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nicht gedencken und raibonniren können; Denn der Gewinn ist dabey dieser, daß Sie in ihrer armen Gestalt vor dem Fürsten der Finsterniß sicher sind/ der mit seiner hohen eingebildeten Weißheit an Ihnen selbst zum Narren werden muß/ daß Sie in Besitzung des ewigen Gutes vollkommene Tugend / Verstand und Zufriedenheit erlangen/ wann Ihr Gegentheil immer böser/ sinsterer und armer wird, bis er endlich in den Abgrund fahret: Daß es mithin die Narren, so in den Himmel kommen/ hier und dort, auf alle nur ersinnliche Weist, bester haben, als diejenige Narren/ die in die Hölle fahren. Es ist wohl auch eine herrliche Sache, im Leben täglich sterben/ den Tod schmecken und ihm recht in die Augen sehen, damit uns am Abend unseres Lebens das Ewige Licht/ der Glantz der Gottheit/ anscheine/ und uns die Auflösung unseres gebrechlichen Leibes frölich mache, wenn wir dabey die Morgenröthe von jenem grosen Tage erblicken/ der mit der Nacht keine Gemeinschafft hat/ und uns in der Gesellschafft derer heiligen Engeln sehen/ die uns durch G-Ottes Güte im Leben vor Sünden und dem Teufel bewahret, und sicher zum Himmel geleiten/ den wir schon hier in etwas empfunden haben. Lastet uns dieses wohl bedencken und in beständige Ausübung bringen/ so wird uns der Tod nichts frembdes und erschreckliches/ sondern ein Brautführer zur Himmlischen Hochzeit und der unendlichen Herrlichkeit werden, welche GOtt uns schencken wolle durch JCsum Christum! Ihme sey Lob, Ehre und Preiß in die Ewigkeiten derer Ewigkeiten! Amen.