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ist 1767 in Wien von Millitz gemalt. Senckenberg erhielt es 1768 zum Geschenk.

Der uns nun am meisten interessierende zweite Sohn des Johann Hartmann Senckenberg, Johann Christian, der Arzt, wurde am 28. Februar 1707 hier geboren. Schon in früher Jugend sprach sich der ihm angeborene Beruf zu einer naturwissenschaft­lichen Lebensthätigkeit so aus, daß er sich bereits im 13. Jahre ein Kräuterbuch gesammelt hatte, dessen Inhaltsverzeichnis noch vorhanden ist. Sein Universitätsbesuch mußte aufgeschoben werden, weil sein Vater nach dem großen Verluste bei dem Brandunglücke die Kosten nicht dazu aufwenden konnte. Durch private Arbeiten bereitete er sich hier in Medizin und Natur­wissenschaften vor und bezog erst in seinem 23. Lebensjahre die Universität Halle. Auf der Heimreise von Halle ging er über Berleburg, woselbst er den später noch zu erwähnenden Separatisten Dippel kennen lernte, dessen Wesen und Wirken auf sein Inneres einen mächtigen Einfluß ausübte. 1732 kam er nach Frankfurt zurück und erhielt, obwohl er noch nicht den Doktortitel erworben hatte, die Erlaubnis Praxis auszuüben. Neben dieser studierte er fleißig weiter, ging 1737 nach Göttingen und erlangte dort nach ehrenvoll bestandener Prüfung den Doktortitel. Er kehrte nach Hause zurück und behielt, abge­sehen von einer kurzen Abwesenheit als Leibarzt des Land­grafen von Hessen - Homburg, Statthalters zu Tournay in den Niederlanden, seinen bleibenden Wohnsitz in seiner Vaterstadt. Im Juni 1742 verheiratete er sich mit Johanna Rebecca Riese, der Tochter eines reichen Frankfurter Juweliers, mit der er nur VU Jahr in der glücklichsten Ehe lebte. Sie starb, nachdem sie einem Töchterchen das Leben gegeben hatte, welches ebenfalls nicht ganz 2 Jahre alt starb. 14 Monate nach dem Tode der ersten Gattin verheiratete Senckenberg sich zum zweiten Male mit Catharina Rebecca Mettingh, der Tochter des Ysenburgischen Regierungsrates Johann Jakob Mettingh. 1747 wurde ihm ein Sohn geboren, der aber schon 4 Monate nach seiner Geburt starb. Zwei Monate nachher schied auch die Mutter aus dem Leben.

Zum dritten Male verheiratete sich Senckenberg im Jahre 1754 mit der Witwe des Kurpfälzischen Rats Johann Christian Rupprecht geb. Bach. Doch auch diese Ehe, die für

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