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% 7 ?K\JROPJEmt Zeitung. Num. 153.

Mit RömiÄ - Kayserl. Majestät allergnädigstem privilegio.

Hanau, den 2

Fortsetzung des Journals v. der Belagerung Schweid­nitz, voiN2i.Aug. bis i.Sept.

In der Nacht vom 21. zum 22. wurde von dem be­deckten Wege der Flesche ein Logement gemacht; cs kam dabey zu einem starken klein Gewehrfeuer, durch welches wir etliche 22. Todte verlohren, unter diesen befand sich der Lieutenant von Platen von Ferdinand, und Lieutenant von Lucanus von Braun. Nach Aus­sage der Deserteurs hat die Garnison bei) dieser Affai- re einen Verlust von 5. Officiers und iZo.Mann ge­habt.

Den 22. schickte der Commandant denObristen Rasp, vonEollowrath mit einem Schreiben an Sc. Excellen; den Herrn Generallieutenant von Tauenzien, worin­nen er sich erbot die Vestung zu übergeben, wenn man der Garrüson/inen freuen Abzug mit allen Oesterrei- chischen Geschütze und Effecten accordicen wollte. Die­se Vorschläge aber wurden verworfen und der Obriste mit dem Bescheid wieder nach der Stadt geschickt, daß die Garnison keine andere Capitulation zu gewarten hatte, als sich zu Kriegsgefangenen zu ergeben. Ge­gen Mittag setzten wir ander Tekeder Sappe volante lincker Hand, die Mineurs gegen die Capital des Forts Nr. 2. an, um durch einen Globc de Compreßion die feindliche Mimen auf dem Glaciezu ruiniren, und sich einen Eingang in den bedeckten Weg zu verschaffen.

In der folgenden Nacht zum 2z. wurde die zre Pa- ralelle angefangen und in vollkommenen Stand gesetzt, dieselbe war 200. Schritt lang und 150. Schritt vom bedeckten Wege entfernet.

Den 23. wurde von der Armee des Königs der Ge­neral -Mawr Graf von Lottum mit z.Battaillons zu dem Belagerungs-Corps detachirt. Dieser General bezog sein Lager zwischen Pützen und Niedergiersdorf. Seine Ordre war, vre Garnison auf jener Seite des Schweidnitzischen Wassers aufs genaueste einzu- schliessen.

In der Nacht zum 24. legten wir in der z.Paralelle eine Batterie von 2. Mortiers an, die unaufhörlich Steine und Spiegelgranaten nach dem bedeckten We­ge warf.

Den 25. ward an der'Mine und Erweiterung des Logements aufs fleißigste gearbeitet. Wir verlohren anTodten den Lieutenant von Appenburg von Beren- burg, nebst etlichen Gemeinen.

Den 26. Abends um 6. Uhr that der Feind einen Ausfall mit einer Grenadier-Compagnie auf das Lo-

r.Sept. 1762.

gement vor der Flesche, wurde aber mit Verlust von 2. Officiers und 60, Tobte und Bleßirte repoußirt. Die Mineurs avancirten bis 72. Fuß, ihre Arbeit gieng etwas langsam , weil sie aus Wasser kamen. Der Lieutenant Rödelb von der Artillerie ward erschossen.

Den 28. schickte der General - Lieutenant Gnasco zumzweytenmal denObristen Rasp, an Se.Execellenz den Herrn General- Lieutenant von Tauenzien , er bat nochmals um einen freyeu Abzug und versprach, daß die Garnison in Jahr und Tag nicht wieder uns dienen sollte. Alles Geschütze und Magazins wollte er treulich anzeigen und zurück lassen. Se. Execellen; gaben auf die Vorschläge die vorige Antwort, daß Si-e der Garnison niemals eine andere Cavitulanon zuqe- stehen würden, als sich zu Kriegsfangenen zn übergeben.

Den 29. hatte der Feind durch einige Deserteurs Nachricht von unserer Mine bekommen, er that gegen 2. Uhr des Morgens auf solche einen Ausfall mit erst-, che 50. Mann und warf einige Stankkugeln in den Ramcaux, er ward aber gleich wieder zurück getrieben und die wenige beschädigte Arbeit bald wieder repariret.

Den 30. und 31. wurde der Globe de Compreßion geladen und verdammet.

In der Nacht zum i. Sept. that der Feind auf sol­che einen Ausfall mH einer Grenadier - Compagnie, die sich aber nicht sobald zeigte, als sie schon von der Bedeckung mit Verlust einiger Todren und Gefange­nen abgewiesen wurde.

Den 1. Sept. des Abends um halb 9,. Uhr lieffen wir unsere Mine springen. Deren Wurckung.war vorireflich, und man etablirte in deren Entonnrair au' dem Glacie des Forts Nr. 2. ein neues Legement. Der Feind versuchte diese Nacht mit einer Grenadier- Compagnie unser Logement zur Rechten zu uberfallen, wurde aber gleich wieder mit Verlust von 7. Tobten und i. Gefangenen zurück getrieben.

EHract eines Schreibens aus Marienwerder, vom 25. und 28ten.Augnst.

Ich bin aus Königsberg glücklich retourniret, da­selbst stehet alles wohl, ich habe selbst einen Brief vom Ministre Baron von der Gvlze an einen gewissen Hrn. gelesen, worum Dieselben versicherten, daß sowohl die Käuferin als das Ministerium den Frieden fest und redlich zu erfüllen, mehr als romahl öffentlich und feuerlrch versprochen hatten.

Die zum Dienst des Prinzen Georgs von Hollstein angeworbene Recruten hat der Prinz an den König