die erste, die in der Anatomie der Stiftung seziert wurde; sei­nem Wunsche gemäß wurde sie im Stiftsgarten bestattet. Das Spital konnte erst am 21. März 1779 eingeweiht werden.

Keine Akademie hätte sich der Senckenbergischen Anstalten zu schämen brauchen, hat Goethe gerühmt. Mit welchen Mitteln hat dies der Stifter zuwege gebracht? Wenn wir sie vergleichen mit den Mitteln, die heute auf große Stiftungen verwendet werden, dann springt der Wandel der Zeiten im Wert des Geldes, im Wachstum der Erfordernisse der Wissenschaft in die Augen. Als Senckenberg sein der gesamten medizinisch­naturwissenschaftlichen Forschung dienendes Institut gründete, standen ihm sein Haus in der Hasengasse und 95000 Gulden Kapital zur Verfügung; von diesem Kapital sollte noch ein Drittel für die Krankenpflege abgehen. Immerhin machte das Vermächtnis nach dem Wert der gestifteten Summe auf die Mitbürger den Eindruck wie etwa heute eine mehrfache Mil- lionen-Stiftung. Zehn Jahre später, kurz nach dem Ableben des Stifters, ergab die erste Aufnahme des Stiftungsvermögens ein Kapital von 116 555 Gulden 46 Kreuzern und das Gelände vom Eschenheimer Tor an bis zur Radgasse mit den Gebäuden. 1789 belief sich das Kapital schon auf 273000 Gulden: dem Hospital waren inzwischen 142000 Gulden, dem Institut aber nur 7000 Gulden aus der Bürgerschaft zugewendet worden. Mit anderen Worten: je mehr das Interesse am Spital zunahm, um so geringer erzeigte sich das für das Institut; Senckenberg hatte dies richtig vorausgesehen.

Ich möchte hier nicht die Geschichte des Krankenhauses schildern; ich beschränke mich darauf, festzustellen, daß es mit Hilfe der Bürgerschaft, deren Kranke es ja auf nehmen sollte, erfreulich gedieh, daß eine große Anzahl hervorragender Frank­furter Ärzte dort ihre praktische Ausbildung erfahren hat. Ein Jahrhundert hat das alte, von Senckenberg erbaute Haus dem Bedürfnis genügt;erst 18711875 entstand mit städ­tischer Beihilfe das neue Gebäude auf dem östlichen Teil des Geländes, das die Stiftung in der ersten Hälfte des neun­zehnten Jahrhunderts nach und nach hinzugekauft hatte. Nach drei Jahrzehnten schon waren auch diese Räume zu eng und den Anforderungen der heutigen Wissenschaft nicht mehr genügend.