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neuen bürgerlichen Vertretungen zu deren Gunsten einzugreifen. Mehrere Jahre nach der Suspension erfolgte die Gefangensetzung Senckenbergs, um den Gegner endlich mundtot zu machen: von 1769 bis an sein Lebensende, sechsundzwanzig lange Jahre, verbrachte er auf der Hauptwache: Erasmus Senckenberg ist der dauerhafteste und interessanteste Gefangene unserer kleinen Frankfurter Bastille gewesen.
Zwischen den beiden so verschiedenen juristischen Brüdern steht der Arzt, unser im Jahre 1707 geborener Johann Christian Senckenberg. Der äußere Gang seines Lebens ist rasch erzählt. Von Jugend auf unter dem Einflüsse des Vaters war das Interesse für die Naturwissenschaften vorherrschend; er hat die Heilkunde studiert, mehr als Autodidakt wie auf Hochschulen. Der Rückgang des väterlichen Vermögens und der Tod des Vaters waren der regelmäßigen Ausbildung auf der Universität hinderlich. Er promovierte 1737 in Göttingen; er ist der erste medizinische Doktor der Georgia Augusta gewesen. Es war nicht sein Streben, rasch zu einer Praxis zu kommen, so sehr ihn die geldbedürftige Mutter auch dazu drängte. Mit heißem Bemühen suchte er die gesamten Naturwissenschaften der Zeit kennen zu lernen und mit nicht geringerem Eifer suchte er sich mit den religiösen Fragen auseinanderzusetzen, welche seine Zeit bewegten. Die Frankfurter Gesellschaft etwa der Jahre 1730—1740, die entscheidend für die Ausbildung der Persönlichkeit unseres Senckenberg gewesen sind, war eine geistig sehr regsame, und gerade das Studium der Natur wurde damals in den besseren Kreisen eifrig betrieben; aber auch die Beschäftigung mit den göttlichen Dingen war als Nachwirkung von Speners Tätigkeit sehr lebhaft; es war eine der Absonderung von der offiziellen Kirche, der Sektenbildung geneigte Zeit: auch in unserer Gegend hat damals Graf Zinzendorf zahlreiche Anhänger geworben. So wurde Senckenberg durch sein Studium ein Arzt von umfassenden Kenntnissen, durch seine Beschäftigung mit religiösen Fragen ein frommer, edler Mensch, allerdings nicht im Sinne des Kirchenglaubens seiner Mitbürger, denn diesem stand er in wesentlichen Dingen ablehnend gegenüber.
„Ich bete Gott an, keinen Pfaffen, auch mich selbst nicht, bete auch keine ungerechte Obrigkeit an, sage den Leuten: