Den auserm Gottesdienst hielte Sie nach Christlicher Freyheit ordentlich/ als eine nöthige Anweisung zum Anfang im Christenthum, bliebe aber nicht daran hangen, sondern lies das Ihr vornehmstes Werck teyn, daß Sie in Ihr Hertz gierige, um allda/ als in dem rechten Tempel, GOtt im Geist und in der Wahrheit anzubeten und von Ihme Krafften zu erlangen, welche in Worten und Wercken hervorleuchteten.

Fiel Gelegenheit vor von der wunderbahren Ordnung Gottes in der Natur etwas zu reden, worinnen alles nach Zahl, Maas und Gewicht gemacht und in einer vortrefflichen Harmonie beruhe, woran aufmercksame eine unaussprechliche Freude empfanden; waren darauf Ihre Gedancken: Ist es schon so schön auf Erden, was wirds dort im Himmel werden! Sind die Schalen und das Auffenwerck so schön, wie herrlich wird es seyn, wenn wir den Kern und das Wesen derer Dingen naher einsehen werden! Sie machte von dieser Harmonie auch auf Sich Selbst einen guten Gebrauch, da Sie alle Ihr Thun zu arronäiren oder überall gleich zu machen suchte, allzeit vergnügt war, und mit GOtt, mit Sich selbst und allen Creaturen Frieden hielte. Wie die Natur des Leibes die beste Er, halterin der Gesundheit ist, und alles von selbsten in seiner Ordnung gehet, wenn nur keine Hinderniffe durch Unmaßigkeit in den Weg geleget werden : So hielte Sie auch über die Ordnung in der Seele, damit nicht Finsterniß und Nebel entstehen mögten, welche die Strahlen der Sonne der Gerechtig, keit abhalten könnten, die in uns sonsten, wann wir gelassen bleiben, alle§ zu unserm Heil nothwendige selbst verrichtet und uns zur Natur unh Geist wird.

Die in der Welt im Schwang gehende Ungerechtigkeit und durch den Feind Gottes und derer Menschen eingeführte Unordnung sähe Sie vfft mit Betrübniß und Seufzen an. Alle die, so um Gottes Ehre und ihres Bestens willen sich alle Mühe dauren und gegentheils soweit verführen lassen, daß sie alle ihre Krafften in Zusammenraffung vergänglicher- ther verzehren, hielte Sie mit der Schrifft vor Narren, weilen sie die Nothwendigkeit Gutes zu thun, um glückselig zu werden, nicht einsehen und darnach sich einrichten; die sich von dem Teufel einen Dunst vormahlen lassen, damit er sie derer wahren und wesentlichen Güther beraube, der, weny er auch ungerechtes Guth bringe, alles doch wiederhole und feine unrey gebene leer davon gehen lasse; die in narrische Wollust sich eiylassen, und damit sich nach Leib uno Seele verderben; die, um Ehre zu haben, alserley unerlaubte Mittel brauchen, und ihre Ehre in ihrer Schande suchen: Da hingegen bey denen Gerechten Gottes Merck in der Welt Anfangs gering

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