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dem Stifter am meisten am Herzen; der Stiftungsbrief vom 18. August 1763 bestimmte ihm zwei Drittel und nur ein Drittel zur Verteilung au arme Kranke. Erst der Zusatzbrief vom 16. Dezember 1765 ordnete die Verwendung dieses Drittels für die Errichtung eines Spitales für Bürger und Beisassen an: ein solches fehlte damals noch in der Stadt; denn das alte Hospital zum Heiligen Geist diente nur der Aufnahme fremder Kranker. Dem Institut blieb seine Hauptsorge zugewendet; seine Entstehung und Zukunft zu sichern, war sein fortwährendes Mühen und Sorgen, denn er zweifelte nicht daran, daß sein Krankenhaus durch weitere Stiftungen seiner Mitbürger gedeihen werde; er war dieser Hoffnung so sicher, daß er an dem Gebäude die lateinische Iuschrift mit den Worten schloß: civium munificentia amplificatum. 1770 ließ er den Stiftungsbrief und die Zusätze für die Öffentlichkeit drucken; es darf bemerkt werden, daß der Stifter der Öffentlichkeit, d. h. der Gesamtheit der Bürgerschaft im Gegensätze zur Administration und auch zur Regierungsbehörde, eine weitgehende Kontrolle gewahrt wissen wollte. Die Vorrede des Stifters und die Begleitworte des Neffen sind ein schönes Denkmal der Liebe des Stifters zu seiner Vaterstadt und den Mitmenschen — er wolle sich dankbar erweisen für alle Wohltaten, die er in seiner Vaterstadt genossen habe, so sagt er in der Vorrede — aber auch ein schönes Denkmal der hohen uneigennützigen Gesinnung dessen, dem nach dem üblichen Erbgang das Vermögen hätte zufallen müssen, des Freiherrn Renatus von Senckenberg, des würdigen Sohnes des Reichshofrats.
Ursprünglich war das Senckenbergische Haus in der Hasengasse als Stiftungsgebäude in Aussicht genommen; als aber der Zweck der Stiftung durch das Krankenhaus erweitert wurde, kaufte Senckenberg im Jahre 1766 das große Gelände am Eschenheimer Tor an. Zunächst baute er die Anatomie, das Laboratorium und das Gewächshaus; er legte den Botanischen Garten an und ordnete seine Bibliothek und seine Sammlungen — alles zugunsten seines Instituts; erst dann begann er den Bau des Hauptgebäudes, des Spitals. Seine Vollendung sollte er nicht mehr erleben; am 15. November 1772 nachmittags vier Uhr stürzte er bei der Besichtigung des gerade fertig gewordenen Spitaltürmchens ab und brach das Genick. Seine Leiche war