nid)t/ sondern gieng dem Tode getrost entgegen, in Hoffnung auf die Hülfe des Allmächtigen, der Ihr allzeit durchgeholffen; wie Er denn auch solches diesesmahl auf eine vortreffliche Weise gethan, so, daß durch Dessen süsse Gegenwart in Ihrem Inwendigen alle dergleichen Vernunft schlüsse auf einmahl wie der Nebel vor der Sonne verschwinden müssen. Wie aber bey uns Menschen, die wir, wenn wir es auch noch so weit gebracht hatten, dennoch mit Fleisch und Blut belästigte Menschen blei, ben, erfahrner Christen Beystand und Zuspruch, wann wir in Nöthen kommen, niemahlen ohne Frucht, und noch vielmehr ersprieslich und erforderlich ist, wann wir uns in der letzten Noth befinden, da Seele und Leib getrennet werden sollen: So bediente Sie sich auch dieses heilsamen Mittels, und ließe unter andern Ihren Freunden ebenfalls am r4tm O&obr. Ihren Beichtvatter, Herrn D. Walthern, Minifterii Seniorem, zu Sich kitten, welcher mit Ihr gebetet, Sie getröstet, auch Tags darauf mit dem Heil. Abendmahl versehen hat. Was vor hertzrührende Aus­drücke Sie im Reden und Gebeten von Sich hören lassen, wissen die am besten, welche um Sie gewesen. Sie seufzete beständig Zu Ihrem Heilande JEsu, begehrte stets Ihm naher zu kommen und mit Ihm völlig vereinigt zu werden, gedachte nicht im geringsten an zeitliche Dinge, welche Ihr auch niemahlen am Hertzen gelegen, liebete und erwartete den Tod mit grossem Verlangen, der Sie zu dem völligen Genuß der uns verheißenen und zuvorbereiteten Herrlichkeit, und zu der Erfüllung aller Ihrer Wün­schen bringen sollte. Gegen die Nacht zwischen dem 2,5. und 26ten. zeigte sich, als der Brand überhand nähme, die erste und zugleich letzte Verirrung, welche nicht beständig anhielte, und gienge hierunter theils ein leiblicher Todeskampf, theils ein geistlicher Streit vor, wie an Ihren Reden gantz eigentlich zu mercken war. Nachdem Sie aber Morgends um 3. Uhr eine halbe Stunde ruhig geschlafen, kam Sie völlig wieder zu Sich Selbst, und war biß an Ihren Tod, der ohngefehr 7. Stunden Darauf erfolgte, nicht der geringste Mangel des Gebrauches Ihrer Sinnen mehr zu spüren. Nach eben gedachtem Schlaf merckte man deutlich daß in der Mutter allschon eine Absterbung geschehen, welche sich nach uno nach weiter ausbreiten und dem Leben ein Ende machen würde: Aber dieses war auch die Zeit, da GOtt Ihr besondere Gnade erwies, und der mit Ihm vereinigte Geist, als er schon von dem halb erstorbenen Leibe abgesondert und in seine Freyheit gesetzt zu werden anfieng, auch bey dem Tode seine Lust an Gottes Hülfe sähe, und von der Herrlichkeit jener Welt ein vortreffliches Zeugniß ablegte, welches alle Anwesende in groses Nach- dencken gesetzet. Sie bezeugete Sich in diesen letzten Stunden so frölich als ich Sie im Leben niemahlen gesehen hatte, und war auch nicht Wun­der,