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Werfen wir einen Blick auf die Entwickelung des Insti­tuts und betrachten wir einige Episoden seiner Geschichte näher, die seinen Anteil am geistigen Leben der Stadt beleuchten.

Wie in ganz Deutschland, so hat auch in unserer Stadt gegen das Ende des siebzehnten Jahrhunderts das geistige Leben einen mächtigen Aufschwung genommen; es ist das Zeitalter von Leibniz, der in seiner enzyklopädischen Allseitigkeit der her­vorragendste Vertreter der Gelehrsamkeit jener Zeit ist. Die meist lateinisch geschriebenen Werke der damaligen Gelehrten sind freilich nicht tief in das Volk eingedrungen; aber für die ge­bildeten Kreise sind sie doch fruchtbar gewesen. Auch unsere Stadt hat um die Wende des siebzehnten und achtzehnten Jahr­hunderts eine Anzahl von Gelehrten aufzuweisen, von denen reiche Anregungen auf die geistige Betätigung ihrer Mitbürger ausgegangen sind. Der Theolog Spener, der Sprachforscher und Historiker Hiob Ludolf, der Chronist Achilles August von Lersner und der Bücher- und Handschriften - Sammler Zacharias Konrad von Uffenbach gehören dieser Zeit an. Auch die Naturforschung im weitesten Sinne fand damals einige hervorragende Vertreter. Schon Ende des siebzehnten Jahrhun­derts verlangte Jakob Bendervon Bienenthal einen bota­nischen Garten für Frankfurt, teils zur Förderung der Heil­kunde, teils als Erholungsort für die Bürgerschaft eine Forderung, der erst nach zwei Jahrhunderten in unserem Palmengarten volle Befriedigung geworden ist; gegen 1700 legte der naturwissenschaftlich gebildete Bibliothekar Waldschmidt die Sammlungen der Stadtbibliothek an, die sich auch auf naturwissenschaftlich interessante Gegenstände erstreckten; und etwas später entstand die große Privatsammlung Johann Friedrichs von Uffenbach von Naturalien und physika­lischen Instrumenten. Derselbe USenbach, ein Bruder des Bücher­sammlers, vereinigte gleichstrebende Freunde in einem Kränz­chen, welches sich vorzugsweise mit naturwissenschaftlichen Forschungen befaßte. Verbreitete sich auch so das Interesse an der Naturkunde in weiteren Kreisen, das Interesse an der Wissenschaft, deren praktische Bedeutung jedermann begriff, da ihre Förderung zugleich Förderung der Heilkunde war, so fehlte doch hier wie auf anderen Gebieten die zielbewußt ge­leitete Zusammenarbeit. Ihr nun wollte Senckenberg für den