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ihv.-No. 73.
Mysticismus, teils in astrologische und alchymistische G-rübeleien zu vertiefen. Er führte eine umherirrende Lebensweise unter sehr wechselnden Verhältnissen. Vom Gerücht, ein ausgezeichneter Arzt und großer Alchymist zu sein, begleitet, wurde er überall, da die Leute damals wie heute Gesundheit und Geld nötig hatten, mit offenen Armen aufgenommen und gefeiert; bald jedoch wurde er wegen seiner scharfen Angriffe auf die Lehren der Kirche und die Politik der Regierungen verfolgt. Nachdem er flüchtig teils in Deutschland, teils in Holland und Dänemark umhergeirrt war, praktizierte er einige Zeit in Altona, trieb Alchymie und polemische Schriftstellerei, saß nachher 7 Jahre lang gefangen in der Festung Hammershus auf Bornholm und kam endlich 1726 nach Schweden, woselbst er anfangs sowohl als Arzt wie auch als Theologe freundlich aufgenommen wurde. Aber nachdem er gegen gewisse Lehrsätze der lutherischen Kirche aufgetreten war, wurde er aus dem Königreiche verbannt. Nach erneutem Umherirren in Dänemark und Deutschland fand er endlich eine Zuflucht bei dem Grafen Wittgen- stein in Berleburg, starb aber bald daselbst, im Jahre 1734.
Mit diesem Manne, der trotz aller Schwärmerei und Theosophie ein sehr tiefes und ausgebreitetes Wissen besaß, stand Senckenberg in Verbindung. In Vorgefundenen Briefen wird Senckenberg Dippels genauester Freund genannt; Senckenberg erbte nach Dippels Tode einen Teil seines Nachlasses und mit diesem wohl dieses Bild, von welchem Senckenberg sagt, es sei 1705 hier in Frankfurt gemalt worden.
Dippel schrieb unter dem Namen „Christianus Democritus.“ Viele gedruckte Schriften aber auch noch manche ungedruckten Anden sich in unserer Bibliothek. Senckenberg hatte die Absicht, alle von Dippel Unterlassenen Schriften herauszugeben und eine ausführliche Lebensbeschreibung denselben beizufügen. Die Materialien von Senckenberg hierzu finden sich noch vor, welche zum Teil, soweit sie Frankfurter kirchliche Streitigkeiten betreffen, von erhöhter Bedeutung für unsere Stadt sind, weil Senckenberg die Namen der streitenden Persönlichkeiten zugesetzt hat.
Mathaeus Wesenvecius oder Wesenbeck war als Sohn eines angesehenen Juristen 1531 zu Antwerpen geboren und verließ 1552 als Protestant wegen der Religionswirren sein