BUROP,$:if$e Zeitung. Num. 44.

Mit Römisch - Kayserl. Majestät allergnädigstem privilegio.

Hanau, den

f Genua, den 19. Feör.

Die Verstärkungs-Truppen vorCorsica sind gestern auf 4 Schiffen mit gutem Wind abgelegen. Sie wer­den daselbst van dem General Matra sehnlich erwar­tet , um den Feldzug zu eröfnen. Mit den Nachrich- teu von gorther vernimmt man, daß die Genuesische Parthie wiederum geringer wird. Ein Detachement von den Rebellen ist bis gegen Aiacao vorgerückt, und hat in dieser Gegend übel gewinhschaftet. Sie sind entschlossen, den Thurn der Insel Rossa, welcher vor einigen Jahren von unserer Republick geschleift wor­den, wieder zu befestigen. Unsere Regierung last stark werben, um 2 neue Bataillons regnlirter Trup­pen aufzurichten. Die Barbarischen Raub - Schifte schwärmen bis gegen Corsica herum; dieselben haben 7 unserige, 3 Caialomsche und 1 Französisches Fahr­zeug hinweggenommen, welche fast sammtiich mit Wern beladen gewesen. Vor einigen Tagen ging der Fürst Iablonsky, ein Anverwandter des Königs Sta­nislaus, von Rom hierdurch nach Versailles.

Livorno, 'den 21. Fcbruarii.

Die Holländische Escadre ist noch in dem hiesigen Hafen, und wartet auf guten Wind , um nach den ÄllgierischenKüstenabzuseglcn. Das hiesigeGcfund- heitsCollegium hat denen Schissen weiche arisDalma- hien und der Gegend kommen, eine Quarantaine von 21. Tagen aufgelegt.

Ncapolis, den 22. Febr.

Der König hat in Ansehung der auswärtigen Mi­nister, verschiedene Änderungen getroffen. Diesem zufolge geht der Marquis Carraccivli, der zu Turin war / nach Engelland: der Minister am Londoner Hof< Prinz Albertini, nach Lifabon, und dcr dasige Abge- sinidte, Graf Pignatelli, nach Turin. Das Lager dcy St. Germano ist ist nunmehro aufgehoben, und fammtliche Infanterie in voller Bewegung ihre Quar­tiere zu verändern. Von Prindisi wird folgendes ein­gerichtet: Als man h»er bei) einemPrivm-Bau, ohn- »cit der St. Pauli Kirche, Steine ausgrub, so fand man in einem Graden ein Behalmiß, welches über Pfund wog, und worin viele alte Silber-Mün­zen befindlich gewesen, auf denen die Bildnisse ver­schiedener römischer Käufer geprägt waren, unter andern befanden sich einige vom Julius Cesar Oeka- tianus; vom Geta; vom Gordiamis; von Commo- öus; Iuliamrs, und mehrere dergleichen ; auf etlichen Harm auch die bchoe Kinder Romains mrv

18. Matz. 17SJ.

mit S« Sic säugenden Wölfin zu scben. Man fand auch ein Bildniß von Marmor, welches den Hercules vorstellet. Man rechnet daß diese Sachen ohngefehc im 2ien Jahr hundert nach Christi Geburth vergraben worden, und vieleicht ist dieses durch ein Erdbeben ge­schehen.. Die Anzahl der Münzen erstrecket sich, über 20000, welche auf Königlichen Befehl m die König!, Gallerte gebracht worden.

Mauland, den 2z, Februarii.

Es kommen öfters Courier bei) Sr. Epeellenz dem Oesterreischen Bevollmächtigten Minister in der Loin- bardie Grafen von Firmian an, welche Se.Excelleriz der Kaiscrl. Minister zu Turin Graf von Kevenhül- ler an ihn abgefertiget; von ihrem Mirbringen laßt sich nichts in Erfahrung dringen. Man glaubt aber daß ersagter Courier Anlaß gegeben, daß der Hr. Gr. v. Jirmian seine Reife nach Modena aufgeschöben hat f aliwo er dem vernehmen nach, bet) dem dasigcn Erb­prinzen die Einwilligung in die Vermahlung zwischen des zten Ertzherzogs von Oesterreich Königs. Hoheit und derPrinzcßin seiner Tochter empfangen soll, Rom, den 26. Februar.

Ihro P^ibstl. Heil, haben dem König!. Pohlnischen und ChursachsischenPrinzen Clementz 2. Erwahlungs- Breven auf die Bifchöfiichc K>rch«r von Lüttig und Frcusingeu, ertheilt, welcher der Cardinal Albani, Sr. Hoheit durch einen Courier nach München über- bringen lasset. Man verhoffet, daß dieser Prinz ei­nes von erjagten Bißthümern um so mehr erhallen werde, da der Allerchristt. König vornemlich in dem Capitul zn Lüttig viele Anhänger hat. Ein gleiches Erwahlungs-Breve hat auch derBftchoff von Aug- spurg auf das Bißthum von Regenspurg erhalten.

Aus Corsica hat man die Nachricht erhalten, daß der Bischoff von Nebbio Romaldo Maßei, in 67. Iaht seines Alters zu Bastia mit Tod abgegangen,

Lucca, den 26. Febrüarii. ,

Man kann mcht nur glauben , baß die überall vcr- breikete Nachricht, als ob die Smtugkeiken des Heil, Stuhls mir Portugals, durch die Vermittelung Sr, Sardinischen Majestät nächstens würden beygeleget- werden, ein mit Fleiß ausgcftremes Gerücht gewesen,- sondern es versichern vielmehr die neueste Briefe von Lisadvn, daß ersagter Hof wieder aufs neue Ursache habe, über den Hv zu Rom unw illig zu fern, und daß deswegen düs M'Lvcrhgftdktcß lWch größer werde;