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inv.-No. so. Ein medizinisches Kuriosum eigner Art stellt das folgende Bild dar. Es ist das Porträt eines Mannes, an welchem die erste historisch beglaubigte EröSnung des Magens (Gastrotomie) vorgenommen wurde.

Die Geschichte meldet von diesem folgendermaßen:

Den 19 Mai dieses 1635ten Jahres begab es sich, daß ein Bauersknecht von Grunwald, 7 Meilen von Königsberg Nahmens Andreas Grunheide sich übel in dem Magen befände, derohalben nahm er ein Messer, faßete solches bei der Spitze, und wiihlete mit der Schale in dem Halse, in der Meinung sich also zu übergeben oder zu brechen: Aber das Messer entfuhr ihm und ging bis in den Magen. DarauS ward der arme Kerl nach Königsberg gebracht zum Doctor Daniel Becker. Derselbe ließ ihm den 9 Julii in Gegenwart anderer Medicorum auf ein Brett binden und auf vorhergehende Application des magnetischen Pflasters durch einen Wundarzt Daniel Schwabe operiren. Das herausgezogene Messer ward hernach auf Begehren Anno 1637 dem Könige in Polen Wladislaus zugeschicket. Hernach hat es der König Johannes Casimir dem Hertzogen Boguslao Radzivilen gegeben, welcher es endlich wiederumb auf die Königsbergische Churfürstliche Bibliothek verehret, da es auch noch jetziger Zeit mit des Andreas Grunheide Bildnuß zu sehen ist. Dieser Grunheide hat nach der Zeit Anno 1641 geheirathet, und hat sich zu Landsberg in der Vorstadt wohnhaft niedergelassen.

Soweit der Chronist.

Der merkwürdige Fall wurde von dem kurbrandenburgi- schen Hofarzt und Professor in Königsberg, Daniel Beckher, im Jahre 1643 in einer Abhandlung ausführlich beschrieben. jnv.-No.82. Zum Schlüsse darf ich mir erlauben, Ihnen noch ein Bild

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aus dem Besitze der Stiftung zu zeigen, welches zwar nicht in den Rahmen unserer heutigen Betrachtung gehört, welches Sie aber gewiß wegen seiner Schönheit interessieren dürfte. Es ist dies ein Triptychon, welches der Stiftung im Jahre 1795 von Frau Kapitän Klotz, geh. Kirsch, nebst anderen Bildern vermacht wurde.

Nach dem Urteil eines hervorragenden Kunstkenners ist es dem Meister vom Tode der Maria zuzuschreiben.

Werfen wir noch einen kurzen Rückblick auf die Samm­lung. Der Kernpunkt ihres historischen Interesses liegt in den