algerien zum ersten Mal nachgewiesene Eremias pubropunctata (Licht.) aus Wargla. Unter den von den Herren Urich LMole aus Trinidad geschenkten Arten ragen durch Schönheit hervor die kleinen Geckonen der Gattung Gonatodes, deren <$ und $ sich auffällig durch Färbung und Zeichnung von einander unterscheiden, das jeitene L der Eidechse Centropyx striatus Daud. und der für die Insel erstmals nach­gewiesene Scolecosaurus cuvieri Bits., sodann die Schlangen Ilerpetodryas macrophthalmns Jan, Elaps riisei Jan und das Prachtstück desVusch- meisters" Lachesis muta L., einer großen Giftotter aus dem Innern von Trinidad. Die merkwürdige, erst im vorigen Jahre als gute Art erkannte Viper» ursiniiBonap., für die ich den deutschen Namenklein­äugige Kreuzotter" Vorschläge, erhielten wir von zwei Seiten, durch G. A. Boulenger in London und Dr. Fr. Werner in Wien. Sie lebt in Niederösterreich, Ungarn, Sieben­bürgen, Bosnien, Italien und in den französischen Seealpen. Aus der Mo eilen dorff'schen Sendung sind zu er­wähnen die schöne Baumschlange vipsas gemmi* cincta D. B. aus Luzon, die Baumeidechsen vraco everetöa und guentberi Blgr. aus N.-Mindanao, sowie die neuen Frösche Sana leytensia von LeYte, Eana moellendorffi und P. sanguinea von den Calamianes-Jnseln und die neue Baumeidechse Draco quadrasi von Sibuyan. Unter den Lenz'schen Ge-