Ondenbosch, den j f. Ockobr.

Man hat geglaubt, eSwü.de der Herr Ge­neral Cron st rohm die Ankunfft Ihrer Hoheit des HerrnStatthalterserwarten, allein c§ ist derselbe vorher, und zwar sehr geschwind nach seinem Schloß zu Nemelaer bey Herrogenbusch abgereiset. Hiesi. gerOrtist durch die Kayftrliche in solchen Stand besetzet worden, daß man dem eindringenden Feind widerstehen kan, imFattergegen SLeinberge« an. eücken solle.

Breda, den lr.Octobr.

Man vernimmt, daß zwar von denen Miirten ein Detachement nach Lillo abgeschicket worden, um die dasige Besatzung zu verstärcken; da aber der rsmmandirendeOfficirr aus dem Anmarsch vernom­men, daß das Fort Friedrich Henrich den 6 . diese- arifDiscretiou an die Feinde sich ergeben, so ist er rnitseinm Leuten ins Laaer bey Ondenbosch wieder Zurück gekommen, inzwischen wehrt sich der Herr General Major Tbierry in Lillo sehr tapfer. Von Dem überfall, in welchem in dem Dorff Stabroeck Der Marschall de Camp, Herr von Beausobre, ge­fangen worden, und welcher sich, sett dem er als Partisan bey der Französischen Armee Dienste ge- than, sehr bekannt gemacht, hat man noch folgende merckwürdige Umstande erhalten: Nachdem der Herr Vliat nach und nach alle Schildwachlen und kleine Posten, welche die Zugänge nach Stabroeck bewachten, aufteirb^, und ein: n Weg gefunden, womandem DottfLrabroeckbeykommenkonte, so begäbe er ficb auf demselben dahin. Als ihn die er­ste Schilbwache anruffke, wer er seye: gab er zur Antwort, daß er eine Ordonance und eine gewisse Commißion an den General Beausobre habe, und fragte nach dessen Quartier, man führte demnach den Herrn Vliat in Begleitung scinerLeute nach be­sagtem Quartier, diese letztere blieben inzwischen in dem Borhofe bey der Wache des Herrn Beausodre, als ob sie dieseOrdonance wieder znrück erwarteten, da indessen der Herr Vliat zu dem Marschall de Camp in sein Zimmer gegangen, in welchem dieser letzt re schlieft. Nachdem der Herr Beausobre sich vom Dchlaf ermundert,so zöge der Herr Vliat aus feinem Sack ein Papier in Form eines Briefes her­aus , und anbey bäte, e- mögte der Herr Marschall seine Domestiquen einen Abtritt nehmen lassen, so bald dieselbe au-dem Zimmer waren, eröfnete der Herr Vliat dem Herrn Beausobre: Er habe die Ebre denselben zu kennen, es wäre ihm aber leid, daß er ihm diesen versiegelten Brief zu überliefern Befehl habe. E- antwortete hieraufder Herr Be­ausobre :L 1 n mich einen versiegelten Brief? Ja, an He, mein Herr Marschall de tzamp! spräche Herr

Vliat, mktdemZusatz: Sie wissen, jeder Merssch hat seine Feinde, allein sie haben auch Freunde;^ wird ihnen daher leicht seyn sich zu rechtfertigen, haben sie nur die Gütigkeit, sich anzukleiden um keine Zeir zu verlieren, so redend, griffe der Herr Vliat mit der einen Hand nach dem Sebel, und mit verändern nach den Pistolen des Herrn Beau­sodre, welche nächst an dem Bette lagen, und sprach: Ich nehme dieseszu mir, damitsie ihr Ge» wehr, so bald sie wieder in Freyheit kommen, wie­der bekominen können. Es bat der Herr Vliat fer­ner um die Erlaubnuß, daß er einige von seinen mitgebrachten Leuten börffe ins Zimmer kommen lassen, umden HerrnMarschall de tzamp an den Orr seiner BestimmungZu bringen. Es rüste dem. nach der Herr Beausobre seiner Wache zu: Sie sol­len die Leute zu ihm ins Zimmer lassen. Kaum aber waren des Herrn Vliat Leute in dasselbe getreten, so tasteten dieselbe sogleich die Equipage des Herrn Beausobre, dergleichen den aufdem Lisch liegenden Lhaler an. Hierverweilete nun der Herr Vliat nicht lange ihm die Pistol aufdie Brust zu setzen, und mahnete ihn, ohne einige Weigerung und Wider­rede zu folgen. Man eilte daher mit ihm fort und nahm ihn in die Mitte, brachte ihn auch, dis zu der am Eingang des Dorffs zurück gebliebenen Al« klirren Mannschafft, die daselbst indessen einige kleine Posten aufgehoben und 6 o. bis 70. Pferde er- beutet hatten. Das gantze Detachement bestünde nur aus 114.Mann, alsausro.HuffarenvonMi- troswk, die übrige aber waren lauter ausgesuchte und zu dieser Unternehmung bestimmte Leute.

Mastricht, den i4.Octobr.

Das Gerücht ist allgemein, daß bey der Wirrten Armee in kur tzem eine Bewegung fürgehen werde; es wird von hier täglich eine grosse Menge Proviant nach der Armee, so jetzo zwischen St Tron und Hasselt stehet, geliefert. Die ArrierGarde nebst den leichten Truppen stehen um die Demerund Nee« the-Flüffen, und in den Städten Diest, Sichern, Haller und andern Orten postirt, woraus die Fran­zosen dutih folgende Lift durch die beyde Herrn Ma­jors von koiignott und Beck, verjagt worden. Es tratten diese beyde Officiers den s.dieses denMarsch mit;00. Mann vom Regiment Frangipani und 62s. Mann Ungarischen Fuß Volck an, zogen sich gegen die Demer und nahmen viele bedeckte Wägen mit sich, welche aber nur mit Seilern, Leitern und anderen zu einer Überrumpelung dienenden Sachen beladen waren, welchen Wagen-Zug die Feinde süe beladene Munitions.Wagcn ansahen ; es stellete» sich hieraufdiese beyde Herrn Majors an, als ob sie oine Brücke über die obgedachte Flüsse Klagen