aufmerksam macht. Demgegenüber erscheint uns <1 ie viel häufiger diskutierte Möglichkeit der arteriellen embolischen Entstehung des Pankreas-Echinokokkus als eines Echino­kokkus des groben Kreislaufs, zu denen ihn Hosemann, Lehmann, Schwarz und Pos seit zählen, unwahr­scheinlicher. Hinzu kommt, dafi weder dn Leber oder Lunge als den Filtern der kreisenden Embryonen Spuren lebender oder abgestorbener Hydatiden zu finden waren.

Theoretisch besteht noch die Möglichkeit, dafi es durch Ruptur einer intrahepatischen Hydatideneyste mit Einbruch in die groben Gallengänge zur Einwanderung von Skolices oder Tochterblasen in den Ductus Wirsungianus kommen könnte. Wir hätten es dann mit einem sekundären Echino­kokkus zu tun. Klinisch und autoptisch bestanden dafür keine Anhaltspunkte.

Die technische Ausführung der Operation richtete sich nach den gegebenen Verhältnissen. Eine Punktion der noch unversehrten freigelegten Cyste wurde nicht vorgenommen, da sie als alleinige Behandlung zwecklos gewesen wäre. Die Formolagc, wie sie von Delbe 190] empfohlen und bei Operationen abdomineller Echinokokkus-Cysten in der Regel vor der Eröffnung zur Keimabtötung ausgeführt wird, unterblieb, da die Diagnose nicht feststand. Nach unserem Befunde würden wir sie bei dem Echinokokkus des Pankreas auch nicht empfehlen können, wenn die Gefahr besteht, dafi Wirtskapsel und Darm in A erbindung stehen, so dafi das Formalin in die Pankreas-Gallengänge und das Duodenum fließen kann. Tn keinem der in der Literatur angeführten und hier zugänglichen Arbeit ist die Formo- lage des Pankreas-Echinokokkus ausgeübt worden, trotzdem ihre Berechtigung bei Operationen anderer Hydatiden an­erkannt ist. Für diese Unterlassung möge zum größten Teil die Unsicherheit der Diagnose und dann wohl die oben erwogene Rücksicht auf die Gewebsschonung schuld' ge­wesen sein.

Die Eröffnung der Wirtskapsel zur Ausräumung der Blase war nur durch eine Verletzung einer Schicht Organ­parenchyms möglich. Dieses Vorgehen erfordert ein exaktes

11