Aus dem Hannöverischen, vom zi. Dec.
Jnskünftige werden bey unfern Infanterie- Regimentern die jüngsten Compagnien allemal aus Grenadiers bestehen, die zusammen 4 Bataillons ausmachen sollen, davon jedes einenTi- tularmajor habenwird. DieJnfantcrievon der Legion Britannrque gehe! ein ; die Cavallerie derselben aber wird in eins gezogen werden, und Hannoverische Chefs bekommen. Der Hr- General Lieutenant von Luckner stehet noch zuEim- beck. Die beyderscitigen Vorposten an derGot- tu'.gischen Grenze verhalten sich zur Zeit noch ruhig. Vorgestern wurde in dem Herzoglichen Hauptquartier zu Hlldesheim durch die Open- sten des Hrn. Nicolmi zum erstenmal eine Opera aufgeführt.
Nicder-Elbe^ vom i. Jan.
Nach Briefen aus Schlesien hat die Laudoni- fche Armee, bey Beziehung ihrer Winter-Quartiere, nicht allein Schweidnitz, sondern auch verschiedene andere Städte in Nieder-Schle- ficn mit starken Garnisonen belegt. Zu Berlin ist in diesen Tagen das Platensche Corps, von einigen 20 Bataillons und so viel Esradrons, aus Pommern wirklich angekommen. Ungeachtet dasselbe grosse Fatiguen ausgestanden, welche durch die strenge Witterung bis aufs höchste gestiegen waren; so sollen dennoch diese Truppen sich in einem guten Zustande befinden.
Aus Sachsen, vom 1. Januar.
Die vielen arretirtcn Personen, welche vor dem Jahre in der Dübenischen Heyde die Post bestohlen, haben nunmehro ihr Unheil publi- cirt bekommen. Zwey davon werden am Leben bestraft, die übrigen aber sind zum Vestungs- Bau condemnirt. Der in Leipzig befindliche Commendarrt, Herr von Keller, hat dieCon- nowitzer Brücke so cinrichten lassen, daß sie am Tage zu paßiren, bey Nachts aber abgedcckt wird. Die von dem Seydlitzischen Corps auf denen Dörfern hiesiger Gegend gelegenen Truppen haben sich näher gegen Pegau und Borna zu gelegt. In diesen Orten haben bis jebo noch Kay'erl. König!.Truppen einquarnert gelegen. Jhro König!. Hoheit, der Prinz Albrecht, sott von Chemnitz hinweg scyn.
Paris, vom 2. Jan.
Am 27. vorigen Monats hat der König den Duc de Coigny, Marechal de Camp, den Marquis de Bitte, Dragoner-Obristen, den Grasen. v.Roure, Marquis de Seignclay, Herrn von
Nozicreö und Marquis de Serent, alle 4 Obrt- stenzu Rittern von S. Ludwigs-Orden ausgenommen. Es erscheinen wieder 2 neue König!. Verordnungen, die eine regulwtden künftigen Urlaub der Offrriers, von welchen jederzeit die Helfte bey denen Regimentern bleiben sollen. Diejenige aber, so ohne Urlaub von ihrem Corps Weggehen, sollen sogleich lhrerBesolduiigen verlustig werden. In der andern wird verordnet, daß künftig bey denen Cavallerie 'Regimentern, so nicht bey ein oder der andern Armee Dienste thun , die Pferde bis aus 20 p. Compagnie, die Wacht- und Quarttermeister nicht mitgerechnet f eingehen sollen. Die Landstände von Lille, Douay und Orchres, nebst denen von dem an der See liegenden Theile von Flandern haben dem König eine Fregatte von 50 Canonen vffcrirt. Gestern , als am Neu - Jahrs-Tage haben Se. Maj. nach empfangenen Glückwünschen Capitel des Heil. Geist Ordens gehalten, und in demselben den Spams. Gesandten am hiesigen Hof, Marquis von Grimaldi zum Ordens-Ritter ernannt. Kurz hernach begaben sich Se. Maj. in dieHof-Capelle. und nahmen wäh, renden Gottesdienstes den StaatsMinisterder auswärtigen Angelegenheiten, Grasen v.Chvtt seul mit den gewöhnlichen Ceremomen zum Ordens - Ritter auf.
Duderstadt, vom 2. Jan.
Es stellen sich hier täglich Patrouillen von Heyden Seiten ein , sie wissen ihre Touren so einzririchten, daß sie einander nienials begegnen, von dem König! Französischen Patrouillen Hut unsereScadt keine Ueberlast, ausser daß sie von den vorrätbigen Hafermagazin zuweilen was abfahren lassen, welches auch dieLuckne- rischcn gethan. Wir haben einige Wagen .mit Brodt und Flessch beladen,nackOsterode liefern müssen. Ans den Dorffern des Untereisfeldes treiben die Luck neri scheu sehr vieles Vieh zusammen nach Osterode, und wo dieses nicht gleich erfolgen kan, so m-.-ß es mitGeld bezahlt werden, und überhaupt ist ihr Verhalten noch so, wie vom Anfänge. Sie marschiren niemahls aus Duderstadt, ohne ein Denckmal nachzulassen. D>e l-.u'dstraffen sind ziemlich unsicher, vor ei, niaen Tauen wurde ein Fuhrmann bey Nörten ausder Strasse erschossen, der Husar,welcher es getban, wurdealeich den Zlen darnach aukgehen- cket. Das Obereißfeld, das zeither'zicmlich verschont geblieben, muß jetzt nach Witzenhausen