I «meldet, Paris und geht er nach Meldungen aus Brüssel' I-er diese Stadt, wo er sich einige Stunden aufhalten wird,

> n dem Könige von Belgien eine Gegenvisite zu machen.

» Der Vicekönig von Aegypten, neu geschmückt mit dem [Xitel Kideovi-el-Masr (Souverän), hat sich bereits eingeschifft, um nach Paris zu kommen. Der Sultan kann die Zeit nicht erwarten, daß seine Reisevorbereitungen beendet sind. Die Königin Jsabella kommt, wie nun officiell fest steht, An. fangs Juli, und endlich soll auch der Papst den Wunsch aus­gesprochen haben, nach Paris zu gehen.

Man hatte für Frankreichs innere Politik besorgt, daß das Attentat das Signal zur Reaction werden würde, aber Herr Rouher hat sich im gesetzgebenden Körper beeilt, zu er­klären, daß durch die jüngsten Vorgänge Nichts an den liberalen Absichten der Regierung geändert würde. Zugleich wies er die Gerüchte von einer bevorstehenden Auflösung des gesetzgebenden Körpers zurück. Dieser Letztere hat nun in der That dem Drängen der öffentlichen Meinung nachgegeben und seine Ar­beiten beschleunigt, so geringschätzig sich die Officiösen in der Kammer und der Preffe auch immer gegen das Drängen um weniger Zögerung geäußert haben. Regierung und Majorität! werden trotz ihres Widerstrebens in eine freisinnigere Bahn ge- I zwungen. Der Club der Ultras in der Rue ckes ^reackes ist I geschlagen, und die Regierung selbst wird fortan die Tiers parti I begünstigen und stützen.

Von Seiten des französischen Ministeriums des Innern wird, man weiß nicht, zu welchem Zwecke, die Ent^. in Umlauf ge- setzt, daß am 17. Juni ein preußisch.französisch-ruMsches Mani- feft der Welt eine allgemeine Entwaffnung verkünden werde. In diplomatischen Kreisen dementirt man die Sache energisch.

Laut Nachrichten, welche aus Kopenhagen in Berlin eingetroffen sind, weigert sich neuerdings die dänische Regie­rung, irgendwelche Garantieen für die Aufrechthaltung der nationalen Sicherheit der Deutschen in den nördlichen Districten Schleswigs zu übernehmen. Sie will in dieser Beziehung nur diejenigen Bestimmungen zur Geltung kommen lassen, welche die Landesgesetze zur Aufrechthaltung des persönlichen Schutzes darbieten.

Bezüglich der hier geschlossenen Convention vom 4. Juni über das künftige Verhältnis der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bunde in Zoll- und Handels-Angelegenheiten gilt es in unterrichteten Kreisen für unzweifelhaft, daß Preußen im erweiterten Bundesrathe für Zoll-Angelegenheiten, der mit sechs Stimmen BaiernS achtundfünfzig Stimmen umfassen soll, ein Veto Vorbehalten bleibt. In der bevorstehenden Zollconferenz der Fachmänner wird es sich u. A. auch um die Steuern des Zoll­vereins handeln. Preußen soll ursprünglich den Wegfall der Uebergangssteuern im ganzen Zollverein auch für Branntwein und Bier, die bekanntlich innerhalb des Zollvereins in den verschiedenen Ländern verschieden besteuert sind, gewünscht haben