<30.1.1763>

d<ie> solis 30 Januar 1763

Rector Albrecht

Dr. Plitt schreibt pro Conti-

nuatione* D. Fresenii*

Pastoral- sammlungen

Theologische Sammlungen

sind mager, dico*

Albrecht, ich lese bey

meiner kurtzen Zeit

wenig aber gutes

Hat s. beste welt auch dar-

innen defendirt

Wolfiani nehmen totum orbem

creatum,* sagen quod defi-

cit in terra nostra, compen-

sari in toto.*

woher kennen sie aber die

andere welten

et [transulti] orbis sy-

stema facere suscipi-

unt.

warum predigt er v es

gehört doch zur besten welt,

was da ist.

Spinosa atheus systematicus

fuit.* utinam diligentiam

suam melius locasset*

Bayle eum refutavit.*

Leibnitz ut Deum in figmento

Harmoniae praestabilitae à fato

liberaret figmentum de

hoc mundo ceu optimo

fecit.*

P. Abraham à St. Clara sagte

Galenus heisse per anagrammata

Angelus, jeder medicus

solle ein engel seyn. Item



[Editorische Anmerkungen]

* für die Fortsetzung

* „FRESENIUS, Johann Philipp, Pfarrer, * 22.10. 1705 als Pfarrerssohn in Niederwiesen bei Kreuznach, † 4.7. 1761 in Frankfurt am Main. - F. bezog 1723 die Universität Straßburg, mußte aber 1725 wegen plötzlicher Erkrankung seines Vaters ins Elternhaus zurückkehren. Er vertrat ein Jahr seinen Vater im Amt, wurde dann Erzieher der jungen Rheingrafen von Salm-Grumbach und 1727 Nachfolger seines Vaters in Oberwiesen. Sein 1731 gegen die Schmähschrift "Friß Vogel oder stirb" des Johann Nikolaus Weislinger (s. d.) gerichteter "Antiweislingerus" rief unter dem katholischen Klerus eine große Erbitterung hervor. Der ihm drohenden Gefahr der Festnahme entging er durch die Flucht nach Darmstadt. Landgraf Ernst Ludwig ernannte ihn 1734 zum Burgprediger in Gießen. F. war zugleich Lehrer am Pädagogium und hielt auch Vorlesungen an der Universität. Innige Freundschaft verband ihn mit Johann Jakob Rambach (s. d.). 1736 wurde F. Hofdiakonus in Darmstadt und gewann durch die von ihm gegründete "Proselytenanstalt" 400 Juden für den evangelischen Glauben, wies aber 600, die sich angemeldet hatten, als Betrüger ab. 1742 kehrte er als ao. Professor und Stadt- und Burgprediger nach Gießen zurück. Seit 1743 entfaltete F. in Frankfurt am Main eine segensreiche Wirksamkeit als Prediger und Seelsorger. Er wurde 1748 Senior des lutherischen Predigerministeriums, Konsistorialrat und Hauptprediger an der Barfüßerkirche, "von seiner Gemeinde, ja von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt" (Goethe, Dichtung und Wahrheit, Buch 4). - F. war Vertreter einer gemäßigten Orthodoxie, in seiner seelsorgerlichen Amtsführung beeinflußt durch August Hermann Francke (s. d.), einer der eifrigsten und bedeutendsten Gegner der Herrnhuter Brüdergemeine (s. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von), aber ebenso der Reformierten in Frankfurt am Main, die sich darum vergeblich um die Erlaubnis zum Bau von Kirchen bemühten. Werke: Beicht- u. Kommunionb., 1746 (bearb. v. C. F. Jäger, 188510); Von der Rechtfertigung eines armen Sünders vor Gott, 1747; Bewährte Nachrr. v. Herrnhutischen Sachen, 4 Bde., 1747 bis 1751; Nötige Prüfung der Zinzendorfschen Lehrart, 1748; Pastoral-Smlg.en, 24 Tle., 1748-60; Heilsame Betrachtungen über die Sonn- u. Festtagsevv., 1750 (hrsg. v. Karl Friedrich Ledderhose, 1872); Zuverlässige Nachrr. v. dem Leben, Tode u. Schrr. D. Johann Albrecht Bengels, 1753; Epistelpredigten, 1754 (hrsg. v. K. F. Ledderhose, 1858).“ (Quelle: BBKL Band II (1990) Sp. 119-120 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz)

* ich sage

* Die "Wolffianer" nehmen die ganze Welt als geschaffene

* was auf unserer Erde fehlt, wird im Ganzen ausgeglichen

* Spinoza war ein systermatischer Atheist/ Gottesleugner

* wenn er doch seine Gründlichkeit besser eingesetzt hätte

* Bayle hat ihn zurückgewiesen / in die Schranken gewiesen.

* Leibniz machte, dass / damit er Gott in der Bildung der prästabilierten Harmonie vom "fatum" befreie, eine Bildung von dieser Welt als der besten.