Anno 1747, Freytags, dett 20. Oüobr.
Mit Röm.Kayserl.Maj.Allergna-igftem Pri vilegio,
In Frankfurt am Mayn.
Wien, den u. Octobr.
U am 9teil dieser die Eröffnung deS Land- Tags geschähe, hielte bey Vehändigung des fchrifftlich- verfaßten Lands-Fürstl. Begehrens für das zukünfftige Jahr Jhro Excellenz der Herr Johann Friedrich, Graf von Seilern, rc. folgende Anrede: Ihrer Kayserl. und König!. Majestät dringet nichts mehrers zu Hertzen, als die öftere Noth, so Dieselbe bemüßigen, die treu- gehorsamste Stande in diesem langen und ssortdau, renden Krieg um aushülfliche Mittel anzngehen. Jhro Kayserl. und König!. Majestät erkennen auch vollkommentlich, daß der devotesteEvffer, welchen Sie Stände vor den allerhöchsten Dienst und das gemeine Beste rühmlichst bezeigen, ihre innerliche Krafften fast übersteige; Mein eben diese mächtige Unterstützung ist der hauptsächliche Grund, worauf man die Hofnung eines baldig- und dauerhaften Friedens setzen kan. Der tapffere Widerstand, so denen Feinden in Welsch undNiederland geschehen, die anwachsende Macht derer Bundes »Genossen, vnd die gewaltige Zerstörung der feindlichen Han» delschafften, feynd solche Umstände, so die hochmü, thize Feinde auf mildere Gedankten endlich leiten, und zur Entschliessung bringen dörftcn,die erwünschte RU'he dem ungewissen Ausschlag derer Waffen vorzuziehen. Je hefftiger aber das Verlangen zum Frieden ist, um fo mehrers muß man trachten, sich in starckerKriegs-Verfassung zu erhalten, weilen ohne dieser das Vorgesetzte Ziel verfehlet, und denen Feinden zu neuen Eroberungen die Thür erösnet, andurch aber die Drangsalen des Kriegs nur immer verlängert würden. Die kluge Einsicht derer treugehorsamsten Stände lässetJhro Kayserl. und König!. Majestät nicht zw, iffeln, daß Sie nicht alles dichs m benöthrgte Betrachtung ziehen, unddahe,
ro auch die hierbey kommende Anforderungen reiflich erwegen, und darüber nach ihrer angestammte K Treu und Devotion einen baldigen Schluß ehestens abfassen werden. Jhro Kayserl. undKomgl. Majestät verbleiben hingegen denen treu-gehorsamsten Ständen, fammt nnd sonders mit Kayserl. und Ko- nigl. Gnaden, Lands-Fürstlichen Huldenund allem Guten, beständigwohlbeygethan.
Florentz,den rr. Sept.
Die Englische Kriegs-Schiffe machen noch immer viele nach Genua bestimmte Beute, von wannen man vrniimmt, daß d-r Mark alle v?rurtheilte Pa, tricioslosgesprochen, wofern sie tausend Genuinen bezahlen, und sich diesen Monat noch in Genua ein- finden, allein die meisten scheinen dazu wenig Lust ;rr bezeugen, indeme sie eme» neuen Überfall von den Kayferl. besorgen, und sonsten nicht alles in guter Einigkeit stehet.
Livorno, den 24. Sepk.
Es langen verschiedene Familien, und besonders von Kaufleuten, von Genna allhier an, weilen sis Theils die übergrosse Auflagen nicht abstatten können, theils auch die Handlung allda gantzlich zu Boden lieget.
Nizza, den rs.Septembr.
Es sind i r. Bataillons unter Anführung des Herrn Mailly in vollem Anmarsch nach unserm Haupt-Quartier. Wir haben noch immer viele Krancke, tzie nach Grosse, Fayence und Sisterorr gebracht werden; man spricht von einer Einschiffung von 6000 . Mann zu Antibes nacher Genua, vermuthlich müssen die Engelländer hiervon Wind bekommen haben, weilen sie mit z.Kriegs'Schiffe/! auf dieser Höhe kreutzen. Gestem ist der Herzog von Richelieu zu Schiff gegangen, er hat aber we, gen widrigem Wind bey Mvnaes sinlavKm müzen.