fa einige Blätter schwatzen sogar von wichtigen Mitthei­lungen, die der portugiesische Gesandte im Aufträge seines Souveräns den Exekutiven gemacht haben soll. Heute könn- | ten wir selbst auf der Puerta del sol ein großes Plakat lesen, welches die Kandidatur des lusitanischen Königs und seine Proclamanon zum Kaiser von Jberien anempfieblt. Das montpensieristische Blatt, dieCorrespondencia de Es- pana", bricht auch keine Lanzen mehr für denfilzigen" Or­leans, wie man hier Jsabella's Schwager zu nennen Pflegt.

Carlisten und Jsabellinos regen sich in verschie­denen Provinzen und scheinen einen Coup zu beabsichtigen; die Regierung ist zu energielos, um dem Treiben dieser Leute ernstlich entgegenzutreten. Unter sich selbst sind die Minister nicht einig, und einer derselben versicherte mir erst noch vor wenigen Tagen, daß er jetzt selbst nicht nur an dieMöglich-

| feit, sondern an die Wahrscheinlichkeit einer Restauration zu Gunsten des sogenannten Prinzen von Asturien glaube. Was soll man von so einem Ministerium erwarten? Prim und Sagasta jagen in den Wäldern von Toledo, der Minister des Auswärtigen verläßt seit mehreren Tagen wegen leichter Unpäßlichkeit sein Zimmer nicht; Figuerola will ausrreten, weil er kein Geld findet; Serrano ist schwach und läßt sich heute von diesem, morgen von jenem am Gängelbande füh­ren: der einzige, der ruhig auf dem Wege des Fortschritts weiter schreitet und wirklich etwas Gutes zu Stande gebracht hat, ist Ruiz Zorilla, der Minister der öffentlichen Arbeiten.

Bei dem Minister des Auswärtigen habe ich gestern eine Depesche des spanischen Gesandten in Nordame­rika gesehen, nach welcher der Aufstand in Cuba seinem Ende entgegen zu gehen scheint. Dulce will zurückgerufen sein, er soll durch Cordova ersetzt werden.Wenn Cordova nach Cuba geht", sagen die Spanier,so verlieren wir die Insel nicht, denn er bringt sie ganz mit nach Madrid." Bon Barcelona haben sich 1000 Freiwillige nach Cuba unter dem enthusiastischen Rufe: »Viva, üspana, äesxorta torro«