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wieder liebete, und weil es nichts böses sey an den Tod zu gedencken, könnte und wollte ich es Ihr nicht wehren. Beständig war Sie unter Ihrer Hausarbeit mit guten Gedancken, Reden oder Lesung erbaulicher Bücher beschafftiget/ und alle weltliche Lustbarkeiten waren Ihr ein rechter Eckel. Nur 6. Wochen vor Ihrem Ende/ da Sie Sich sonderlich in Anordnung und völliger Einrichtung des Hauswesens angriffe , sagte Sie zu mir:
Ich bin gewiß versichert, daß ich bald sterbe, ich will nun ein wenig fleißig seyn, damit ich, wann ich sterbe, alles in solchem Stande hinterlaffe, daß Sie nichts mehr zu
thnn sinden ; welches beydes auch in der That also erfolget ist. Alle Arbeit war Ihr bey dieser kurtzen noch übrigen Lebenszeit wie nichts/ und Zhr Gemüthe war so von GOtt gerührt/ daß'ich selbst davon gestarcket und in meinen Geschafften durch die Ihr beywohnende Gnade Gottes gantz mcrcklich erleichtert wurde.
Bey der schweren Niederkunft/ welche in der Nacht zwischen dem s8. und r9tcn 0Äobrj8 geschähe/ ertrug Sie alle Schmertzen mit groser Gedult und betete zu GOtt/ der dieses und anderes Leiden zu Ihrem Besten verordnet, und da die Hebamme in dieser Nacht noch andem Zweym Weibern beyzustehm hatte/ wollte Sie/ daß durch den Jhrent- halben nöthigen längeren Aufenthalt bey denenselben nichts versäumet würde, und bäte über das ernstlich/ man solle ihnen eher als Ihr helffen lassen. Sie gebar eine gesunde und wohlgestaltete Tochter/ und danckte GOtt davor mit innigem Vergnügen. Die erste Tage nach der Geburt giengen erträglich hin/ ausser daß der Leib matt und der Much/ wegen innerlicher Verletzung dahin war. Die nöthige Reinigung gieng nach Wunsch von statten/ auch bis in den Tag des Todes; jedoch stellten sich Zuweilen einige Bangigkeiten ein, welche Bedencklichkeit machten/ und endlich erfolgte gegen den 7ten Tag schnell eine tödliche Entzündung/ welche von starcker Verwundung der Mutter herrührte und durch Artzneymittei nicht zu verhindern war. Je schwächer Sie nun in diesen Umständen dem Leibe nach war/ desto stärcker war Sie an der Seele. Sie nahm zwar die Ihr gereichte Artzneyen willig zu sich und that alles was man verlangen konnte; sagte aber beständig / daß Sie sterben und alles nichts helfen würde. Cs war Ihr zwar Anfangs etwas schreckhafft/ daß Sie/ da. Sie eine so harte Geburtsarbeit ausgehalten/ ein wohlgebildetes Kind vor Sich sähe/ bey so geringem Alter/ und nach so vergnügter und kurtzer Ehe, die Welt, das Kind und mich verlassen sollte- Allein Sie verzagte darüber
d nicht.