3. Die Anzahl der Arbeitsplätze, die nach § 21 Absatz 2 des Vertrages für die Frankfurter Aerzte bereitzuhalten sind, ist von der Stiftungsadministration und dem Universitätskuratorium jeweils gemeinsam zu bestimmen.
4. Die von dem Anatomen für Aerzte und Künstler zu haltenden Vorlesungen sind bei Verhinderung des Anatomen von dem Prosektor zu halten und zwar nach näherer Vereinbarung zwischen der Stiftungsadministration und dem Universitätskuratorium in mindestens einstündiger Vorlesung und in mindestens einem Semester des Universitätsjahres.
5. Die nach dem Vertrage der Stiftungsadministration zustehende Verwaltung und Betriebsführung umfaßt selbstverständlich auch die Anstellung von Untcrbeamten.
6. Die Anhörung der Stiftungsadministration, die nach 8 28 des Gründungsvertrages für die Berufung des Anatomen stattzufinden hat, enthält als selbstverständlichen Bestandteil auch die Berechtigung der Administration zur Aeußerung, ob ihr der zu Berufende genehm ist, und ihre Berechtigung den Anatom vor seiner Berufung über die Verhältnisse zu orientieren, sowie endlich die Befugnis einen etwaigen Widerspruch gegen die Berufung dem Universitätskuratorium zur Weitergabe an den Minister zu überreichen (vgl. auch 8 21 Absatz 2).
Von den übrigen Erschienenen wurde gegen diese Erklärung der Dr. Senckenbergischen Stiftungsadministration Widerspruch nicht erhoben.
Den Plänen, des von Seiten der Stiftung zu errichtenden Jnstitutsgebäudes für normale Anatomie, wurden nach Benehmen mit dem Kultusminister, die Einrichtungen des, den gegenwärtigen Anschauungen am meisten entsprechenden Marburger Instituts zu Grunde gelegt.
Ueber den Ausbau und den Betrieb des Botanischen Instituts ist zu berichten, daß die mit der Stadt und der Palmengarten-Gesellschaft gepflogenen Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gekommen sind.
Im Bürgerhospitale wurden im Berichtsjahre 1240 Patienten mit 35419 Verpflegungstagen (gegen 1368 Patienten mit 34433 Verpflegungstagen im Vorjahre) und ambulatorisch 320 Personen behandelt.
Die täglichen Durchschnittskosten für Verpflegung und Behandlung der Kranken erhöhten sich gegen das Vorjahr von M. 5.32 auf M. 5.49 für den einzelnen Kranken.
Der Chefarzt der inneren Abteilung, Herr Dr. B. Scholz las im Winter 1912/13 in den durch den Ortsausschuß des Central-Comites für das ärztliche Fortbildungswesen in Preußen veranstalteten Fortbildungskursen für die Aerzte von Frankfurt a. M. uud Umgegend über „die Bedeutung des pharmakologischen Grundgesetzes — von Jakobh — für die Therapie" und über „Haemophilie."
Die Assistenzarztstelle der inneren Station hatte vom 1. April 1912 bis zum 31. März 1913 Herr Dr. med. Adolf Hinkel inne, die der äußeren Station für denselben Zeitraum Herr Dr. Otto Erbach.
Als Medizinalpraktikanten arbeiteten auf der inneren Station Herr Erasmus Pauly vom I.Mai 1912 bis 14. Januar 1913, Herr Moses Strauß vom 5. Januar bis 28. Februar und Herr Carl Oelemann vom 1. März 1913 ab.
Durch Bekanntmachung des Regierungspräsidenten vom 31. Dezember 1912 wurde die Zahl der im Bürgerhospital zuzulassenden Medizinalpraktikanten auf zwei festgesetzt.
Die staatliche Prüfung der in der Krankenpflegeschule des Bürgerhospitals ausgebildeten Schwestern des Evangelischen Diakonievereins Zehlendorf fand am 23. und 24. Oktober 1912 und am 28. und 29. März 1913 statt. Es wurden insgesamt 13 Schwestern geprüft, von denen 7 Schwestern mit der Note I ausgezeichnet wurden, und 6 Schwestern die Note II erhielten.
Die bis zum Jahre 1899 von R. Schrotzenberger und Fr. Wendling bearbeitete Stiftungschronik wurde vom Hospitalmeister Ebeling bis Ende 1912 vervollständigt und von ihm als Band III der Stiftung zugeeignet.
Von den Insassen, der mit dem Bürgerhospital vereinigten Pfründnerstiftungen verstarb Herr Ludwig Sann der Brönner-pp-Stiftung am 12. Januar 1913.
Ausgenommen als Pfründner der Brönner-pp-Stiftung wurden am 15. Mai 1912 der Schreiner Heinrich Peter und am 1. März 1913 der Bildhauer Hermann Artlich. Als Pfründner der Klingling Stiftung trat am 15. Mai 1912 Fräulein Anna Elisabeth« Franziska Desprez ein.
In dankenswerter Weise veranstaltete Frau Else Kunz für die Patienten des Bürgerhospitals wiederum einen ihrer, bei den Kranken recht beliebt gewordenen Unterhaltungsabende.
Die Weihnachtsbescheerung für die Patienten und Pfründner fand am Nachmittage des 23. Dezember 1912, nach vorherigem durch den Stiftsprediger Herrn Professor Dr. Gotthold gehaltenen feierlichen Gottesdienste, in althergebrachter Weise im Betsaale des Bürgerhospitals statt. Durch Musik- und Gesangsvorträge trugen zur Verschönerung des Festes in hohem Maße bei: Herr Königlicher Musikdirektor E. Par low, Fräulein Marie Burnitz und Fräulein Leni Reichard. Ihnen, wie auch den Spendern der reichen Gaben, sei an dieser Stelle im Namen der Kranken und Pfründner nochmals herzlichst gedankt.