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Vaterland. Er ging zuerst nach Jena, später nach Wittenberg, wo er 1569 als Professor der Jurisprudenz eine Anstellung erhielt und 1586 starb.

Das Bild, welches Senckenberg im Jahre 1766 von einer Frau Anna Christine Diester weg geb. Heeser erhielt, war leider in einem sehr schlechten Zustande der Erhaltung. Offenbar schon in früher Zeit einmal restauriert, war es im Laufe der letzten Jahrzehnte weiterem Verfalle ausgesetzt, und soll jetzt noch einmal einer gründlicheren Wiederherstellung unterzogen werden. Einzelne gut erhaltene Partieen verraten, daß es ein vorzügliches Bild gewesen sein muß. Es ist ein Bild der Holbeinschen Schule, vielleicht von Amberger.

Michael Bernhard Valentini, zu Gießen 1657 ge­boren, studierte daselbst und erhielt 1687 den Lehrstuhl der Physik in seiner Vaterstadt, den er später mit dem der Medizin vertauschte. Bald machte er sich durch seine Erfolge in der praktischen und schriftstellerischen Thätigkeit so berühmt, daß er den ersten Rang unter den Professoren der Universität ein­nahm. Er wurde 1720 Senior und Ökonomie-Inspektor, 1728 Kaiserlicher Leibmedikus und des Heiligen römischen Reichs Comes palatinus. Er starb 1729.

Er war einer der ersten, welche in Deutschland die China­rinde therapeutisch verwandten.

Joseph Wenzel, ein älterer Bruder des Geheimrat Carl Wenzel, war 1768 in Mainz geboren. Er studierte in Mainz und erwarb sich mit seinem Bruder an demselben Tage dort die medizinische Doktorwürde. Beide Brüder traten dann eine größere wissenschaftliche Reise nach Bayern, Österreich und Italien an und kehrten nach zwei Jahren in die Heimat zurück.

1804 wurde Joseph Professor der Anatomie und Physio­logie. Seine ausgezeichneten Leistungen fanden allgemeine An­erkennung; jedoch war ihm nur ein kurzes Leben beschieden, denn er starb bereits 1806.

Es sind dann weiterhin zu erwähnen die beiden kleinen Porträts von Luther und Melanchtonin der untersten Reihe der Hinterwand, zwei Originalbilder Lucas Cranach des Jüngeren mit dessen Signatur aus dem Jahre 1552, ein Ge­schenk des Fräulein von Mühlen aus dem Jahre 1760.

IEV.-No. 74.

Inv.-No. 75.

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IüV.-No. 78 und 79.

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