Im Pathologisch-anatomischen Institut wurden vom Direktor des Instituts, Herrn Professor Dr. B. Fischer folgende Vorlesungen gehalten:
1. Im Sommer 1912: „Kursus der pathologischen Histologie" einmal wöchentlich im Institut.
2. Im Winter 1912/13:
a) „Pathologisch-anatomische Demonstrationen", Mittwochs, abends von 7—8 Uhr im Institut.
b) „Grundprobleme der Geschwulstlehre", Donnerstags, abends von 7—8 Uhr im Institut.
In der Zeit vom 1. April 1912 bis 31. März 1913 sind vom Institut 1516 Sektionen und 971 Untersuchungen ausgeführt worden (gegen 1343 Sektionen und 872 Untersuchungen im Vorjahre.)
Die ärztlichen Hilfskräfte im vergangenen Jahre waren:
Prosektor: vr. Reinhardt, dann vr. Goldschmid.
Leiter der bakteriologischen Abteilung: Prof. vr. Marx.
I. Assistent: Oberarzt vr. Martius, dann vr. Jaffs.
II. Assistent: vr. W. Jonas, dann vr. H. Winkler.
III. Assistent: vr. R. Jaff6, dann Oberarzt vr. Emden.
Dolontärassistenten: vr. K. Zimmermann, vr. H. Herxheimer, vr. Hayashi. Medizinalpraktikanten: vr. Fritz Laquer, vr. P. Ohnacker, vr. F. Kleeblatt, vr. F. Eberstadt.
Ferner arbeiteten im Institut: Geh. Med. Rat Professor vr. Quinke, Professor vr. Peschel, San.-Rat vr. Auerbach.
Während der akademischen Ferien arbeiteten eine große Anzahl studierender Herren und Damen im
Institut.
Die wissenschaftlichen Arbeiten des Instituts wurden zum größten Teil in der vom Institut herausgegebenen Frankfurter Zeitschrift für Pathologie veröffentlicht.
Herr vr. phil. Gustav Wahl, der seit 1907 als Bibliothekar der Senckenbergischen Bibliothek Vorstand, erhielt im Januar 1913 die Berufung zum Direktor der neu gegründeten „Deutschen Bücherei" in Leipzig, deren Ruf er zum 15. Mai 1913 auch folgte.
In ihm verliert die Senckenbergische Bibliothek einen außerordentlich tüchtigen Leiter, dessen Name mit der Neuorganisation der Bibliothek für alle Zeiten verknüpft bleiben wird.
Mit der Vertretung des Bibliothekars, bis zur Wiederbesetzung der Stelle, ist der wissenschaftliche Hilfsarbeiter an der Senckenbergischen Bibliothek, Herr vr. jur. Walther Rauschenberger beauftragt worden.
Mit Rücksicht auf die erhebliche Vermehrung der Bibliotheksgeschäfte ist vom 1. April 1913 ab die Stelle einer Bibliotheks-Sekretärin neu bewilligt worden.
Die Bibliothek war an 290 Tagen der Benutzung zugänglich. Die Zahl der Besucher des Lesesaales betrug 5340, die der Entleiher 535. Im Lesesaal wurden benutzt 8420 Bände, verliehen wurden 7465, zusammen 15885 Bände, (gegen 13902 Bände im Vorjahr).
Die botanischen Vorlesungen wurden von Herrn Professor vr. Möbius im Museum der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft abgehalten und zwar im Sommer 1912 (30. April bis 12. Juli und 13. August bis 24. September) Dienstags und Freitags von 6—7 Uhr, 34 Vorlesungen über „Biologie der Pflanzen" (2. Teil: Biologie der Fortpflanzung und Verbreitung, Verhältnis der Pflanzen zu den Tieren) mit Demonstrationen, und im Winter 1912/13 (29. Oktober bis 11. März), ebenfalls Dienstags und Freitags von 6 — 7 Uhr, 35 Vorlesungen über Anatomie und Morphologie der Pflanzen, mit Demonstrationen. Im Sommer 1912 wurde auch ein mikroskopisch-botanisches Praktikum für Anfänger (wie 1910) Donnerstags von 3 bis 6 Uhr im Laboratorium des Museums (2. Mai bis 11. Juli und 15. August bis 19. September) mit 20 Teilnehmern abgehalten. Im Anschluß an die Vorlesungen des Sommers fanden 8 Exkursionen in die Umgegend statt.
Die Schau- und Lehrsammlung wurde teils durch Geschenke, teils durch selbst hergestellte Präparate, Wandtafeln und dergl. so vermehrt, daß das Bedürfnis ihrer Unterbringung in neueren, größeren Räumen immer fühlbarer wird.
Der neue botanische Garten hat sich günstig entwickelt, doch war es wegen der früheren erwähnten Schwierigkeiten leider immer noch nicht möglich, den dringend notwendigen Bau eines Gewächshauses auszuführen, so daß die alten Gewächshäuser auf dem Grundstück an der Stiftsstraße weiter benutzt werden mußten.
Im Neurologischen Institut des Herrn Professor vr. Edinger hat sich der Personalstand dadurch geändert, daß Herr vr. Franz ausgeschieden, und Herr vr. Walter Stendell als Assistent für