Landseile nicht wohl belagert werden, da die Landzunge, worauf sie iiegt, für eine Armee zu schmal, indem deren größte Breite nur 4 bis 500 Fuß beträgt. Nach Briefen von Jamai­ca vom 4. Februar erwartet man allda einen Angriff von der combimrten Spanischen und Französischen Flotte. Es liegen daselbst 15 Schiffe, worunter 7 von der Linie und 8 . Fre­gatten. Ihre Nahmen sind Cambridge von 80 Cananen, der Centaur von 74,Deftanre, Pem- broke, Deptfort und Centurion von 60, Cy- prus von 32, derHusar und die Trente von 28, Glasgow,Poctmahsn undFowey von 2«,Ferret und die Viper von 14 Canonen. Wann die Flotte des Admirals Rodney dazu flösset ha­ben die Engelländer in dasige« Gewässern eine Flotte von 68 Schiffen, worunter wenigstens 38 biß 40 von der Linie sind.

Unter-Rheinstrom, vom 9. May.

Man mag sagen was man will, so versichern doch die Menge zuverläßiger Briefe, daß das neue Staats-Systema, so man dem Hof von Petersburg beymißt, noch keineswegs in einer solchen festen Einrichtung und Verfassung ist, wie man sich die Mühe giebk, es auszubreiten. D« nicht zu. läugnen ist, daß es in Rußland ei­ne Menge Mißvergnügter giebt, so mag wohl die Furcht für innerlichen Unruhen eine wichtige Ursache mit abgeben, daß die persöhnliche Freundfchasts'Neigung des jetzigen EMrs für den König in Preussen noch in keine thätigere Proben ausgebrochen. So sind auch die Nach­richten aus Pommern von Zeit zu Zeit wieder- sprechend und gegen einander kaufend. Wann »an einerseits meldet, daß die Rußische Haupt­armee in Preussen und Pohlen im Begriff stehe, den Rückmarsch nachRußland anzutreten, und die Preußische Lande zu verlassen, so wird auf der andern Seite versichert, daß die Russen aus Colberg einen Waffeirplatz machen wollen. Auf eben die Art wird zuverläßig gemeldet, daß den 9 . April der Herrvon Panin zu Königsberg aus Rußisch-Kayserl. Befehl vorläufig noch auf ein Jahr als General-Gouverneur des Königreichs Preussen bestättiget worden. Priegnitzer Brie­fe vom 28. April versichern, daß zRegimenter Russen nächstens nach Berlin und Frankfurt an der Oder marsckiren würden, um jetztgedach­te beede Plätze, als Salve Guardien zu besetzen. Die Zeit allein wird alle dich -Mische RölM

aufklären müssen, und vielleicht wird solche- wohl eher, als man vermuthet, erfolgen.

Aus dem Haupt-Quartier Sr. König!. Hoheit des Prinzen von Conde zu Düsseldorf, vom io. May.

Den 7. dieses schon um 6 Uhr des Morgens erhielten Se. König!. Hoheit den Bericht, daß der Erbprinz von Braunschweig, nachdem er vorigen Abend mit einem aus Infanterie, Dra­gonern und leichtenTruppen bestandenenCorpß von 7000 Mann die Roer paßirt, sich den 7. mit dem Tag Meister von Elberfeld und ver­schiedenen andern Quartieren gemacht, woraus das Regiment von Conflans, so dieselbe besetzt gehabt, zum Rückzug genbthigt worden. Der Prinz ertheilte dahero sogleich den Befehl, 7500 Mann Infanterie, 500 Pferde und loCanonen aus denenCbllner undDüsseldorferGartzisonen, ingleichen denen nächstgelegenenQuartieren von Crevelt, Uerdingen, Rheinberg, Orsoy und Neuß aufbrechen zu lassen, und ihren Marsch so einzurichten, daß sie noch in dernehmlichen Nacht zu Medmann eintreffen könnten. Se. König!. Hoheit brachen hierauf mit 2000 Mann vom Regiment von Boisgelin von Düsseldorf auf, und begaben sich an gedachten Ort. Bey Dero Ankunft erfuhr man, daß der Herr von Conflans eineiTheil seines Regiments zu Düs­se!-und Schellerheyde versammlet, worauf ihm Befehl gego^n wurde, wieder vorzurücken, in welcher Absicht das Grenadier- und Jäger-Ba­taillon von Boisgelin ihn zu unterstützen be­ordert ward. Der Herr von Conflans näher-, te sich darauf Elberfeld, vertrieb am Tag etli^ chefeindliche Vorposten, und griffKittEinbruch der Nacht eine vortherlhafte Höhe so nachdrück­lich an, daß er Meister davon blieb, und dadurch die Absicht Sr. Königk. Hoheit erreichte, den Feind folgenden Morgen zu umringen u/ch anzugrekffen. Der Erbprinz von Braunschweig fand indessen nicht rathfam, den Erfytz abzu­warten. Er brach des Abends um nflhr wieder von Elberfeld auf, und gierig kyfl eben solcher Eilfertigkeit, alS er gekommen wieder über die Roer zurück. Man hat ihr?Li§ an diesen Fluß verfolgt, und verschiedene Gefangene von sei­nen Truppen eingekMcht.

Erlangen, vom 12. May.

Da sich gegenwärtig unsere Durchlauchtigste kandesherrschaft in höchstem Wohlseyn allhier befindet, Md am io. dieses das hohe Geburts-

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