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engen beruflichen Kreis seiner Kollegen, der Ärzte, in seinem Institut ein eigenes Organ schaffen, derWissenschaft einen Tempel errichten, wie seine eigenen Worte lauteten. Das Kol­legium der Frankfurter Ärzte sollte seine Anstalten und Samm­lungen verwalten und verwenden zur Verbesserung der Gesund­heitspflege in der Stadt, zur Ausbildung und Hebung des ärzt­lichen Standes so etwa hat Senckenberg die teils praktische, teils wissenschaftliche Arbeit seines Institutes bestimmt. Seine Entwickelung hat die Erwartung des Stifters nicht erfüllt: es hat die Teilnahme der Bürgerschaft nicht gefunden, und seine Mitglieder haben nicht im Sinne Senckenbergs zusammengear­beitet. Es bedarf noch der näheren Aufklärung, wie weit die Schuld liegt an ungünstigen Zeitverhältnissen, zumal an den Kriegsjahren zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts, wie weit an Personen, wie weit an ungeeigneter Verwendung der Geld­mittel und auch an den allzu engen Bestimmungen, die der Stifter getroffen hatte. Kurz, die Entwickelung war eine un­befriedigende, ungleiche. Auf den Verlust der reichsstädtischen Unabhängigkeit im Jahre 1806 folgte die Herrschaft des Für­sten Primas Karl von Dalberg. So peinlich die Erinnerung an die politische Tätigkeit dieses Fürsten ist, so erfreulich ist die Erinnerung an seine Maßnahmen und Versuche, der Stadt ein neues geistiges Leben einzuhauchen; das sind Säkularfeiern, die wir mit bestem Gewissen begehen können, ohne daß wir alles zu billigen brauchen, womit der Fürst unsere Urgroßväter beglücken und geistig heben wollte. In allen darauf abzielenden Erwägungen jener Zeit, nicht nur in denen des Landesherrn, spielte das Institut Senckenbergs als Kristallisationspunkt für ihm verwandte Bestrebungen eine große Rolle. Die beste Gelegen­heit, aus ihm ein wirksames Organ für die Pflege von Heil­kunde und Naturwissenschaft zu machen, bot sich, als der Fürst Primas oder vielmehr der Großherzog von Frankfurt 1812 be­schloß, in Frankfurt eine medizinisch-chirurgische Schule als die medizinische Fakultät der Landesuniversität zu schaffen; gerade in Rücksicht auf Senckenbergs Anatomie und den botanischen Garten war Frankfurt als ihr Sitz ausersehen. Gegen diesen Plan erhob sich aber ein scharfer Widerspruch aus der Bürger­schaft: der Departementrat, in dem die Vertreter der Intelli­genz und der Großkaufmannschaft saßen, bekämpfte das fran-