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Nothleidendm- half Sie mir beten und tröstete mich. Fand Sie mich von vieler Arbeit dem Leibe nach mit Schwachheit beladen- richtete Sie mich mit Ihrem freundlichen Zuspruch auf, erquickete mich/ und kehrte alle ersinn liehe Mittel vor mir meine Last zu erleichtern. In Wahrheit« kan ich die Gutthaten so GOtt mir durch Sie erwiesen- nicht alle erzehlen, weilen es an nichts fehlte so ich bedurfte. Ich war bey sothaner rm Himmel gemachten Ehe ein recht glückseliger Mann, und suchete nur an meinem Orte das Gute mit Gutem- meinem geringen Vermögen nach, zu vergelten- und meine Geliebte lang zu geniesten; Allein der Allerhöchste Stiffter unserer Ehe- der Leben und Tod in seiner Hand hat, beschlösse ein anderes über uns. Unsere so glückliche Verbindung sollte nur eine kurtze Zeit wahren/ damit wir uns in die zeitliche Glückseligkeit nicht zu sehr verlieben mögten. Mine Frau- welche GOtt- der Sie besser als ich versorgen konnte- lieb hatte, und Sie so fand wie Er Sie haben wollte- nähme Er- in so jungem Alter- nach so kurtzer Zeit der Ehe- von dieser Welt- um Sie der himmlischen Glückseligkeit theilhaftig zu machm- und mich in meinem Lauf aufzumuntern, damit ich auch GOtt angenehm und zu der Ihm gefälligen Zeit würdig erfunden werden möge- in die selige Ewigkeit überzugehen.
Gleich bey dem Eintritt in die Ehe bereitete GOtt, der denen Sei- Uigen durch Seinen Geist alle Last erleichtert- allschon meine selige Frau zu Ihrem Abschied, als von dessen Annäherung Sie eine solche Ueberzeu- gung und Gewißheit hatte- daß Sie Sich selbige auf keine Weise ausreden lieffe. Ehe Sie noch schwanger ward- welches erst mit dem Anfang dieses Jahrs geschähe, war, wie nachhero, Ihre beständige Rede zu mir:
Ich werde bald sterben, ich werde gewiß sterben, Sie werden es sehen, daß es wahr ist. So lange wir m der Ehe lebten, trug Sie beständig einen Trauer«Ring, woran ein cmaMirter Todenkopf, mit denen Worten: Non eft mortale quod opto, Das was ich wünsche, stirbet nicht; und wann ich S>- täte, einen andern Ring anzustecken, that Sie es zwar mir zu Liebe, jenen aber behielte Sie doch immer dabey an der andern Hand. Alle Montage lieffe Sie durch die Chorschüler vor dem Hauße ein Sterblied singen, und waren Ihre liebste Lieder: JEsus meine Zuversicht; und: Warum sollt ich mich dann gramen, wozu Sie unterweilen das Lob« und Daticklied des sei. Hr. vr. Schützen fügte: Sey Lob und Ehr dem Höchsten Guth. Ich wurde hierüber einigemahle gefragt- ob jemand in meinem Hausse gestorben ? worauf ich antwortete, daß rneine Frau dergleichen
Lieder