Ach Zöllner! liessest du dir nicht zu Sinne gehen,'

Fiel dir so selten ein, daß unsie Leben» - Zerr N,üß etnin und allem in G(j)rtes fanden stehen, * Der unsre Tage zehlt, und unsre Flüchtigkeit;

Und daß uns nicht gebühr, durch Morden und Entleiben, Den Paßport selber uns zur Ewigkeit zu schreiben.

Wir seyn nicht in die Welt nach eigner Willkühr kommen, Es hat sich nicht der Leib aus eigner Krafft gebaut:

Der Schöpffer hat auf sich die Sorgfalt felbsigenommen, Des Cörpers Wohnhaus ist von Ihm uns anvewaut; Und darum ist es auch ein unbesonnen Wagen,

Den Zinnß so unvermerckt mit Trotz Ihm aufzusagen.

Und darum freylich kan Er auch ohnmöglich leiden,

Wann wir es brechen ein, wann es uns selbst duncktgut: Gewaltsam aber draus ohn dessen Willen scheiden,

Das ist nicht, was ein Christ und Glied der Kirche thut. Man muß GOtl nicht sogleich, wann Creuß sich will erregen, Den Stroh-Sack vor die Thür, wie einem Menschen, legen.

Wie hat dann ewig dich der Satan so erschlichen!

Wie künstlich mischte doch der Bosewicht das Spiel! Wie? daß du nicht geschwind dem Zunder bist entwichen, Darein der gröste Funck des Mßvertrauens fiel.

Da sonst derMensche nicht sein eigenFlertch kan Haffen,**

Hast du das Gegentheil an dir doch mercken lassen.

Fiel dir dein wirch nicht ein? der Ausbund allerFrommen, War dein Ambrosius dir aus dem Sinn so gar?

Der dich hat hiebevor an Kinds-Statt angenommen,

Da deine Jugend noch in grosser Unschuld war;

Der dich mit Ambrosin der reinsten Lehre tranckte,

Und gar bey seinem Eod den grösten Seegen schenckre.

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* Hai, 31« t, r6. ** EphcG f, r,