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-rfbftitung sehr wesentlich infolge des starken Zuwachses der städtischen Bevölkerung im Verhält niste zur ländlichen. ' Der Rückgang der Bevölkerung der Städte und Jndustriebezirke in ihrer körperlichen Entwicklung zeige sich am schlagendsten Per den irnfitfirifrfii>ti 'Im-ifiphinimMt tkinp nmHtrfii» -Jlit8=

militärischen Aushebungen. Eine amtliche Aus­hebungsstatistik fehle allerdings, obzwar sie verhältnißmäßig leicht durchführbar sei, leider noch immer; aus einer für einen ziemlich großen Bezirk angestellten Privatarbeit ergebe sich aber, daß dort in letzter Zeit von den zur Musterung kommenden jungen Mannschaften aus ländlichen Orten 9 /io waffentüchtig befunden wurden, dagegen aus Städten mit wenig Industrie nur 4 /io, aus solchen mit viel Industrie sogar nur 4 /g. Schon vom militärischen Gesichtspunkte aus empfehle es sich daher, der städtischen und Jndustriebevölker- ung ein erhöhtes Maß von Fürsorge zuzuwenden, und ganz besonders jetzt, wo die Zahl der jährlich einzustellenden Rekruten wesentlich vermehrt werden soll. Es sprechen aber auch wichtige Erwägungen sozialpolitischer Natur dafür, insbesondere die Thatsache, daß die städtische Arbeiterbevölkerung sehr geneigt sei, in falschverstandener Nachahmung von Lebensgewohnheiten der Wohlhabenden ihr den Ernährungszwecken dienendes Geld in unzweckmäßiger Weise anzulegen. So schwierig es scheine, solchen schlechten Gewöhnungen entgegenzuarbeiten, so lasse sich doch, wie be­stimmte Beispiele lehren, durch verständiges Vorgehen ' viel erreichen. , Zunächst habe man das Augenmerk auf den Staat als größten Kostgeber, als Ernährer der Armee, zu richten. Die Art der Verpflegung ist, wie Moltke seiner Zeck im Reichstage sagte, nicht nur für die zeitige Leistungs­fähigkeit des Soldaten von höchster Bedeutung, sondern wirkt auch auf fein späteres Leben, denn er bringt die während der Dienstzeit angenommenen Gewohnheiten zum Theil mit in die Familie. Man habe in Preußen gegenwärtig eine recht befriedigende Ernährung des Soldaten; doch bleibe zu wünschen, daß die Kost noch fettreicher werde, und daß überall täglich drei Mahlzeiten gereicht werden. Bei Arbeiter - Menagen, Volksküchen und ähnlichen Veran­staltungen . komme es nur darauf an, die Unter­nehmer, die meist den besten Willen haben, über die zur Zeit noch obwaltenden Mängel aufzuklären. Behufs Erleichterung des Bezuges von Nahrungsmitteln sei die Ver­billigung und Verbesserung des Transportes der zur Ver­sorgung der Städte bestimmten thierischen Lebensmittel, wie Fische, Milch u. A. m., die zweckmäßige Gestaltung des Handels in Lebensmitteln und die Förderung des Absatzes fabrikmäßig aufgeschlossener und gemahlener Hülsenfrllchte, sowie anderer leichtverdaulicher eiweißreicher pflanzlicher Nahr­ungsmittel (wie das Aleuronat und die Rademann'schen Erd­nußpräparate) anzustreben. Wo irgend möglich, solle man den Industriearbeitern den Erwerb oder die Pachtung eines Grundstückchens, auf dem sie Kartoffeln und Gemüse ziehen und Kleinvieh halten können, erleichtern. Auch die Aus­breitung der Konsumvereine, welche meist gut gewirkt haben, sei zu empfehlen. Alle diese Maßregeln aber würden nicht ausreichen, wenn nicht Hand in Hand mit ihnen die Er­ziehung zur Selbsthilfe gehe. Es empfehle sich die Ertheilung von Rath durch Arbeitgeber, Aerzte und andere Vertrauens­personen, die Abhaltung von öffentlichen Vorträgen und die Verbreitung von kleinen gemeinverständlichen Druckschristen, sodann besonders die Erricytung von Kochkursen für bereits im Erwerbsleben stehende arme Mädchen und für ältere Volks­schülerinnen. Gegenüber der mitunter aufgestellten Forderung

