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Betrachten wir nun die Sache an sich, so belehrt uns die Geschichte, daß schon unter allen Staats- und Regierungsformen gut und auch schon schlecht regiert worden ist. Man kann nicht sagen, daß die Erfahrung für den Freistaat (Republik), noch auch daß sie für das Königthum (Monarchie) spreche. Wir dürfen daher nicht behaupten, diese oder jene Staatsforn ist immer und unter allen Umständen die beste, ohne sie kann nicht gut regiert werden. Eine Staatsform kann jetzt gut - sein und in dreihundert Jahren taugt sie gar nichts mehr, sie kann für' uns gut fein und für ein Volk, das drei­hundert Meilen weiter wohnt, wäre- sie ein Unding. Eben so wenig kommt es auf die Form allein an, son­dern auf die Grundsätze, die sie beseelen. Wir unter­scheiden gewöhnlich- drei Staatsformen, nämlich: die Volksherrschaft (Democratie), die Standes- und Kasten- Herrschaft (Aristokratie) und die Fürftenherrschaft oder das Königthum--(Monarchie). Das ist aber-eben nur eine Eintheitung, die auf der bloßen Form beruht, nicht auf dem Geiste.. Nehmen wir den letzteren zum Maß­stab, so müssen wir die Staaten nach dem Zweck ein- theilen, den sie verfolgen, in solche in welchen nach dem Grundsätze des allgemeinen Besten und in solche, in