Z* Wiesbaden, 14. Mai. Gegenwärtig circulirt in hiesiger Stadt und in allen Genieinden des Herzogthums die nachstehende Pe­tition an den König:

Allerdurchlauchtigster König, Allergnädigster König und Herr! Eine in hiesigen Blättern abgedruckte Adresse enthält die wiederholte Bitte, dem früheren Landesherrn der Bittsteller und seinem Hause das zunr größten Theile seit vielen Jahrhunderten besessene und durch alle Stürme der Zeiten erhaltene Familien­vermögen ganz oder soweit immerhin thunlich gegen Bewilligung einer Rente zu entziehen. Die allerunterthänigst Unterzeichneten, vormals nassauischen Unter­tanen wagen es im vollkommenen Vertrauen auf die Weisheit und Gerechtig­keit Ew. Maj. nicht, sich einen Versuch der Einwirkung auf Allerhöchstdero Ent­schließungen in der bezeichneten Angelegenheit zu erlauben, glauben auch nicht, hervorheben zu müssen, von welcher Seite und in welcher Absicht jene Adresse veranlaßt und wie unrichtig ihre Begründung ist. Allein sie halten es für eine Pflicht der Treue gegen Ew. Maj. und der Achtung vor sich selbst, ihren tiefen Schmerz über jene seither nur in dem ehemaligen Herzogthum hervorgetretenen Manifestationen vor dem Throne Ew. Maj. Ausdruck zu geben und zugleich ihre innerste Ueberzeugung allerunterthänigst dahin auszusprechen, daß nicht alle Un- terthanen des früheren Herzogthums die Gesinnungen und Wünsche jener Bitt­steller theilcn, daß vielmehr das unbefangene Ncchtsgefühl int Lande und die Pietät gegen ein Fürstenhaus, welchem der Allmächtige die Leitung seiner Ge­schicke durch viele Jahrhutidcrte anvertraut hatte, durch eine Maßregel der Art, wie sie andererseits erbeten wird, auf das schmerzlichste verletzt würde. In tief­ster Ehrfurcht verharren rc.

Die Anhänger des Herzogs glauben, im Gegensätze zu der Petition der Fortschrittspartei, sich auf das historische Recht bezüglich der Domänen frage berufen zu sollen. Uebrigens soll heute von Berlin die sichere Nachricht eingetroffen sein, daß das Abkommen mit dem Herzog bereits festgestellt ist und zwar in einer für das ehemalig" Regentenhaus aün stiaen Weise.