Anno 1762. SüAstags/ dtü 20. Nov. No. 186,

rgnckfurt am Mayn.

t Beschluß derKayse l Krönung inMoscau. asclbst setzten sich IhreMa). in dem Audi­enzzimmer unrcrm Baldachin, u. theuren viele Begnadigungen aus, besonders an diejenigen, welche dcy DeroTl)rondefteigung,Al- lcrhbchstdenenselben und dem Vaierlande ihre Dienste und Treue vorzüglich bewiesen; wie nicht weniger auch denen-enigen, die im vorigen P? eußrs een Kriege sich durch ihreTapferkeit und ihren Diensteifer vor andern hervorgetha». Um 3 Uhr glachmittags, geruheten IhreKays. Maj. irr dem Kayscri Ornate aus Dero innern Äpar- teme .tv nach dem grossen Audienzsaale, oder der sogenannten Granovitam Palaka, sichzuerhe- ben und unter einem Baldachin, auf dem Thro­ne, allein zu Mittage zu speisen. Bey der Tafel wurde die Kaylerl Eliquerre mit besonderer Ehr­furcht für die Person Ihrer Maj. beobachtet, nemlich: Der Gencral.Feldmarjchall Graf von Beftnschew Riumin,und dcrGureral Feidmar- fchaü und Hettman von Klernrcussen, Graf von Rasunowsky, als die beyden ältesten General» Feldmarschalle standen zu beyden Seiten des Throns Ihrer Maj. am nächsten, als Dero Aßi« ftcnten. DerGeneral Feldmarschall, FürstTru- beykoy,-sts Obermarschall,mit den Marschallen; Die Generals en Chef, Graf v. Czerarschew, als obersterCeremomenmeister, mit den Ceremoni- enmeistern; der Obcrcamme?herr Graf v. Sche- remetew; der neuernannte Oberschcnk Narisch- kin; der Oberhofmarschall Graf v. Sievers, und derGeneraladjutant und Cammerherr Graf v. Orlow, als Vorschneider, verrichteten ihre Fun­ctionen bey der Tafel sfhrer Majestät; zu Hey­den Seiten des Throns aber standen, auf ihren angewiesenen Plätzen, der Oberftallmeister Su- morokow, und der Oberjägecmerster Rarilch- kin, wie nicht weniger der General und Lhefvon derChevaliergardc, Graf Hendrikow, der Pre­miermajor von der Garde und Generalmajor Raslawlew,und derSecondmajor von der Gar­

de und Generalmajor von Orlow; und der Oberkammerherr auf den Thron hinter dem Lehnsessel. Die Bedienung bey der Tafel geschä­he mit Beugung der Knie, und die Speisen'wur- den bey jedem Gang eu Zeremonie aufgetragen. Der Hofmarschaü Ismailow setzte die Gerichte auf die Tafel, und Obersten trugen dieselben-; bey jeder Schüssel gierigen 2 Chevaliergardes neben her, welche bey Uederreichung derselben das Gewehr prüfentirten. Alle vornehme Per­sonen der erstenClassen/nebstdenHvfdamen und Cavalreren,stanken so lange um u. vordemThro- ne, dis Ihre Kays. Maj. den beyden ersten Claf- scn, auch einigen von der drDen nach ihrem Al« rerthum, und der vornehmen Geistlichkeit einen Wink gaben, sich an die Tafel zu setzen, die in eben dem Saale zubereitet waren. Währender Zeit ließ sich auf dem Chore dre Voca! und In- strumentalmusic mit abwechselnden Concerten beständig Horen. Nach geendigter Tafel erhoben sich Jhro Kayserl. Majestät nach Dero Apar- tements, und ist an selbigem Tage weiter nichts vorgefallen. Abends war das ganze Schloß,nebst allen publiken Gebäuden rm Kreml, besonders aber der grosse Ivhannisthurm, und alle Häu­ser in der Stadt illuminirt. An eben demselben Tage haben IhreKayserl.Majest. auch allen aus Preussen zurückgekommenen Truppen, für die ausgestandene Beschwerlichkeiten und bey allen Actionen bezeigte Tapferkeit, Dero allerhöchste Zufriedenheit durch ein eigenes Mannest kund thun lassen, und zugleich allergnädigst anbefoh- len, den Unttrofficiers und Gemeinen, weiche in den Bataillen beyPalzigund Frankfurt mit gewesen, eine halbe Iahrsgagc zum Gratia! aus­zuzahlen.

Warschau, vom 28. Oct.

Nack einer bey dem Fürsten Prrmas gehal­tenen Conferenz mit sämtlichen anwesenden Senatoren, und Kriegsministern, ist dennoch von des Königs Majestät ein Senatus Const-