der Einführung eines vollständigen Haushaltsunterrichts.in Mädchenvolksschnle empfehle sich, in der Lehrerschaft das 3 ständniß für dieBedeutung der wichtigsten hygienischen und wi schaftlichen Fragen zu wecken und sie zu befähigen, den Unters in den jetzt üblichen Fächern der Elementarschulen so zu theilen, daß er inehr als bisher der Erziehung fürs prakth Leben zu gute komme. Zu diesem Zwecke müßten vor AI! in den Bildungsanstalten für Lehrerinnen und Lehrer wichtigsten Grundsätze der Ernährung dargelegt und gez^ werden, wie eine entsprechende Belehrung der SchülkiiH sich an den Unterricht über den menschlichen Körper, Thiere und Pflanzen, sowie an den Rechenunterricht schließen läßt. Unter Bezugnahme auf eine von ihm Hera gegebene Nahrungsmitteltafel nebst Erläuterungen für ?i Lehrer, legte Redner dar, wie etwa der betreffende Unters zu gestalten fei. Nachdem die Regierung des Großherz, thums Hessen Pene Nahrungsmitteltafel den Seminaren ! Großherzogthums empfohlen, seien andere deutsche Sch Verwaltungen, so die preußische, ferner die österreichische folgt, so daß man hoffen dürfe, einen Erfolg di

Maßregel zu bemerken. Nach einer an den Vortrag schließenden Verhandlung nahm die Versammlung einen Dr. Steidle eingebrachten Antrag an, nach welchem Behörden, Vereinen und -Arbeitgebern neben einer streu Ausführung des Nährungsmittelgefetzes die Beachtung von dem Referenten ausgestellten Sätze empfohlen wird.

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Goethe-Versammlung 1893.

Aus Weimar vom 26. Mai wird der BerlinerVolksztg' von Dr. Ludw. Stettenheim geschrieben:

Wer einmal nur in Weimar die Stunden des Goeth Festes mit durchlebt hat, den treibt es jedes Jahr um Pfingstzeit wieder dorthin. Oder wenigstens fühlt er Sehnsucht, dorthin zu pilgern. Dieses Jahr hatte Philologentag in Wien und die in München der Goethe-Versammlung einen großen Th) ihrer Besucher geraubt. Immerhin war eine stattliche zahl von Gästen gestern Vormittag im Saale zurErh ung" erschienen.

Professor O. Lorenz hielt, wie schon gemeldet, die Fe rede. Während im vorigen Jahre Helmholtz über Goethi Beziehungen zur Naturwissenschaft gesprochen hatte,. k trachtete diesmal ein Historiker Goethe's politisä Lehrjahre. Scherer hatte einmal zu Lorenz geäußert, d das Material für die Erkenntniß der politischen Weh anschauung gering fei. Lorenz muß ihm widerspreche Material ist genug vorhanden. Daß Goethe's politif Ansichten nur wenig erörtert sind, liegt an der Unbestimmt heit der Aufgabe. Seine Verwaltungsthätigkeit ist behände worden, aber diese Wirksamkeit hat mit seiner politische Anschauung nichts zu thun. Bei Betrachtung dieser Sei»( seines Wesens berücksichtigt man zu wenig die Stellung de! Dichters zu seinem Zeitalter in den letzten Jahren feine Lebens. Goethe beklagte es, daß man ihm immer Schills entgegenhalte, der ein viel größerer Aristokrat als er g wesen sei, und als eine schwere Kränkung erschien ihm de Vorwurf, Fürstenknecht zu fein. Er entgegnete mit de Worten, daß er wenigstens den Trost habe, Knecht eine Knechtes für das Wohl der Menschheit zu sein. Man ho wohl versucht, sich ein Bild von Goethe's politischen Ueber

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