bestehet mithin alles in der Einbildung, und gehöret nur Gottes Geist und lebendige Erfahrung dazu/ den rechten Unterschied zu machen/ damit man nicht irre gehe und Wind vor Wesen erwehle. Zum wenigsten wird ein weiser Mann mit mir bekennen/ daß , weil unser wissen Stück- werck iss und wir noch vieles zu lernen haben, dasjenige noch lange nicht zu verwerffen sey, was auch nur seyn kan/ ob es schon keine durchgängig angenommene und festgesetzte Meinung zum Schutz hat»

Zuletzt wünsche ich mir und allen die wir auf Erden wohnen/ daß wir so leben in dieser Zeit, in dem Schatten des Todes/ daß wir GOtt über alles lieben, ehren und uns von Ihme leiten lassen in dem Irrgar­ten dieser Welt, damit er am Ende uns zu Sich ziehen und uns nach dem Elend Seine unendliche Freude fthencken möge. Was ist wohl vernünf­tiger, als dem HErrn anhangen und mit Ihm in Christo ein Geist zn. werden- der in Zeit und Ewigkeit unser allein wahrhafftigek GOtt und einiger louvermner HErr ist, aus welchem und durch Ihn und zu Ihm alle Dinge sind, und uns hier in dem unsicheren Qct unseres Aufenthalts Allein Sicherheit schaffen kan, ja im Tode unser Licht und Leben ist; Es ist wohl noch der Mühe werth in der Welt sich von denen eitelen Schalen derer Dingen zu enthalten, die uns, und wir sie, verlassen müssen, auch in dieser Seelen-Cur etwas Schmertzen leiden, damit GÖtt, unser Artzt, unsere Kranckheit heilen und uns zum unendlichen Wohlleben bringen könne; Denn, ist wohl der Gerechte geplaget, so ist es doch nur von aussen, der Gottlose aber von innen und aussen zugleich, und wäre schon, wie sich einige Wahnsinnige einbilden, nach diesem Leben nichts mehr zu hoffen oder zu fürchten, so ist doch jener auch hier besser dran, weil er den Frieden Gottes in sich hat, der hoher ist als alle Vm nunfft, und sich der Gottseligkeit ergiebt, welche die Verheiffung hat nicht allein des Zukünftigen, sondern auch dieses Lebens. Es will wohl in der That nichts bedeuten, in der Welt mit Christo, und um Ihn zu gewin­nen, vor einen Narren gehalten zu werden von denen Welt-Narren, weil man, ob man schon ihre Herrlichkeit, welche ein Anfang der Höllen ist, im Ueberfluß haben könnte, derselben doch nicht geniessen will, über welche sie nichts besseres wissen und erfahren haben, daher auch anders

s r. nicht