teti; Er werde auch nicht eher ruhen, biß Er alle Sünde, Tod, Teufel und.Hölle überwullden, und GOtt Seinem Vatter das hergestellte und wieder zurecht gebrachte Reich wieder übergeben habe, damit alle Creatur mit einem Munde Ihn lobe, und Er sey Alles in Allen. Zu Ihme gierigen auch stets unter allen irrdischen Handlungen Ihre Sinnen und Gedancken, und Sie wünschte offtmahlen von Hertzen bald aufgelöset und bey Ihm zu scyn, weil Sie sonst kein Vergnügen antraff in allen uns hier von GOtt geliehenen und auf Rechnung anvertraueten Güthern, sondern selbige vielmehr als eine Last und Hinderniß ansahe an dem Genuß des Wesens derer Dingen. Bey dem allen stellte Sie doch die Zeit der Auflösung Ihres Leibes-Gefängnisses durch den Tod in Gottes Hände, der nach ausgehaltener Probe Sie werde in ein besseres Leben bringen.

Sie betete und arbeitete mit Freuden, weil Sie die Arbeit nicht vor einen Fluch, sondern vor eine Artzney gegen den Fluch hielte, trug alle Last und Versuchungen mit Gedult und Standhafftigkeit in GOtt, der auch alles Elend, weil Er es vor uns nöthig erachtet, zu unserm Besten geordnet. Sie hatte stets die Lehre und das Exempel unserrs Heylandes vor Augen, der in der Welt so vieles Elend, Creutz und Tod erlitten, und dadurch zu Seiner Herrlichkeit eingehen müssen, da wir dann unmöglich, wollten wir anders derselben auch theilhaftig werden, es besser als Er zu haben verlangen könnten.

Sie erwegete ernstlich die grosse Ungewißheit darinnen wir stecken, in Ansehung unserer selbsten und unseres Schicksals, und aller zeitlichen Hab, seligkeiten ; dagegen aber auch die Gewißheit unseres Bedürfnisses und unseres Todes, samt der unermeßlichen Güte Gottes, welche alle Mittel in fich habe, uns zu helfen, und uns unserer eigenen Noth halben zu Ihm Hintreiben müsse, wenn wir nicht muthwillig alle Vernunft bey Seite setzet» wollen. Zu dem Ende sagte Sie offt: Alle denen Augen unseres Leibes sichtbare Güther bleiben in der Welt, wir kommen aus der Erden, essen Erde unser Lebenlang, und werden wieder zu Erde; wollten wir aber.etwas besitzen, das uns in der Welt immer anfrecht oder auf dem geraden Wege erhalte, auch nach dem Tode bleibe und mit uns gehe, so sey nöthig umge- wendet, neugebohren und am innern Neuen Menschen starck zu werden, Speise und Tranck der Ewigkeit zu sich zu nehmen, daß derselbe wachse, Christus in ihm eine Gestalt gewinne, und er ein lebendiges und wahres Ebenbild Gottes werde, in welchem allein die wahrhaffte Wollust, Ehre und Reichthum zu finden sey, der unsere Begierden allein sattiM, und uns in völlige Freyheit setzen könne.

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