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höhere Ziele steckte, sich keine gewichtige Stimme für die Erhaltung der beiden höheren Bildungsanstalten des Großherzogtums aussprach.
Nicht alle standen auf diesem beschränkten Standpunkt; bezeichnenderweise sind es gerade die Freunde des Sencken- bergischen Instituts gewesen, die das Eingehen der Hochschule bedauert haben. Um so schmerzlicher empfanden die Leiter der Stiftung die scharfe Kritik, die Goethe 1816 in seinen Kunstschätzen am Rhein und Main an ihrer Tätigkeit oder besser an ihrer Untätigkeit übte, eine Kritik, die sich nicht an die richtige Adresse gewendet hatte, denn die Leitung des Stiftes war gewiß nicht daran schuld, daß man durch die Aufhebung der Hochschule den Zufluß wissenschaftlichen Lebens abgegraben hatte.
Der längere Aufenthalt, den Goethe in den Jahren 1814 und 1815 in seiner Vaterstadt genommen hatte, diese neue und letzte Berührung mit dem heimatlichen Boden, ist für ihn und seine hiesigen Freunde von der größten Bedeutung gewesen: Marianne Willemer und der Westöstliche Diwan! Aber nicht nur der Dichter, auch der Freund von Kunst und Wissenschaft gab und empfing reiche Anregung bei diesem Besuche. Es war die Zeit nach der Vertreibung der französischen Fremdherrschaft — der Staat des Fürsten Primas und das Großherzogtum Frankfurt waren ja beinahe nur französische Provinzen — es war die Zeit, da die Bürgerschaft ihre politische Verfassung neu schuf, aber in frischem Mut auch an die Erneuerung ihres geistigen Lebens ging: Studiis libertati reddita civitas, den Wissenschaften die der Freiheit wiedergegebene Bürgerschaft, so lautet die Inschrift auf der Stadtbibliothek, und sie darf als Kennwort der damaligen Renaissance auf geistigem Gebiet gelten; ihr Grundzug, die Zusammenarbeit der Bürgerschaft, ist eine neue, erfreuliche Erscheinung in der städtischen Geschichte; die Gründung der Polytechnischen Gesellschaft, die InangriSnahme des Neubaues der Stadtbibliothek sind die ersten Früchte gewesen.
Während Goethe den politischen Bestrebungen seiner Mitbürger kühl oder gar ablehnend gegenüberstand, nahm er um so größeren Anteil an den wissenschaftlichen und künstlerischen. Er hat den Frankfurtern von damals verschiedene angenehme